reporter Neustadt

Verein zum Erhalt der St. Jürgen-Kirche zieht positive Bilanz

Bild: hfr

Grube. Eine Kirche ist mehr als ein altes Gebäude. Sie ist ein Stück Heimat, ein Ort der Begegnung und ein Teil der Geschichte eines Dorfes. Dafür, dass die Gruber St. Jürgen-Kirche auch in Zukunft erhalten bleibt und ein lebendiger Ort in der Gemeinde sein kann, setzt sich der Verein zum Erhalt der St. Jürgen-Kirche zu Grube ein. Anlässlich seiner Jahreshauptversammlung blickt der Verein auf ein erfolgreiches Jahr zurück - und zugleich mit Sorge auf die Veränderungen, vor denen die Kirche insgesamt steht.

 

„Wir können mit unserer Arbeit zufrieden sein“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans Zühlke. „Gerade für einen kleinen Verein ist es nicht selbstverständlich, solche Projekte finanziell unterstützen zu können. Umso mehr freut es uns, dass wir im vergangenen Jahr einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kirche leisten konnten.“ Besonders hervorzuheben ist eine Einzelspende in Höhe von 3.000 Euro, mit der der Verein die Sanierung des Kirchenportals unterstützen konnte und insgesamt damit 11.750,86 Euro für diese Maßnahme bereitstellte. Auch bei der Erneuerung der Beleuchtung der Kirche war der Verein engagiert. Nachdem die Beleuchtung nach vielen Jahren erneuert wurde, konnte der Verein aus seinen Mitteln noch einmal rund 3.600 Euro zu diesem Projekt beitragen. „Solche Beträge können wir nur aufbringen, weil viele Menschen hinter unserem Verein stehen“, betont Zühlke. „Dafür möchten wir unseren Mitgliedern, aber ebenso allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich danken.“

 

Viele kleine Beiträge bewirken etwas Großes

Dabei komme es keineswegs darauf an, große Summen zu spenden. Auch kleine Beiträge seien ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit. „Manchmal befinden sich in unseren Spendendosen nur ein paar Münzen“, so Hans Zühlke. „Aber auch diese kleinen Beträge sind wichtig. Wenn viele Menschen ein wenig beitragen, kann daraus etwas Großes entstehen. Jede Spende hilft uns, unseren ereinszweck zu erfüllen und damit einen Beitrag zum Erhalt unserer Gruber Kirche zu leisten.“ Für den Vereinsvorsitzenden ist genau dieses gemeinsame Engagement ein Zeichen funktionierender Dorfgemeinschaft: „Nicht einer allein muss alles schaffen. Viele Menschen tragen gemeinsam ein Stück Verantwortung für das, was ihnen wichtig ist.“

 

Eine Kirche braucht mehr als vier Wände

Wie wichtig die Kirche für das Dorf auch über ihre bauliche Substanz hinaus ist, unterstreicht Fritz Bormann, Vorsitzender des Kirchengemeinderates. „Unsere St. Jürgen-Kirche ist historisch betrachtet ein wertvolles Kulturdenkmal. Aber ein Kirchengebäude allein macht noch keine Kirche“, sagt Bormann. „Steine können ein Stück Geschichte erzählen - aber erst Menschen geben einer Kirche Leben. Sie sind Kirche.“ In der Gruber St. Jürgen-Kirche seien über Generationen hinweg Menschen getauft, getraut und verabschiedet worden. Hier seien Feste gefeiert, Sorgen geteilt und Trost gefunden worden. „Das alles gehört zu unserer Kirche und zu unserem Dorf“, so Bormann. „Eine Kirche ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Gemeinschaft erfahren und ihren Glauben miteinander leben. Genau das macht sie so wertvoll.“

 

Gleichzeitig blickt auch der Kirchengemeinderatsvorsitzende nachdenklich auf die finanzielle und strukturelle Entwicklung der Evangelischen Kirche. Sinkende Mitgliederzahlen und damit verbundene geringere Einnahmen aus der Kirchensteuer stellen die Kirche vor große Herausforderungen. Veränderungen und neue Strukturen seien deshalb notwendig. „Wir wissen, dass sich die Evangelische Kirche verändern muss“, sagt Bormann. „Aber bei

allen notwendigen Anpassungen darf eines nicht verloren gehen: die Kirche vor Ort mit ihrer hoffnungsvollen Zuversicht auf ihren guten Hirten.“ Gedanken über weitere Zusammenlegungen von Gemeinden oder Veränderungen ihrer rechtlichen und organisatorischen Strukturen machten deshalb nachdenklich. „Was nützt eine gut funktionierende Verwaltungsstruktur, wenn es irgendwann keine Gemeinde mehr vor Ort gibt?“, fragt Bormann.

 

Die Kirche soll im Dorf bleiben

Genau hier sieht auch der Verein zum Erhalt der St. Jürgen-Kirche seine Aufgabe. Es gehe nicht allein darum, Mauern, Dach oder Beleuchtung zu erhalten. Vielmehr solle die Kirche auch künftig ein Ort bleiben, an dem Menschen aus Grube und Umgebung zusammenkommen können. „Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass die Gruber St. Jürgen-Kirche auch in Zukunft ein lebendiger Mittelpunkt unseres Ortes bleibt“, erklärt Hans Zühlke.

Fritz Bormann ergänzt: „Vielleicht braucht es gerade in einer Zeit, in der vieles größer, zentraler und unpersönlicher werden soll, vielmehr Orte, die ganz nah bei den Menschen sind - Orte, an denen man sich kennt und an denen man füreinander da ist.“ Die Botschaft des Vereins und des Kirchengemeinderates ist deshalb klar: Die Kirche soll im Dorf bleiben. Nicht nur als historisches Gebäude, sondern als lebendiger Teil der Dorfgemeinschaft. „Unsere Kirche gehört zu Grube“, sagt Zühlke. „Und wir wollen gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt.“

 

Der Verein zum Erhalt der St. Jürgen-Kirche zu Grube freut sich daher auch weiterhin über Unterstützung. Denn letztlich gilt: Viele kleine und große Beiträge können gemeinsam dafür sorgen, dass die Gruber St. Jürgen-Kirche nicht nur ein schönes Zeugnis vergangener Zeiten bleibt, sondern auch künftig ein lebendiger Ort der Begegnung und Gemeinschaft ist. (red)


UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesen