Alexander Baltz

„Wachsendem Rassismus entgegenstellen“ Abschlussveranstaltung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

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Neustadt. Abschlussveranstaltung des Bundesprogramms „Demokratie leben“ am vergangenen Donnerstagabend in der Buchhandlung „Buchstabe“ Hochtorstraße mit Besuch einer beeindruckenden Persönlichkeit: Jennifer Teege, die Enkelin von KZ-Kommandant Amon Göth war gekommen, um aus ihrem Buch „Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen“ vorzulesen. Amon Göth, vielen erst bekannt durch den Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg, wurde auch „der Schlächter von Plaszow“ genannt, weil er in dem Lager in Polen unter anderem grausame und willkürliche Exekutionen eigenhändig durchführte. Von ihrer Verwandtschaft zu Göth erfuhr Jennifer Teege erst 2008 durch einen Zufall - seitdem ist sie unterwegs, um ihre Geschichte aufzuarbeiten und anderen zu berichten.
 

„Über das Bundesprogramm sind wir an Jennifer Teege herangetreten und waren sehr glücklich, dass sie sofort zugesagt hat“, berichtete Danny Seidel, Leiter der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“. Der Jugendcoach warnte in der Begrüßung der Gäste vor wachsendem Rassismus und Judenfeindlichkeit in der Gesellschaft, der man sich entgegenstellen müsse. Gleichzeitig freute er sich ganz besonders darüber, dass ein neuer Förderbescheid eingetroffen ist und das Bundesprogramm damit für die nächsten fünf Jahre erhalten bleibt. Damit stehen wieder rund 100.000 Euro pro Jahr für zukünftige Projekte zur Verfügung unter einem neuen Namen: Aus „Demokratie leben - Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ wird ab 2020 „Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen“.
 
In den vergangenen fünf Jahren konnten mit einer halben Million Euro ganze 82 Projekte gefördert werden. Für Bürgervorsteher Sönke Sela gut investiertes Geld: „Die Entscheidung war und ist wichtiger denn je, dieses Projekt ins Leben gerufen zu haben. Es ist kaum zu glauben, wie sich die Welt in den vergangenen Jahren geändert hat, die von unzähligen Unruhen geprägt ist. Wir müssen unserer Jugend demokratische Werte und Toleranz vermitteln.“ Neustadt sei dem europäischen Gedanken verpflichtet. Beatrix Spiegel, 2. Vorsitzende des Kinder- und Jugendnetzwerks, bedankte sich bei Kinder- und Jugendberater Andreas Adler, die Initiative nach Neustadt geholt zu haben. Das Projekt müsse weitergehen, denn auch in Neustadt sei man noch lange nicht am Ziel angekommen. (ab)


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