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Daniela Grebien
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Anzeige: Neurologische „Stroke Unit“ der Schön Klinik Neustadt erfolgreich rezertifiziert

Neustadt. Erfolgreich hat jetzt die neurologische Spezialstation zur Behandlung von Schlaganfall-Patienten (Stroke Unit) der Schön Klinik Neustadt das Rezertifizierungsaudit bestanden: Die Stroke Unit der Schön Klinik Neustadt ist damit weiterhin die einzige im Kreis Ostholstein zertifizierte Schlaganfall-Spezialstation und erfüllt sämtliche Qualitätsstandard der Fachgesellschaft.
Über 200.000 Deutsche erleiden jährlich einen Schlaganfall; sieben von zehn leben danach mit einer Behinderung. Eine qualifizierte Versorgung entscheidet über die Qualität des Lebens danach. In der Behandlung von Schlaganfällen gibt es zwei wichtige Faktoren - Zeit und intensive Therapien. Je schneller ein Patient in eine Stroke Unit aufgenommen wird, desto eher kann die lebenswichtige medizinische Therapie einsetzen, die bei den meisten Hirninfarkten zum Ziel hat, Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Eine solche Lysetherapie ist in den überwiegenden Fällen nur innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome möglich.
 
Seit der Zertifizierung der Stroke Unit an der Schön Klinik Neustadt vor drei Jahren hat es große Fortschritte in der Schlaganfall-Versorgung gegeben. Dies betrifft insbesondere die Möglichkeit ein Gerinnsel in einem größeren Blutgefäß (Carotis-T-Verschluss oder Mediaverschluss) mit einem Katheter zu entfernen, wenn der Versuch der medikamentösen Auflösung (Lyse) nicht erfolgreich war. Da es bei der Schlaganfall-Versorgung um jede Minute geht („time is brain“), stellt die rasche Versorgung der Betroffenen mit dieser neuen Therapieform eine besondere logistische Herausforderung dar. Der Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie, Dr. Uwe Jahnke, und der für die Stroke Unit verantwortliche Oberarzt, Dr. Nils Commentz, haben gemeinsam mit ihrem Team und den anderen Fachdisziplinen (Radiologie, Kardiologie und Anästhesie) intensiv daran gearbeitet, die Prozesse in der Schön Klinik Neustadt zu optimieren. Patienten mit einem Gefäßverschluss werden, wenn die Lyse nicht nach wenigen Minuten erfolgreich ist, unter laufender Lysetherapie nach Lübeck verlegt. Das sehr erfahrene Team der Neuroradiologen und Neurologen der Universitätsklinik Lübeck um Prof. Schramm und Prof. Münte erhält vorab die Daten und kann sich entsprechend auf den Patienten vorbereiten. Damit entsteht für die Patienten keinerlei Zeitverlust. Mittlerweile ist es gelungen, hier optimale Versorgungspfade zu etablieren, von denen ca. 20 Patienten im Jahr profitieren. Im Rahmen des Rezertifizierungsaudits wurde von Prof. Nabavi, dem Leiter der Zertifizierungskommission in der Deutschen Schlaganfallgesellschaft, diese perfekt organisierte Zusammenarbeit als optimale Versorgungssituation für Ostholstein ausdrücklich gewürdigt.
Die Stroke Unit der Schön Klinik Neustadt erfüllt somit weiterhin die umfangreichen Kriterien für eine erfolgreiche Rezertifizierung. „Bewohner und Urlauber in der Region Ostholstein, von Fehmarn im Norden bis vor die Tore Lübecks im Süden und Eutin im Westen, haben damit eine noch größere Sicherheit, dass sie und ihre Angehörigen im Notfall eines Schlaganfalls eine medizinische Versorgung auf einem qualitativ sehr hohen Niveau erhalten - egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit“, so Dr. Uwe Jahnke.
 
Als Beispiel erwähnt Dr Jahnke einen Patienten im Alter von Anfang 60, der vor wenigen Wochen mit einem kompletten Verschluss der rechten Hauptschlagader in die Schön Klinik Neustadt eingeliefert wurde. Eine Stunde zuvor war eine hochgradige Lähmung der linken Körperhälfte aufgetreten. Nach der umfangreichen Diagnostik einschließlich Gefäßdarstellung erfolgte innerhalb der ersten halben Stunde eine Lyse. Nachdem sich kein Anhalt für eine beginnende Auflösung des Gerinnsels zeigte, wurde der Patient nach zehn Minuten unter laufender Lysetherapie nach Lübeck verlegt. Dort wurde die Lyse zu Ende geführt und das schon vorbereitete Team um Prof. Schramm konnte das Gerinnsel rasch aus dem Gefäß entfernen. Die Lähmung hat sich relativ rasch zurückgebildet, sodass der Patient jetzt über keinerlei Beschwerden mehr klagt. Dies stellt einen enormen Fortschritt in der Therapie von akuten Schlaganfällen dar. Noch vor zwei Jahren hätte ein Patient mit einem so ausgedehnten Gefäßverschluss eine schwere Behinderung zurückbehalten. Umso mehr freut sich das Team um Dr. Jahnke und Dr. Commentz, dass die Patienten jetzt hier in der Region durch die optimierten Prozesse und die sehr intensive Zusammenarbeit mit der Uni Lübeck in vollem Umfang von dieser neuen Therapiemöglichkeit profitieren können. (red)


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