Alexander Baltz

Mit Video: Sozialer Wohnungsbau steht für Bürgermeister-Kandidaten an erster Stelle

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Strandhalle wurde zur Wahlkampf-Arena

 

Grömitz. Seit 1994 werden die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den Kommunen direkt gewählt. Um so wichtiger ist es für die Kandidaten, sich der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Dafür sorgte am vergangenen Donnerstag die Gemeinde Grömitz mit einer Vorstellungsrunde der Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl am 26. Februar (der reporter berichtete). Hendrik Wozniak (CDU) und Sebastain Rieke (FWV) durften sich hierfür zunächst je rund 10 Minuten selbst vorstellen, um sich danach konkreten Fragen durch Moderator und Bürgermeister a.D. Klaus Tscheuschner zu stellen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Fragen aus dem Publikum.

 

 

Viele Gemeinsamkeiten

Nach Auslosung startete Hendrik Wozniak mit seiner Vorstellung und betonte dabei, dass sich die touristische Wirtschaft der Gemeinde nachhaltig weiterentwickeln müsse, um Grömitz zukunftssicher und lebenswert zu erhalten. Nach nur 5:27 Minuten war er bereits fertig. Auch Sebastian Rieke will die Weichen für die Zukunft der Gemeinde stellen - für ihn sei dabei eine offene und bürgernahe Verwaltung wichtig, ebenso wie die Förderung und Lenkung des Tourismus. In 9:33 Minuten brachte er deutlich mehr Themen unter, die ihm wichtig sind, darunter auch der Wunsch, dass die Gemeinde selbst zum Energieerzeuger werden solle und die Wünsche von Kindern und Jugendlichen mehr berücksichtigt werden.

 

 

Die Aufregung war beiden Kandidaten kaum anzumerken, beide konnten ihre Vorstellungen selbstsicher und mit guten Argumenten dem Publikum vermitteln. In den folgenden Interviews durch Klaus Tscheuschner wurde zudem deutlich, dass Sebastian Rieke und Hendrik Wozniak in ihren Zielen nicht weit auseinander liegen, sondern lediglich unterschiedliche Herangehensweisen haben. Beide wollen den Tourismus gezielter steuern und die Nebensaison beleben. „Im Winter sind die Restaurants fast alle zu. Hier gilt es, Angebote zu schaffen“, so Rieke. „Hotelbetten bringen Gäste, Angebot schafft Nachfrage. So kann die Nebensaison gestärkt werden“, betonte auch Wozniak. Beide Kandidaten sind pro Hotelneubau am Yachthafen und sprachen sich auch für weitere Hotels anstelle von weiteren Ferienwohnungen aus.

 

 

Auch bei Fragen um die Verkehrssituation waren sich beide weitgehend einig: Hier schlug Sebastian Rieke die Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes durch Spezialisten vor. Hendrik Wozniak ging ins Detail und möchte den Suchverkehr eindämmen, den Anlieferverkehr neu regeln und 30er-Zonen einrichten.

 

 

Wichtigste Aufgabe scheint für beide Kandidaten der soziale Wohnungsbau und damit die Schaffung preiswerten Wohnraums zu sein. Sebastian Rieke bezeichnete die Überalterung in der Gemeinde als ein „Riesenproblem“, man müsse durch günstigen Wohnraum unbedingt Arbeitskräfte mit ihren Familien anlocken. Hendrik Wozniak ist es neben dem Wohnraum auch wichtig, die „Familien dauerhaft am Ort zu halten und auch weggezogene Familien zurück zu gewinnen, zum Beispiel durch längere Kita-Betreuungszeiten.“

 

 

Und noch etwas haben die beiden Kontrahenten gemeinsam: beide kommen nicht aus der Verwaltung, sondern aus der freien Wirtschaft, was für interne Vorgänge und rechtliche Abläufe vielleicht ein Nachteil sein könnte, wie Klaus Tscheuschner anmerkte. Durch gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Grömitz sei das allerdings aufzufangen, waren sich Rieke und Wozniak einig. (ab)


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