

Ostholstein. Ob es um touristische Angebote in Eutin oder Malente geht oder um Urlaubsgäste und Einheimische an den Stränden in der Lübecker Bucht und bis rauf nach Fehmarn: Gesa Paschen ist seit vergangenem November die neue Pastorin auf der Pfarrstelle Kirche und Tourismus des Kirchenkreises Ostholstein. Sie folgt auf Katharina Gralla, die zum Ende des Sommers 2024 in die Kanzlei der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs gewechselt war.
„Die Arbeit hat mich schon lange interessiert, ich fand das immer schon sehr reizvoll“, sagt Paschen. Und als im Zuge der Neukonzeptionierung aus einer halben Stelle eine ganze Stelle wurde, war es wie ein Wink des Schicksals: „Ich bin eher zufällig auf die Ausschreibung gestoßen und habe gedacht, so, das ist jetzt meine Chance. Ich hatte total Lust darauf und habe mich einfach beworben“, sagt die 45-jährige gebürtige Neustädterin, die in Kiel und Greifswald Theologie studiert hat. Gesa Paschen war zuletzt seit vielen Jahren Pastorin in der Gemeinde Cleverbrück und - nach der Fusion - in der Gemeinde Schwartau. Die Ostsee, Ostholstein - hier ist ihr Zuhause, immer schon.
„Der Kirchenkreis ist groß. Da muss es ein perspektivisches Arbeiten sein, sonst lässt es sich gar nicht gestalten“, beschreibt sie ihre neue Aufgabe. Das heißt: Sie will nicht allein Ansprechpartnerin für Urlaubsgäste sein, sondern vor allem unterstützend für die Kirchengemeinden wirken, die zwischen Niendorf und Fehmarn und in der ganzen Holsteinischen Schweiz Angebote für Einheimische und speziell auch für Menschen aus anderen Regionen Deutschlands machen. Entsprechend weiter gefasst ist auch die Sommerkirchen-Broschüre, die ab April an touristischen Hotspots und in den Kirchengemeinden erhältlich sein wird. „Es ist der Gedanke, von der Strandpastorin zur Tourismuspastorin zu werden“, sagt Gesa Paschen, wobei sie den zumindest in den Küstenorten etablierten Begriff der Strandpastorin durchaus nicht ablehnt.
Entsprechend will sie auch nicht alles anders machen. Die Jahreslosung von 2025 passt da ganz gut, das Bibelwort: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“ Paschen: „Es ist Teil des Konzepts, gut laufende Angebote weiterzumachen. Und gleichzeitig sollen diese ausstrahlen in andere Teile des Kirchenkreises.“ Ganz sicher werden beispielsweise die „Atempausen am Meer“ bleiben, im Juli und August jeden Donnerstagabend in Niendorf auf der Seebrücke und viermal auch in Haffkrug an der neuen Seebrücke. Neu ist der „Feierabend unter der Federbuche“ im Garten am frischen Wasser in Eutin gemeinsam mit Pröpstin Christine Halisch, der nicht speziell Urlaubsgäste, sondern vor allem Einheimische in den Blick nimmt, die häufig in der Saison selbst keine Ferien machen können. Auch ein neuer Pilgerweg in Malente soll in nächster Zeit noch dazukommen.
Überhaupt sind Pilgerwege beliebte Angebote, die nicht allein auf den Sommer beschränkt sind. Ein „Pilgerweg zum Jahreswechsel mit Impulsen und Wunderkerzensegen am Strand“ schwebt der neuen Tourismuspastorin vor. Gottesdienste außerhalb von Kirchen seien etwas Besonderes, lösten und weckten noch einmal andere Empfindungen und seien vielleicht auch für Menschen interessant, die zu Silvester eher nicht in eine Kirche gehen würden, glaubt sie.
Gemeinsam mit Merle Fromberg, die beim Kirchenkreis ebenfalls als Referentin für Kirche und Tourismus zuständig ist, will Gesa Paschen unterstützend für die Kirchengemeinden wirken. Häufig gäbe es in den Gemeinden gute Ideen, doch für die Umsetzung fehlten dann nicht selten die Kapazitäten. „Wenn sich das mal mit jemandem durchsprechen lässt und ich mich dann vielleicht um ein paar Punkte kümmern kann, ist das ja immer eine Erleichterung“, so die Pastorin.
Die Sommerkirche des Kirchenkreises verspricht auch in der kommenden Saison wieder zahlreiche Veranstaltungen, Gottesdienste und Konzerte. Einzelne finden dabei Eingang in das von der Nordkirche mitfinanzierte Projekt „Dorfkirche mon amour“, das Dorfkirchen als Orte des lebendigen Miteinanders und der Kultur in den Mittelpunkt rücken will. Das ehemalige Benediktinerkloster Cismar ist so ein Ort und wird unter anderem mit einem Erzählabend vertreten sein. Der Erzählkünstler Gerhard Bosche wird dort am 25. Mai um 17 Uhr die Geschichte „Die falsche Reliquie“ erzählen, frei nach dem gleichnamigen Roman von Renata Petry. „Da freue ich mich sehr drauf, aber auch auf unseren Feierabend unter der Federbuche“, sagt Gesa Paschen. Letzterer wird übrigens erstmals am 17. Juni um 17 Uhr stattfinden. Wenn im Mai die Saison beginnt, wird auch Pastorin Paschen zu denjenigen gehören, bei denen Feierabend zu einem sehr dehnbaren Begriff wird. (red)




