Petra Remshardt

der schülerreporter - Interview mit Bildhauer Jo Kley

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Jo Kley.

Jo Kley.

Foto: (Foto H. Rhein)

Neustadt in Holstein. Wir, die Schülerinnen und Schüler der Schülerzeitungs AG der Jacob-Lienau-Schule besuchten die Skulpturen Triennale am Neustädter Hafen. Dort trafen wir Jo Kley und konnten uns über den bekannten Bildhauer und Kurator Jo Kley informieren. Wir haben zugeschaut, wie die Bildhauer und Bildhauerinnen die Skulpturen erschaffen. Ein paar Skulpturen konnten wir schon erkennen: eine sah aus wie ein Gesicht, eine andere wie ein Springbrunnen. Ein Künstler hatte einen süßen Hund dabei, den wir streicheln durften. Der Künstler heißt Ian und kommt aus Schweden.
Guten Tag Jo Kley. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Wie alt sind Sie, haben Sie Kinder, haben Sie Haustiere, wo wohnen Sie und was ist Ihr Beruf?
Ich bin 57 Jahre alt, wohne in Kiel und habe vier erwachsene Kinder. Haustiere habe ich nicht. Ich bin Künstler und Bildhauer. Zunächst habe ich eine Handwerksausbildung gemacht und später Bildhauerei studiert.
Was hat Sie inspiriert Kultur zu erschaffen?
Ich habe immer auch die Geschichte studiert und viele alte Museen und antike Stätten besucht. Von der Bildhauerkunst war ich immer fasziniert. So wurde ich inspiriert dazu meinen kulturellen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten und Bildhauer zu werden.
Was war Ihre beste Skulptur?
Es gibt so etwas wie Lieblingsskulpturen die mir sehr sehr ans Herz gewachsen sind, sehr sehr wichtig sind. Aber Kunst ist ja nicht messbar. Ich mache auch viele kleine Skulpturen. Da gibt es eine Skulptur, die heißt Poseidon. Das ist eine schwarze spiralförmige Form. Die war für mich ein Schlüsselerlebnis, weil sie mir ganz neue Denkweisen eröffnet hat für ganz viele folgende Formen. Da habe ich einen ganzen Zyklus von 12 olympischen Göttern gemacht. Poseidon: die Skulptur die behalte ich, die verkaufe ich auch nicht, die bleibt bei mir.
Sind Sie stolz auf Ihre Skulptur?
Ja, immer dann, wenn ich das Gefühl habe, das mir eine Skulptur sehr gut gelungen ist, dann bin ich durchaus sehr stolz darauf und freu mich darüber.
Was war Ihre größte Skulptur?
Die größte Skulptur ist eine Skulptur, die letztes Jahr in China aufgestellt wurde. Sie ist 10 Meter hoch. Die ist aus Edelstahl gebaut, zusammengesetzt aus ganz vielen Teilen.
Wie viele Skulpturen haben Sie schon gemacht?
Ich habe es nie gezählt. Ich weiß es nicht. Große im öffentlichen Raum, die draußen fest installiert sind habe ich so fast 100 Skulpturen in 25 Ländern. Dann habe ich aber noch ganz viele kleine Arbeiten, die habe ich aber nie gezählt. Es gibt ein Werkverzeichnis, da habe ich die alle registriert.
Wie lange dauert es eine Skulptur zu machen?
Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich kleine Formen mache oder Material nur spalte und rau bleibe in der Oberfläche, dann kann es mir gelingen, dass ich eine Skulptur an einem Tag fertig bekomme. Aber ich habe auch schon an Skulpturen 3 oder 4 Monate gearbeitet.
Mit welchem Material arbeiten Sie noch?
Ich liebe es mit verschiedenem Stein zu arbeiten. In den letzten Jahren habe ich tatsächlich immer mehr auch mit Edelstahl gearbeitet. Aber hauptsächlich arbeite ich mit Stein.
Kommen die Skulpturen von ganzem Herzen?
Ja, immer! Das ist mir immer eine Herzensangelegenheit, wenn ich selber frei daran arbeite.
Als Künstler ist es schon so, dass es immer eine Herzensangelegenheit, eine sehr leidenschaftliche Arbeitsweise ist.
Wie kommen Sie auf die Idee für eine Skulptur?
Manchmal ist es der Stein der mich inspiriert und manchmal ist es auch, dass ich eine Vorstellung habe und ich dann einen Stein dafür suche.
In diesem Jahr findet die Triennale schon zum vierten Mal statt. Wo kommen die Steine her und was sind es für Steine?
Die Steine sind alles Findlinge. Sie findet man hier überall in der Landschaft, entlang der Ostsee. Die Landschaft ist gebildet durch die letzte Eiszeit. Große Gletscher von Skandinavien haben das Material mitgebracht. Sie haben das hier hinterlassen als sie abgeschmolzen sind. Wir bekommen die Steine von der Firma Gollan, das ist einer der Hauptsponsoren. Die Firma betreibt Kiesgruben und hat große Baustellen. Dort werden die Steine ausgegraben. Für die Triennale suchen wir natürlich große Steine. Ich suche die Steine auf den Halden aus und dann werden die hierhergebracht.
Welche die Künstlerinnen und Künstler werden eingeladen?
Alle Künstlerinnen und Künstler kenne ich schon. Irgendwo in der Welt habe ich mit ihnen schon zusammengearbeitet. Dem Organisationsteam stelle ich dann eine Liste zusammen, von Künstler*innen die ich gerne einladen würde. Ich überlege auch, ob die Künstler*innen gut zusammenpassen.
Welche Künstlerinnen und Künstler sind in diesem Jahr dabei?
Außer mir sind fünf weitere hier, Francesca Bernardini aus Italien, Julie Glasby aus Kanada, Thomas Reiferscheid aus Köln, Thomas Kadziola aus Dänemark und Ian Newbery aus Schweden.
Vielen Dank für das Gespräch!


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