

Ostseeferienland. Alljährlich feiern Einheimische und Gäste das traditionelle Strandfeuer in den Ostseeorten des Ostseeferienlandes: Dahme, Grömitz und Kellenhusen. Am Samstag, dem 14. Februar, trifft man sich, um die Wintergeister mit einem lodernden Feuerberg zu vertreiben. Alle großen und kleinen „Wintervertreiber“ sind dazu herzlich eingeladen. Zusätzlich öffnen am Sonntag, dem 15. Februar, teilnehmende Geschäfte in Grömitz und Kellenhusen ihre Türen zum verkaufsoffenen Sonntag.
In Dahme startet um 17 Uhr aus der Seestraße 50 ein kostenfreier Fackelumzug für alle Teilnehmenden in Richtung Seebrücke. Dort angekommen, wird mit Hilfe der Fackeln das Strandfeuer entzündet, um die Wintergeister offiziell zu vertreiben. Grünkohl-Essen, heiße Getränke von der Food Patrol und stimmungsvolle Musik laden dazu ein, den Abend gemütlich am Dahmer Strandfeuer ausklingen zu lassen. Ab 21 Uhr öffnet das Strandhus zur großen Dahmer Dorfdisco „Valentine´s Edition“.
In Kellenhusen startet um 17 Uhr ein Fackelumzug vom Waldparkplatz zum Strand. Die Fackeln werden kostenfrei ausgegeben. Begleitet wird der Umzug von den „Kellenhusener Waldgeistern“, die mit Trommeln, Rasseln und Schellen den Winter vertreiben. Gegen 17.30 Uhr wird am Strand vor der alten Kurverwaltung der große Holzstapel entzündet. Eine aus Stroh gefertigte Figur symbolisiert den kalten Winter und wird im Feuer verbrannt. Für das leibliche Wohl sorgt der Dehoga-Ortsverband Kellenhusen mit Grünkohl, Suppe und warmen Getränken. DJ Yannick Döring begleitet die Veranstaltung von 17 bis 21 Uhr musikalisch.
In Grömitz um 17 Uhr geht es vom Seebrückenvorplatz zum gemeinsamen Fackelumzug in Richtung Nordstrand los. Die Fackeln werden vor Ort kostenlos an alle Teilnehmer ausgehändigt. Mit musikalischer Begleitung geht es zusammen zum Restaurant Falkenthal Seafood. Dort wartet schon der große Haufen aus Ästen, Strohballen, Weihnachtsbäumen und alten Sträuchern darauf, in Brand gesteckt zu werden. Für Stimmung vor Ort sorgt ab 17.30 Uhr das Lopes Trio mit Live-Musik. Das Falkenthal-Team sorgt für warme Getränke und Snacks. Ab 21 Uhr öffnet der Beachclub Soul im Dünenpark seine Türen für die „Strandfeuer-Afterparty“.
Grünkohlgenuss in Grömitz
Im Anschluss bieten unter anderem folgende Grömitzer Gastronomiebetriebe traditionelle Grünkohlgerichte: Das Restaurant Störtebeker in der Wicheldorfstraße 33, Tel. 04562/8711 sowie das Restaurant im Hotel Strandidyll, Uferstraße 26, Tel. 04562/1890 und Falkenthal Seafood, Kurpromenade 6, Tel. 04562/5152. (red/he)
Schon im Mittelalter loderten auf den Inseln Holzhaufen, um böse Geister zu vertreiben. Ab dem 17. Jahrhundert wurden daraus die Biikefeuer, die den Seefahrern und Walfängern in Nordfriesland Glück bringen sollten. Die Lichter schickten Mut und gute Wünsche zu den Männern, die monatelang fernab der schützenden Inseln unterwegs waren und wiesen ihnen den Weg in die weite Welt.
In seiner heutigen Form entstand das Feuer im 19. Jahrhundert und geht auf die alten Fastnachtsfeuer zurück, mit denen der Winter vertrieben werden sollte. Damals begrüßten die Küstenbewohner den Frühling mit Tanz und Gesang. Der Winter wird dabei durch eine Strohpuppe symbolisiert, die unter dem Beifall der Zuschauer den Flammen übergeben wird.
Bis heute wird der Biike (im Hochdeutschen „Feuerzeichen“) mythische Kraft zugesprochen und ist weit aufs Meer hinaus sichtbar. Jedes Dorf hat den Ehrgeiz, die größte Biike zu haben. Wochenlang werden Äste, Weihnachtsbäume und Strohballen gesammelt und aufgeschichtet. Bräuche wie das Biikebrennen haben im hohen Norden immer auch den Zusammenhalt der Gemeinschaft gestärkt.
Die originalen Biikefeuer gibt es noch heute an der Nordsee. Inzwischen hat sich der Brauch aber auch an die Ostseeküste ausgebreitet, wo man ihn Strandfeuer nennt, zum Beispiel in Dahme, Grömitz oder Kellenhusen. Und dort ist er längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein fester Termin im Kalender von vielen Urlauber und Einheimischen. (he/(red)



