Petra Remshardt

Kirchenkreissynode verkleinert sich auf 66 Mitglieder

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Statt wie bislang 88 Mitglieder sollen dem Gremium, das im kommenden Jahr neu gewählt wird, künftig nur noch 66 Männer und Frauen angehören. Das haben die Synodalen am Montag in Cismar beschlossen.

Statt wie bislang 88 Mitglieder sollen dem Gremium, das im kommenden Jahr neu gewählt wird, künftig nur noch 66 Männer und Frauen angehören. Das haben die Synodalen am Montag in Cismar beschlossen.

Cismar. Es war der Punkt auf der Tagesordnung, der am Montag auf der Synode des Kirchenkreises Ostholstein im Klosterkrug Cismar am leidenschaftlichsten und ausführlichsten diskutiert wurde: Sollte die Zahl der Synodalen von 88 auf 66 reduziert werden? Präses Dr. Wendt hatte einen entsprechenden Vorschlag vorgestellt. Sein Argument: „Wir erhoffen uns davon, dass wir in einem kleineren Gremium effektiver arbeiten können.“ Die Bedenken einiger Synodaler, dass kleinere Gemeinden benachteiligt oder gar nicht mehr in der Synode vertreten sein könnten, verstehe er, dieses Risiko bestehe aber ebenso bei einer Größe von 88 Mitgliedern, sagte Wendt und konnte schließlich eine deutliche Mehrheit für den Weg mit 66 Synodalen gewinnen. Die Synodalen einigten sich zudem auf die Bildung von sechs Wahlkreisen. Auch beim Wahlverfahren gibt es Änderungen: Unter anderem kann jedes Gemeindeglied künftig für einen Sitz in der Kirchenkreissynode kandidieren. Vorher hatten lediglich die Kirchengemeinderäte Mitglieder aus ihrem Gremium vorgeschlagen. Bei der Auszählung kommt ein „Stimmwert-Verfahren“ zum Zuge, sodass die Stimmen aus größeren Gemeinden stärker gewichtet werden als die aus kleineren Gemeinden.
 
Weniger Diskussionsstoff bot der Beschluss, zum kommenden Jahr eine Pfarrstelle für Tourismus einzurichten. Der Kirchenkreis reagiert damit auf die große Nachfrage der Urlauber nach Gottesdiensten an der Ostsee sowie Trauungen oder Taufen am Strand. „Wir wollen unseren Schwerpunkt verstärkt im Tourismus setzen“, sagte Dr. Peter Wendt, Präses der Synode. Die erfolgreiche Teilnahme an der Landesgartenschau in Eutin mit gut besuchten Veranstaltungen im „Garten am frischen Wasser“ motiviere, weiterzumachen und die Angebote für Gäste weiter auszubauen. Eine Aufgabe der Tourismus-Pfarrstelle sei die Entlastung und Unterstützung der Gemeinden bei Amtshandlungen in den Urlaubsorten in den Sommermonaten, erläuterte Propst Dirk Süssenbach. Hinzukomme die in diesem Bereich nötige Koordinierungs- und Vernetzungsarbeit sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Die Stelle wird voraussichtlich aus dem Tourismusfonds der Nordkirche gefördert und soll schnellstmöglich ausgeschrieben und besetzt werden. Sie ist zeitlich befristet auf acht Jahre.
 
Große Zustimmung erhielt auch der Vorschlag des Bauplanungsausschusses, neue Baurichtlinien zu erlassen, die es den Kirchengemeinden im Zusammenhang mit dem Klimaschutzgesetz der Nordkirche ermöglichen, Anträge auf zusätzliche Bezuschussung bei energetischen Sanierungsvorhaben zu stellen. „Wir wollen die Kirchengemeinden dabei deutlich unterstützen“, sagte Propst Dirk Süssenbach. Die neue Baurichtlinie sieht vor, dass die Kirchengemeinden Zuschüsse zwischen 20 Prozent und – in Einzelfällen – sogar bis zu 55 Prozent vom Kirchenkreis erhalten können. 2,5 Millionen Euro stehen hierfür in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung, 800 000 Euro sind im Haushalt 2017 für Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie Klimaschutz eingestellt.
 
Der Haushaltsplan 2017 wurde einstimmig beschlossen. Das Kirchensteueraufkommen sei gestiegen, berichtete Verwaltungsleiter Werner Koglin. „Wir sind dankbar für eine solide Haushaltssituation und konnten die Steuerzuweisungen an die Gemeinden um über 100000 Euro erhöhen.“ Auch die Zuwendungen für die Jugendarbeit in den Gemeinden werde um mehr als 100 Prozent erhöht – von 14 000 auf 30 000 Euro. „Das ist eine große finanzielle Entlastung für die Gemeinden“, betonte Koglin. Ebenfalls im Haushalt 2017 eingestellt sind insgesamt 80 000 Euro für das Reformationsjubiläum. Damit sollen neben vielen Aktionen in den Gemeinden der Ermutigungs- und Fortbildungstag für die neuen Kirchengemeinderäte am 11. März, das Programm rund um den Besuch des Nordkirchenschiffs in Neustadt vom 5. bis 7. Juli sowie die Nacht der Kirchen vom 30. Auf den 31. Oktober in Oldenburg und Eutin finanziert werden.
 
Weitere Punkte auf der Tagesordnung waren der Abschlussbericht von LGS-Pastorin Claudia Süssenbach zur Beteiligung an der Landesgartenschau in Eutin, der Beschluss über die Einführung der Doppik im Kirchenkreis und den Gemeinden sowie Anträge des Mitarbeiterkonvents auf die Einrichtung eines einheitlichen Tarifrechts der Nordkirche und des Kindertagesstättenkonvents auf Satzungsänderungen. (red)


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