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Alexander Baltz

Grömitz plant Mitarbeiter-Wohnraum

Gemeindeeigener Wohnungsbau in der Grömitzer Trift (Richtfest im November 2022) als Vorbild für die neuen Pläne.

Gemeindeeigener Wohnungsbau in der Grömitzer Trift (Richtfest im November 2022) als Vorbild für die neuen Pläne.

Grömitz. Es könnte eine wegweisende Idee für den Kreis Ostholstein und sogar für das ganze Bundesland Schleswig-Holstein werden: Auf Initiative von Gemeinde, Tourismus-Service, Dehoga und Gewerbeverein soll in Grömitz neuer Wohnraum exklusiv für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vor Ort ansässigen Gewerbetreibenden geschaffen werden. Diese Idee präsentierten am vergangenen Donnerstag Bürgermeister Sebastian Rieke und Tourismuschef Manfred Wohnrade im Rathaus. Nach dem Motto: „Fachkräfte finden, Fachkräfte binden“ sollen nun die Planungen für ein neues Quartier im genossenschaftlichen Modell weiter vorangetrieben werden. Eine Studie zu dem Thema wird vom Land Schleswig-Holstein gefördert. Auch die Baumaßnahmen selbst würden aus Kiel Zuschüsse erhalten.

Das Konzept ist einfach: Gewerbebetriebe, Dehoga und Gewerbeverein schließen sich zu einer Genossenschaft zusammen und erhalten dadurch Belegungsrechte für die Wohnungen mit ihren Mitarbeitenden. Das Wohnrecht ist also an den Arbeitsvertrag gekoppelt. Bürgermeister Sebastian Rieke wünscht sich zudem eine Beteiligung der Gemeinde an der Genossenschaft. „Zunächst möchten wir aber erfahren, was eigentlich genau benötigt wird. Konkret geht es um die Anzahl der Wohnungen und ihre Größe“, erklärt Sebastian Rieke. Dafür sind in der Gemeinde alle 948 Gewerbetreibende persönlich angeschrieben worden. Im Rathaus hofft man nun auf eine rege Beteiligung der Betriebe und auf eine Rückgabe der ausgefüllten Formulare bis zum 15. April. Mögliche Flächen für den neuen Wohnraum habe man schon im Auge, so der Bürgermeister weiter. Konkret werde es aber erst, wenn der exakte Bedarf ermittelt ist. Auch Azubi-Wohnen lasse sich übrigens in Form von Wohngemeinschaften günstig realisieren.

Das genossenschaftliche Wohnmodell eigne sich zudem hervorragend, weil dabei das „Wir-Gefühl“ gestärkt werde. So sei es auch zukünftig einfacher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, wenn neben einem spannenden Job auch eine bezahlbare Wohnung für die ganze Familie angeboten werden kann. Jedes zukünftige Mitglied der Genossenschaft zahlt für den von ihm benötigten Wohnraum einen Baukostenzuschuss. Der Rest soll von der Genossenschaft und aus Fördermitteln der KfW und des Landes Schleswig-Holstein finanziert werden.

Der Bedarf an Wohnungen ist groß, wie auch Manfred Wohnrade versichert: „Wohnraum ist und bleibt das zentrale Thema in Grömitz. Wichtig ist, sich in einer Gemeinschaft wohlzufühlen und gerne hier zu leben. Ich gehe von einem Bedarf von mehreren hundert Wohnungen aus, vielleicht 300 oder 400.“ Und einen weiteren Vorteil habe es, Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen, betonte der Bürgermeister abschließend: „Durch den Zuzug von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern samt ihren Familien wächst der Ort weiter und man kann der Überalterung entgegen wirken.“ (ab)


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