

Neustadt in Holstein. Im Zeittor erfährt man viel über die Geschichte und Vergangenheit Neustadts. Aber wie hat es hier früher ausgesehen? Antworten darauf gibt es künftig in der Fotothek des Museums. Sie ist seit dem 16. April dienstags und donnerstags zwischen 10.30 Uhr und 14 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Jede und jeder ist willkommen, in den alten Bildern nach Ansichten alter Häuser oder Straßenzüge zu stöbern.
Dieses Projekt hat der Neustädter Fotoarchivar Thomas Schwarz initiiert und durchgeführt. Seit Juni 2025 arbeitet er in städtischen Diensten daran, historische Fotos und Bilder von Neustadt aus dem Stadtarchiv und dem Zeittor in der Fotothek zusammenzuführen, zu ordnen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei handelt es sich um rund 13.000 Bilder aus allen Themenbereichen, wie zum Beispiel alte Stadtansichten, Schulfotos, Kindergartenfotos, Ansichten vom Vogelschießen von 1890 bis heute. Sie wurden in A5 Format ausgedruckt und thematisch in Ordnern sortiert. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten Jahren für Fotoausstellungen im Zeittor über 6.000 Bilder zur Verfügung gestellt, die Thomas Schwarz einzeln gescannt und ausgedruckt hat. Fast 3.000 Bilder konnten als Originale archiviert werden. Dazu kommen mehr als 2.000 Negative, alte Dias und andere Bildschätze, die jahrzehntelang unerkannt im Stadtarchiv oder im Zeittor geschlummert haben.
Thomas Schwarz ist Vorstandsmitglied des Museumsfördervereins, der das Projekt vollständig finanziert. Damit ermöglicht der Verein nicht nur die Veröffentlichung von bisher völlig unbekannten historischen Ansichten von Stadt Neustadt, sondern gründet damit wohl auch eines der größten öffentlich zugänglichen Fotoarchive im Umkreis.
Für Bürgermeister Mirko Spieckermann ist dieses Projekt deshalb auch kein kurzfristiges Angebot, sondern eine langfristig angelegte Leistung des Fördervereins für die Öffentlichkeit: „Die Fotothek ist eine wunderbare Ergänzung eines lebendigen Austauschs zwischen den Menschen und der Neustädter Vergangenheit und schafft einen dauerhaften Zugang zu unserer gemeinsamen Geschichte.“
Auch der 1. Vorsitzende des Museumsfördervereins Uwe Muchow freute sich über das Engagement von Thomas Schwarz und die nun zur Verfügung stehende Menge an alten Neustadt-Bildern. „Das ist ein Projekt, das weit in die Zukunft reicht“, so Uwe Muchow.
Museumsleiter Dr. Frank Wilschewski freut sich besonders darüber, dass das Angebot perfekt zum Konzept des Zeittors passt. Ähnlich wie die „Archäologische Sprechstunde“ oder die „Bilder-Klönschnacknachmittage“ ist die Fotothek ein niedrigschwelliges Angebot für alle Menschen, egal wie groß ihr Interesse an Geschichte ist. Es besteht sogar die Möglichkeit, ausgedruckte Bilder für Klassentreffen, Geburtstage, Straßenfeste und anderes auszuleihen. Außerdem kann ein eigener Bilder-Klönschnack im Zeittor gebucht werden, um mit Familie oder im Freundeskreis einen netten, erinnerungsreichen Nachmittag zu verbringen.
Damit die Fotothek weiter wachsen kann, sammelt Thomas Schwarz weitere Fotos, Dias oder Negative von Bildern und digitalisiert sie. Wer also welche zu Hause findet und zur Verfügung stellen möchte, kann seine Originale wieder mitnehmen und selbstverständlich behalten.
Einen besonderen Beitrag leistete übrigens Hartmut Junge (Foto-Porst), der dem Förderverein den Druck von über 8.000 A5 Fotos zum Selbstkostenpreis spendete. Einen Einblick in die zum Teil bisher unveröffentlichten Bilder der Fotothek bietet die Sonderausstellung: „Bilderschätze aus der Fotothek“, die noch bis zum 31. Mai im Zeittor zu sehen ist. (red)



