Petra Remshardt

Neuer Seenotrettungskreuzer für DGzRS-Station Grömitz auf Kiel gelegt

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Unter den Augen ihres Vaters und Seenotretter Markus Davids (l.) sowie Vormann Guido Förster hält Merle Davids die Bremer Zwei-Euro-Münze für die Fotografen schon einmal an die richtige Stelle, bevor sie sie endgültig in die Aluminiumtasche fallen lässt.

Unter den Augen ihres Vaters und Seenotretter Markus Davids (l.) sowie Vormann Guido Förster hält Merle Davids die Bremer Zwei-Euro-Münze für die Fotografen schon einmal an die richtige Stelle, bevor sie sie endgültig in die Aluminiumtasche fallen lässt.

Grömitz. Merle Davids hält ein kleines Stück Metall mit großer Bedeutung für die Seenotretter in der Hand: Es ist eine Bremer Zwei-Euro-Münze, die die 19-Jährige als Glücksbringer in den Rumpf des jüngsten Seenotrettungskreuzer-Neubaus der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einlegt. Die traditionelle Kiellegung ist für sie etwas ganz Besonderes: Auf dem für die Station Grömitz bestimmten Spezialschiff wird ihr Vater Markus im Einsatz sein - bei jedem Wetter. Und sie selbst sammelt dafür Spenden.
„Als Papa noch Fischer gewesen ist, war er einmal auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen. Was die DGzRS macht und wie sie es macht, unabhängig und nur mit Spenden, das finde ich richtig gut“, sagt die Auszubildende zur Industriekauffrau. Merle Davids und auch ihre Mutter Christine stärken Vater und Ehemann Markus Davids nicht nur ideell den Rücken: „Ich habe am Tag der Seenotretter geholfen, mich bei Vorführungen retten lassen und begonnen, neue Förderer zu gewinnen“, berichtet die Maasholmerin. Sie und ihre Mutter sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Seenotretter an Land.
Als Merle Davids gefragt wurde, ob sie den neuen Seenotrettungskreuzer ihres Vaters auf Kiel legt, brauchte sie nicht lange zu überlegen. Denn schließlich soll die am Kollisionsschott eingelegte Münze nicht nur den Schiffbauern, sondern auch der künftigen Besatzung um ihren Vater Glück verheißen. Das Geldstück mit Bremer Rathaus und Roland wird in den rund 30 Dienstjahren des Spezialschiffes jeden Einsatz mitfahren.
Apropos Geld: Finanziert wird der neue Seenotrettungskreuzer mit der internen Bezeichnung SK 41 überwiegend aus einer Erbschaft. „Zuwendungen aus Nachlässen sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der Finanzierung der Seenotretter und ein sehr großer Vertrauensbeweis“, sagte DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler bei der Kiellegung auf der Werft Fr. Fassmer in Bardenfleth an der Unterweser. „Wer seine Hochachtung vor der Selbstlosigkeit, dem Mut und der gleichzeitigen Bescheidenheit unserer Besatzungen in seinem Letzten Willen Ausdruck verleiht, dem gebührt unser ganz besonderer Dank“, sagte Stadeler.
 
Neubau ersetzt den Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“
Die inzwischen fünfte Rettungseinheit der 28-Meter-Klasse soll im Rahmen der notwendigen ständigen Modernisierung der Rettungsflotte auf der Station Grömitz die „Hans Hackmack“ ablösen. Diese wiederum soll künftig ohne feste Station immer dort zum Einsatz kommen, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, zum Beispiel während turnusgemäßer Generalüberholungen.
Die Eckdaten des neuen Seenotrettungskreuzers
Länge über alles: 27,90 Meter, Breite über alles: 6,20 Meter, Tiefgang: 1,95 Meter, Geschwindigkeit: 24 Knoten (circa 45 Stundenkilometer), Besatzung: 9/4 Personen (Stamm/Einsatz). (red)


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