

Neustadt in Holstein. Schon bei der allerersten Veranstaltung der Kinderuni vor 20 Jahren ging es um Vulkane. Zum 20. Geburtstag stand nun wieder das Thema Feuer im Mittelpunkt: „Warum leuchtet der Himmel bunt?“ lautete der Titel der Geburtstagsvorlesung am Samstag in der Jacob-Lienau-Schule.
Die Antwort darauf hatte Christian Hartmann von Ostsee-Pyrotechnik mitgebracht. Und der hatte einiges zu erzählen. Seit 27 Jahren beschäftigt er sich mit Pyrotechnik. Mehr als 3.000 Feuerwerke hat er in dieser Zeit veranstaltet, darunter auch „Ostsee in Flammen“ in Grömitz. Viele der Kinder hatten das Riesenfeuerwerk dort schon selbst erlebt. Vor allem aber hatten sie reichlich Fragen: Warum dürfen nur Erwachsene Feuerwerkskörper benutzen? Wie hoch fliegt ein Feuerwerk? Und warum leuchtet es mal rot, mal grün oder in anderen Farben? „Für die Farben sorgen unterschiedliche chemische Verbindungen, die beim Abbrennen Licht in bestimmten Farben erzeugen“, so Hartmann, der den Kindern außerdem erklärte, dass Pyrotechnik längst nicht nur an Silvester eine Rolle spielt. Sie kommt auf Bühnen und bei Filmproduktionen zum Einsatz, dient als Seenotsignal und findet sich sogar in technischen Systemen wie Airbags.
Auch ein Ausflug in die Geschichte durfte nicht fehlen. Schwarzpulver wurde in China erfunden, wo die Menschen es dazu nutzten, um bei ihren Feinden Eindruck zu machen. Von dort verbreitete sich die Technik schließlich nach Europa. Vor rund 200 Jahren wurden beispielsweise am französischen Schloss Versailles aufwendige Feuerwerke veranstaltet.
Bei aller Faszination wies Hartmann aber auch auf die Gefahren hin. Vor allem die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände seien wichtig. Auch die Umweltfolgen beschäftigten die Kinder. Viele Feuerwerkskörper bestünden zu einem großen Teil aus Pappe, ebenso die Abschussvorrichtungen. „Das Material zersetzt sich grundsätzlich gut. Beim Abbrennen entstehen zwar Schadstoffe, diese sind jedoch sehr gering und kaum messbar“, so Hartmann.
Viele Themen konnten die Kinder an einem besonderen Anschauungsstück nachvollziehen: einer Feuerwerksbombe, allerdings in Form eines ungefährlichen Dummys. Diese großen Bomben, wie sie bei professionellen Feuerwerken eingesetzt werden, können bis zu rund 200 Meter hoch fliegen.
Irgendwann blieb es dann nicht mehr bei der Theorie in der Aula. Für den praktischen Teil ging es nach draußen auf den Schulhof, wo die Studenten sehr viel Rauch, kräftige Knaller und eine Funkenfontäne erleben konnten. Passend zum Geburtstag der Kinderuni, die inzwischen 120 Veranstaltungen auf die Beine gestellt hat, leuchtete zum Abschluss noch eine funkelnde „20“ auf.
Auch die nächste Vorlesung steht bereits fest: Am Samstag, 7. November, geht es um die Frage „Wie kam die Milchstraße zu ihren Armen?“ Die Physikstudentin Melina Seidel berichtet über ihre Forschung zu den Spiralarmen unserer Galaxie. Die kostenlose Veranstaltung für Kinder ab dem 2. Schuljahr beginnt um 10.30 Uhr in der Aula der Jacob-Lienau-Schule, Schulstraße 2. (he)




