Marlies Henke

Große Suchaktion nach vermisstem Kiter

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Pelzerhaken. Für eine mehrstündige Suche, ein großes Aufgebot an Rettungskräften und viel Aufregung haben am vergangenen Sonntag gleich zwei Seenotfälle auf der Ostsee gesorgt. Ein Kiter konnte gerettet werden, ein weiterer hatte es alleine an Land geschafft.
 
Gegen 12.30 Uhr ging der Notruf ein, dass zwischen Pelzerhaken und Neustadt eine Person im Wasser treibe. Daraufhin wurde das in Neustadt stationierte Seenotrettungsboot „Henrich Wuppesahl“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) alarmiert, welches kurze Zeit später einen Kitesurfer retten konnte. Der Surfer war durch das Treiben im vier Grad kalten Wasser leicht unterkühlt. Wenig später wurde er in Neustadt an den Landrettungsdienst übergeben und zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.
 
Kurz darauf löste ein auf den Wellen treibendes Kite-Segel und ein weiterer vermisster Kiter eine groß angelegte Suche aus, an der die Wasserrettung der Feuerwehren Neustadt und Grömitz, Rettungsdienst, DGzRS, Polizei, Tauchereinheiten aus Eutin und Lübeck sowie ein Hubschrauber der Marine beteiligt waren. „Wir hatten den zuvor geretteten Kiter befragt. Er wollte dem Kiter mit dem gelben Segel zur Hilfe kommen, hatte ihn aber nicht mehr erreicht“, berichtete Stadtwehrführer Alexander Wengelewski von der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt im Gespräch mit dem reporter. „Der Surfer erzählte, er habe noch beobachtet, wie der Kiter Richtung Land geschwommen sei, ihn dann aber aus den Augen verloren.“
 
Die Feuerwehr organisierte dann die landseitige Suche und erkundete den küstennahen Bereich mit zwei Booten aus Neustadt, einem Boot der Feuerwehr Grömitz und den Tauchern. Das DGzRS-Seenotrettungsboot „Henrich Wuppesahl“ lief erneut aus. Zusätzlich wurden der Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“ der DGzRS-Station Grömitz, das Seenotrettungsboot SRB 80 aus Travemünde sowie der Marinehubschrauber hinzugezogen. Nachdem die Feuerwehr das gelbe Kite geborgen hatte, konnte die vermisste Person anhand einer darauf vermerkten Telefonnummer ermittelt werden. Später traf die Polizei den Vermissten zuhause an. (he)
 
Sicher auf See
Für Surfer bietet die DGzRS spezielle Sticker an. Kites und Boards können mit der Telefonnummer des Surfers und der einer weiteren Person beschriften werden. Wird so markiertes Material auf See oder an Land gefunden, kann Kontakt zum Besitzer aufgenommen und leichter ermittelt werden, ob tatsächlich eine Notlage vorliegt. Das spart Zeit und unnötige Suchen. Gefundenes Material lässt sich außerdem schnell zuordnen. Wer sein Material auf Nord- oder Ostsee verloren hat und zurück an Land ist, muss übrigens nicht auf einen Anruf warten. Kurz die Seenotleitung unter Tel. 0421/536870 anrufen und das eigene verlorene Material beschreiben. Die DGzRS führt eine „Lost & Found“-Liste. Die Sticker können unter: www.sicher-auf-see.de bestellt werden. (red)


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