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Marlies Henke

Von grünen Daumen und einer gewachsenen Gemeinschaft – Aktion „Offener Garten“ feierte 20-jähriges Bestehen mit Ministerpräsident

Hermannshof. Am 15. und 16. Juni lockt im Rahmen der Aktion „Offener Garten“ wieder manch grüne Privatoase zum regelrechten Reinschnuppern ein. Mehr als 250 Gartenbesitzer in Schleswig-Holstein öffnen an dem Wochenende ihre Gärten für Besucher.
 
Von Anfang an dabei als Initiatoren und Gastgeber sind Ljiljana und Karl-Heinz Ehler in Hermannshof. Hier trafen sich am vergangenen Samstag zahlreiche Teilnehmer zu einer internen Auftaktveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Aktion „Offener Garten“ in Schleswig-Holstein und Hamburg. Unter den Gästen: Ministerpräsident Daniel Günther. Er lobte insbesondere das ehrenamtliche Engagement und den Mut der Initiatoren, die diese landesweite Aktion seit 2010 erfolgreich organisieren: „Wenn sich in zwei Wochen 250 Gärten in ihrer ganzen Schönheit präsentieren und viele Menschen diese Schönheit entdecken, können Sie alle sehr stolz darauf sein“, sagte Daniel Günther.
 
Gastgeberin Ljiljana Ehler berichtete von den Anfängen der Aktion: „Vor 20 Jahren haben wir mit 20 Gärten begonnen, im Jahr darauf waren es schon 70, mittlerweile hat es sich auf 250 Gärten eingependelt und die vielen Termine werden von den Besuchern sehr gut wahrgenommen.“ In den Jahren habe es gute Zeiten gegeben und auch schwierige, in denen das Organisationsteam nur aus zwei Frauen bestanden hätte. Ans Aufhören habe sie aber niemals gedacht: „Das Gärtnern und der ‚Offene Garten‘ sind ein Teil meines Lebens geworden“, betonte Ljiljana Ehler. Man bekäme viel zurück durch den fachlichen Austausch und die Freude über Ratschläge oder Ableger. Und schließlich würde man dafür sorgen, dass viele Pflanzen wieder bekannter werden und damit auch die Gartenkultur in Schleswig-Holstein fördern.
 
Seit 1996 sind die Ehlers die Pächter des idyllisch gelegenen Resthofes in der Gemeinde Schashagen. „Damals gab es hier nur Landwirtschaft und überhaupt keinen Garten. Ich bin vorne angefangen und habe mich stückweise bis nach hinten durchgearbeitet, insgesamt waren das 6.500 Quadratmeter“, erzählt Ljiljana Ehler im Gespräch mit dem reporter. Manchmal würde sie sich aber durchaus fragen, warum sie das alles mache. „Man rackert sich ab, ist abends kaputt und kann nicht mehr, dann kommt der Sturm, dann kommt die Trockenheit – aber wenn wir im Winter durch den Garten gehen und die erste Blüte entdecken, dann macht uns das glücklich, dann ist dieses ganze Jahr Arbeit vergessen“, so Ljiljana Ehler.
 
Dr. Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens Kiel, der ebenfalls zu den teilnehmenden Gärten zählt, bestätigte diese Erfahrung. „Ein Garten ist ein großer Erlebnisraum und ein Refugium für uns selbst, in dem wir uns erden können und das wir selbst gestalten können. Zugleich ist der Garten ein Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten.“ Bei der Aktion „Offener Garten“ könnten die Besucher und Teilnehmer Inspiration und Anregung bekommen bis hin zu Austausch auf höchstem Niveau.
 
Mit Fachsimpelei, Klönschnack, Kaffee, Kuchen und beschwingten Tönen von „Marxdorf & Co.“ klang der offizielle Teil der Veranstaltung am Samstag dann aus. Laut Dr. Nickol ein Musterbeispiel: „Garten, das sind Blumen, das ist Musik, das ist Gemeinschaft, das ist essen und trinken – und schon haben wir hier heute den Inbegriff eines Gartens!“
 
Teilnehmende Gärten aus dem Leserkreis des reporters Neustadt am 15. und 16. Juni:
Ljiljana und Karl-Heinz Ehler, Lindenweg 4 in Hermannshof (11 bis 18 Uhr); Susanne und Rüdiger Nittritz, Talstraße 12 in Gömnitz (10 bis 18 Uhr); Ilka Mahro, Pelzerhakener Straße 33a in Pelzerhaken (10 bis 18 Uhr); Ostsee Bibelgarten, Timpenbarg 7 in Pelzerhaken (11 bis 17 Uhr); Beate Ruge, Kirchweg 10 in Kellenhusen (10 bis 18 Uhr). Überregional können ambitionierte Hobbyfotografen und Gartenfans zudem an einem Fotowettbewerb teilnehmen. Infos dazu gibt es unter www.offenergarten.de. (he)


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