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Tiny Houses für Ukraine-Flüchtlinge

Neustadt-Pelzerhaken. Am gestrigen Freitagvormittag informierte Bürgermeister Mirko Spieckermann gemeinsam mit Markus Lampka vom Bauamt und Andreas Schneider vom Ordnungsamt darüber, dass die Stadt Neustadt in Pelzerhaken weiteren Wohnraum für die Ukraine-Flüchtlinge zur Verfügung stellen wird.
 
„Wir alle kennen die schrecklichen Bilder aus Kiew und Butscha und auch hier bei uns in Neustadt sind seit Ende März schon einige Flüchtlinge aus der Ukraine eingetroffen“, sagte der Bürgermeister. Dabei wolle die Stadt nach Möglichkeit auf die Unterbringung der Menschen in Großunterkünften verzichten und vielmehr die Geflüchteten im Neustädter Stadtgebiet angemessen und gastfreundlich unterbringen. Zwar gebe es einige Wohnungsangebote aus der Bevölkerung, berichtete Andreas Schneider vom Ordnungsamt, bei diesen handele es sich aber häufig um Ferienwohnungen oder einzelne Räume im eigenen Familienheim, die nur sehr begrenzt genutzt werden könnten. „Im Kern zeigt sich, dass nur ein sehr geringer Teil der angebotenen Wohnungen für uns brauchbar sind“, so Schneider.
 
Ein weiteres Problem sei, dass anders als beispielsweise im Jahr 2015, die Geflüchteten wegen der aktuellen dramatischen Lage häufig ohne großen zeitlichen Vorlauf mit einer Direktzuweisung vom Land oder Kreis in Neustadt ankommen und angemessen untergebracht werden müssen.
 
„Keiner weiß, was auf unsere Stadt zukommt, wir möchten aber vorbereitet sein“, so Mirko Spieckermann.
 
Der mit dem Hauptausschuss abgestimmte Plan besteht nun darin, in einem ersten Schritt acht bis zehn Tiny Houses zu bestellen, die bezugsfertig ab August geliefert werden sollen. Standort dieser Häuser wird die Fläche an der Ecke Wiesenstraße/Zum Leuchtturm in Pelzerhaken. „Wir wollten ausdrücklich keine Containerlösung, sondern haben uns für diese Häuser aus Massivholz entschieden. Sie entsprechen mehr einem Zuhause und fügen sich mit ihrem Ferienhauscharakter gut in das Ortsbild von Pelzerhaken ein. Gleichzeitig ist uns aber auch bewusst, dass diese Unterkünfte nur eine Übergangslösung sind. Sobald die Häuser nicht mehr benötigt werden, besteht die Möglichkeit, diese wieder zu veräußern“, erklärte der Verwaltungschef.
 
„Die kleinen Mikrohäuser bieten auf einer Grundfläche von fast 22 Quadratmetern (Wohnfläche circa 25 Quadratmeter) ausreichend Platz für zwei Personen. Die Häuser sind komplett ausgestattet mit kleiner Küche und Dusch-WC und können ganzjährig bewohnt werden“, erläuterte Markus Lampka vom Bauamt. Zunächst seien acht bis zehn Häuser geplant. Je nach Bedarf biete das Grundstück aber auch noch Platz für beispielsweise vier weitere, etwas größere Häuser mit einer Grundfläche von 30 Quadratmetern und Platz für 3 bis 4 Personen. Die Kosten für die ersten acht Häuser belaufen sich auf 500.000 Euro.
 
„Neustadt ist nicht umsonst eine Europastadt und als Ort der Vielfalt ausgezeichnet worden. Ich appelliere an alle, dass wir uns wie immer als gastfreundliche und hilfsbereite Stadt zeigen, damit sich die Geflüchteten bei uns sicher und zuhause fühlen können“, sagte Mirko Spieckermann. "Niemand weiß, wie sich die Lage entwickelt und so sind wir an dieser Stelle gefordert, zusammenzuhalten und uns solidarisch zu zeigen“, bekräftigte er. (gm)
 
Stadt sucht nach wie vor Unterkünfte:
Derzeit befinden sich 32 Geflüchtete aus der Ukraine in Neustadt, die Zuweisungsquote liegt derzeit bei insgesamt 237 Personen. Wer der Stadt geeigneten Wohnraum anbieten möchte, der idealerweise längerfristig zur Anmietung zur Verfügung steht, wird gebeten, sich bei Christina Behnke unter Tel. 04561/619-407 oder cbehnke@stadt-neustadt.de zu melden.


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