

Grömitz. „Sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Es ist an uns, diese Lücke zu füllen.“ Mit diesen Worten des Gedenkens an den verstorbenen Bürgervorsteher Heinz Bäker eröffnete seine Stellvertreterin Mechtild Piechulla die Sitzung der Gemeindevertretung am vergangenen Dienstagabend. An die Stelle von Heinz Bäker rückte Peter Seidt für die FDP-Fraktion in die Gemeindevertretung nach. Die Wahl eines neuen Bürgervorstehers oder einer neuen Bürgervorsteherin soll im Dezember stattfinden, wie Piechulla bekannt gab.
In seinen Mitteilungen berichtete Bürgermeister Mark Burmeister von einer Verbesserung der Einnahmen aus der Gewerbesteuer um 1,6 Millionen Euro zum Vorjahr auf 4,6 Millionen Euro - das bislang vermutlich höchste Aufkommen. Auch die Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer seien weiter gestiegen. Weiter kündigte Burmeister an, dass die Wahlen zum Seniorenbeirat per Briefwahl zum 7. Februar 2023 erfolgen sollen, die Wahlunterlagen dafür sollen Mitte Januar verschickt werden. Das Richtfest für den sozialen Wohnungsbau in der Trift soll am 23. November stattfinden, die Bauarbeiten sind durch Materialmangel derzeit aber zwei Wochen im Verzug. Am Cap Arcona-Ehrenmal ist nun die vormals fehlerhafte Bronzeplatte ausgetauscht und durch eine neue ersetzt worden. Bis zum Stichtag 30. September sei zudem eine Vielzahl von Ideen eingegangen, wie der Bürgeretat in Höhe von 100.000 Euro verwendet werden könnte (der reporter berichtete). In einer gesonderten Versammlung und einer Präsentation soll am 17. Januar darüber abgestimmt werden.
Einen einstimmigen Beschluss fassten die Gemeinvertreterinnen und -vertreter beim Thema Straßenbeleuchtung. Wegen steigender Energiepreise die Beleuchtung vollständig abzuschalten, würde Einbrüche forcieren, so Manuela Petersen von der FDP. Auch Hendrik Wozniak (CDU) betonte: „Die Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit hat definitiv einen Sinn, gerade auch für ältere Menschen.“ Würde man alle Straßen so umrüsten, dass nur jede zweite Lampe eingeschaltet werden kann, würden neue Leitungen gelegt und unzählige Laternen neu gekennzeichnet werden müssen. „Das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen, die Ersparnis ist dafür einfach zu gering“, ergänzte sein Fraktionskollege Torben Möller. Beschlossen wurde, da, wo technisch möglich, zukünftig nur jede zweite oder dritte Laterne leuchten zu lassen. Ansonsten bleibt der Rest wie aktuell auch voll angeschaltet, die Promenade weiterhin zwischen 0 und 5 Uhr dunkel. Weihnachtsbeleuchtung wird es in Grömitz auch wieder geben, allerdings eingeschränkter als in den Vorjahren.
Gleich zwei Anträge der FWV-Fraktion in Sachen Energieeinsparung beschäftigten zudem den Gemeinderat. Zum einen die Prüfung zur Einrichtung eines Solarparks auf dem Großparkplatz und zum anderen die Anschaffung einer Meerwasser-Wärmepumpe als Ersatz für das alte Blockheizkraftwerk auf dem Dünenpark-Gelände. „Wir müssen prüfen, ob es sich lohnt, konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um für die Zukunft gerüstet zu sein“, begründete Heiko Lenz die Anträge. Über das Wie, Wo sowie das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag wurde intensiv diskutiert. Beschlossen wurde, dass zum Solarpark der Tourismus-Service ein Konzept erarbeiten lassen soll, um das Vorhaben zunächst zu prüfen. Auch das Kosten/Nutzen-Verhältnis einer Meerwasser-Wärmepumpe soll unabhängig vom Standort geprüft werden. (ab)