Petra Remshardt

5. Via Cordium-Einsatz in Nepal: „Wir bauen eine Krankenstation in Nepal“

Neustadt. Das Einsatzteam von Via Cordium e.V. ist zurück aus Nepal. Im Gepäck: Viele wunderbare Eindrücke aus dem kleinen, abgelegenen Dorf in Nepal. Wärmende Erinnerungen zur Weihnachtszeit und von den Mitgliedern des Einsatzteams.
 
Der Name des Dorfes Jhule beschreibt auf Nepali einen Ort, an dem die Sonnenstrahlen bei Sonnenaufgang zum ersten Mal die Erde berühren. Und genau dieser magische Ort zieht die Mitglieder der Hilfsorganisation Via Cordium jedes Jahr auf das Neue an. Grüne Terrassenfelder, schmale Trampelpfade und im Hintergrund die schneebedeckten Berge, das ist Jhule! Doch so malerisch die Kulisse auch sein mag, die Menschen kämpfen an diesem Ort täglich um ihre Existenz und wurden durch die schweren Erdbeben vor vier Jahren besonders hart von Schicksal getroffen. Das Dorf liegt am Rande des Shivapuri Nationalparkes und wird von etwa 40 Familien besiedelt. Mit Unterstützung der Hilfsorganisation Via Cordium e.V. und einer befreundeten nepalesischen Organisation erholt sich das Dorf langsam von den Folgen des Erdbebens. Neben erster Hilfe direkt nach dem Erdbeben wird nun nach und nach ein Gemeindehaus gebaut, mitten im Zentrum des Dorfes, an einem Hang, welcher von den Dorfbewohnern mit den Händen abgetragen wurde. Derzeit werden die Außenwände, Fenster und Türen gebaut. Neben den helfenden Dorfbewohnern ist eine nepalesische Firma aus der Nähe engagiert, welche den Bau vorantreibt. „Das Voranschreiten des Baues freut uns sehr“, berichtet Mathias Tomala, Chirurg in der Schön Klinik Neustadt und Vorsitzender von Via Cordium e.V. „vor meinem geistigen Auge ist bereits die Krankenstation zur Erstversorgung von Verletzungen und Behandlung von chronischen Erkrankungen auf Basisniveau, bereits eingezogen.“
 
Neben der Überwachung des Baus des Gemeindehauses findet eine jährliche Untersuchung der Dorfbewohner statt. „Die wohl am häufigsten angegebenen Beschwerden sind Rückenschmerzen durch die harte Feldarbeit, Magen-, Darmerkrankungen und akute und chronische Wunden. Durch die Lage des Dorfes auf 2.500 Meter Höhe und die Sonneneinstrahlung sehen wir außerdem Sonnenschäden an der Haut und den Augen“, erklärt Mathias Tomala.
 
Abgerundet wurde der fünfte Einsatz im Dorf Jhule durch die Unterstützung der Grundschule. Vier Lehrer unterrichten in der staatlichen Schule, welche ohne Gebühren die rund 80 Kinder in den ersten vier Klassen unterrichten. Via Cordium spendet jedes Jahr ein großes Essen für die Kinder, zudem Schulmatarialien für ein ganzes Jahr. Dank der großzügigen Spende der Mitglieder von Via Cordium wurden dieses Jahr auch Bücher für die neu entstandene Bibliothek gekauft als auch wärmende Fleecejacken, auf Wunsch der Lehrer und Eltern der Schüler. „Es ist kaum vorstellbar, aber die Kinder besitzen oft im Winter keine Jacken und werden häufig krank“, erklärt Laura Tomala, plastische Chirurgin und Mediensprecherin von Via Cordium. Die Fleecejacken wurden in Nepal angefertigt und wurden nun von den Schulkindern mit großer Freunde entgegengenommen. „Der Anblick der glücklichen Kinder wärmt auch unsere Herzen“, berichtet Laura Tomala „und lässt ein Team von uns jedes Jahr wieder nach Jhule reisen“. (red)
 



Via Cordium:
Die gemeinnützige Hilfsorganisation Via Cordium e.V. wurde 2015 anlässlich der schweren Erdbeben durch die Ärzte der Schön Klinik Neustadt gegründet. Der Verein führt überschaubare Freundschaftsprojekte in vielen Regionen der Welt mit minimalen administrativen Kosten und auf Augenhöhe mit den Betroffenen und Partnerorganisationen vor Ort durch. Website: www.via-cordium.com


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