Kristina Kolbe

Richtig inhalieren: Tipps und Wissenswertes

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Verstopfte Nase? Halsschmerzen? Abhilfe kann das Inhalieren von Wasserdampf schaffen. Was gilt es zu beachten?

Verstopfte Nase? Halsschmerzen? Abhilfe kann das Inhalieren von Wasserdampf schaffen. Was gilt es zu beachten?

Foto: Kristina Kolbe

Neustadt in Holstein. Verstopfte Nase? Halsschmerzen? Abhilfe kann das Inhalieren von Wasserdampf schaffen. Was gilt es zu beachten?
 
Inhalieren bei Erkältung: So geht es richtig! 
 
Die Nase verstopft, der Hals kratzig - und nun? Die Beschwerden einer Erkältung sind oftmals lästig und wollen von Betroffenen rasch gelindert werden. Eine schonende Alternative zu Medikamenten ist das Inhalieren von heißem Wasserdampf. Damit die Dämpfe bei Schnupfen und Husten allerdings richtig wirken können, gilt es einige Tipps zu beachten.
 
Wann ist Inhalieren sinnvoll?
 
Vor allem im Rahmen akuter Atemwegserkrankungen gilt das Einatmen von Wasserdampf als bewährtes Hausmittel. Denn richtiges Inhalieren bietet Erkältungsgeplagten die Möglichkeit, die Schleimhaut abzuschwellen, festsitzenden Schleim und Verkrustungen in den oberen Atemwegen sanft zu lösen sowie die ausgetrockneten Schleimhäute zu befeuchten. Deshalb ist das Inhalieren insbesondere zur Linderung von Schnupfen gefragt - bei verstopfter Nase ermöglicht der Wasserdampf wieder freies Durchatmen. Aber auch weitere Erkältungssymptome wie Heiserkeit sowie Husten und andere Atemwegserkrankungen, beispielsweise Bronchitis (Entzündung der unteren Atemwege) oder Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), profitieren vom Inhalieren.
 
 Doch nicht nur gegen einen akuten Infekt kann heißer Wasserdampf helfen. Wer regelmäßig inhaliert, hält die Schleimhäute der Atemwege - allen voran die der Nase - feucht und sorgt dafür, dass sich Krankheitserreger dort schwerer ansiedeln können. So ist es möglich, Erkältungskrankheiten vorzubeugen.
 
Ursachen, Symptome und Behandlungswege bei Schnupfen und Co.? Alles zu Erkältungskrankheiten lesen.
 
Tipps zum richtigen Inhalieren
 
Wer bei einer Erkältung Inhalieren möchte, kann ganz klassisch auf eine Schüssel und ein Handtuch zurückzugreifen. Hierfür wird heißes Wasser erhitzt und anschließend in eine Schüssel oder einen Topf gefüllt. Betroffene beugen sich darüber und legen das Handtuch so über den Kopf, dass der Dampf nicht entweichen kann - es entsteht eine Art Mini-Sauna. Allerdings sollte man sich nicht zu tief darüber beugen, da Verbrühungsgefahr durch die heißen Dämpfe besteht, sondern lieber einen Abstand von etwa zwei Handbreit zum Wasser einhalten. Auch ist es ratsam, die Augen während des Vorgangs zu schließen, um sie nicht zu reizen.
 
Für richtiges Inhalieren atmen Betroffene die heißen Wasserdämpfe tief durch den Mund ein und die Nase aus. So kann verhindert werden, dass die Nasenschleimhaut beim Einatmen des Dampfes anschwillt und der Schleim in die Bronchien gelangt. Nach rund 10 bis 20 Minuten sollte Schluss sein. Es empfiehlt sich, über den Tag verteilt häufiger zu inhalieren: Als Richtwert gelten zwei bis drei Durchgänge.
 
Weitere Arten des Inhalierens
 
Neben der klassischen Variante (Schüssel und Handtuch) gibt es auch spezielle Inhaliergeräte aus der Apotheke, in die das heiße Wasser gefüllt wird. Mithilfe eines Mund-Nasen-Aufsatz wird der Dampf inhaliert. Alternativ sind elektrische Inhalatoren erhältlich, die dank eines Kompressors das Wasser fein vernebeln. Zu beachten ist, Vernebler und Mundstück nach jeder Anwendung gründlich und regelmäßig zu reinigen, damit sich keine Keime bilden.
 
Inhalieren mit Zusatz: Salzwasser, Kräuter und Co.
 
Wer möchte, mengt dem heißen Wasser eine isotonische Kochsalzlösung bei. Das Inhalieren mit Salzwasser befeuchtet die Atemwege und löst festsitzenden Schleim. Für die Herstellung der Kochsalzlösung kommen auf einen Liter heißes Wasser 2 Teelöffel Salz (unbehandeltes Salz, Meersalz oder spezielles Inhalationssalz).
 
Alternativ bieten sich pflanzliche Wirkstoffe zum Inhalieren bei Erkältung an: Beispielsweise trägt Kamille zum Abschwellen der Schleimhäute bei, während Salbei und auch Pfefferminze für eine schleimlösende Wirkung sorgen. Dabei ist es möglich, entweder einen Aufguss aus getrockneten Blüten und Blättern (zum Beispiel in Form von Teebeuteln) zu verwenden. Oder man gibt ein paar Tropfen ätherischen Öls, die dank ihrer konzentrierten Form intensiver sind, in das Wasser.
 
Für wen ist Inhalieren nicht geeignet?
 
Generell ist Inhalieren bei Erkältung ein bewährtes Hausmittel, das sich für die meisten anbietet, um Husten, Schnupfen und Co. zu lindern. Ausnahmen gibt es dennoch, vor allem bei der Verwendung von ätherischen Ölen. So sollten Allergiker auf jeden Fall auf pflanzliche Zusatzstoffe wie Kamille verzichten, da diese eine allergische Reaktion hervorrufen können. Auch bei Kindern ist Vorsicht geboten, denn die ätherischen Öle können deren Atemwege reizen und im schlimmsten Fall Atemnot provozieren. Vorab sollten Eltern daher den Kinderarzt um Rat fragen.
 
Asthmatiker sowie Patienten mit COPD (dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung) sollten vor dem Inhalieren ebenfalls Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Denn nicht jede Inhalationstechnik ist für Asthmatiker und COPD-Patienten geeignet.


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