

Kasseedorf. Die Pläne für einen Windpark in Kasseedorf sind vorerst vom Tisch. Beim Bürgerentscheid am vergangenen Sonntag haben die Stimmberechtigten der Gemeinde mit deutlicher Mehrheit gegen den geplanten Bau von sieben Windkraftanlagen gestimmt. Damit findet ein monatelanger und teils emotional geführter Streit um die Energiepläne der Gemeinde ein Ende.
Insgesamt beteiligten sich 775 Wahlberechtigte an der Abstimmung. Nach Angaben aus der Gemeinde stimmten 534 Bürger gegen die Windkraftpläne. Damit folgten sie dem Anliegen der Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Herzen der Gemeinde Kasseedorf“, die den Bürgerentscheid mit einem erfolgreichen Bürgerbegehren im Frühjahr auf den Weg gebracht hatte.
Geplant war ein Windpark auf rund 100 Hektar Ackerfläche. Voraussetzung dafür war eine Änderung des Flächennutzungsplans. Genau gegen diesen Beschluss der Gemeinde hatte sich die Bürgerinitiative gewandt. Im Verlauf des Verfahrens kritisierten die Gegner des Projekts unter anderem eine aus ihrer Sicht mangelnde Neutralität der Gemeinde bei den Wahlunterlagen. Auch die von der Gemeinde in Aussicht gestellten finanziellen Erträge des Windparks stellten sie infrage.
Für Kasseedorf hat das Votum allerdings nicht nur eine politische, sondern auch eine finanzielle Dimension. Die Gemeinde ist hoch verschuldet und hatte auf zusätzliche Einnahmen aus dem Windpark gehofft. Bürgermeister Mario Bielarz (CDU) hatte im Vorfeld mit rund 300.000 Euro Einnahmen pro Jahr kalkuliert. Dieses Geld wird nun zunächst nicht fließen.
Damit verschärft sich der finanzielle Druck auf die Gemeinde. Nach Angaben der Verwaltung könnten nun Erhöhungen der Realsteuern notwendig werden, um die Pflichtaufgaben weiterhin finanzieren zu können. Das klare Nein zum Windpark ist für die Gegner damit zwar ein Erfolg, für den Gemeindehaushalt bedeutet es zugleich einen empfindlichen Rückschlag.
Der Bürgerentscheid setzt vorerst einen Schlusspunkt unter die Auseinandersetzung. Wie es mit der Energie- und Finanzpolitik der Gemeinde weitergeht, dürfte Kasseedorf allerdings auch nach dem deutlichen Bürgervotum beschäftigen. (mg)




