

Ostholstein. Mit der Pilzsaison steigt auch die Gefahr von Vergiftungen. Die AOK NordWest warnt deshalb davor, Pilze ohne ausreichende Fachkenntnisse zu sammeln und zu essen. Gerade unerfahrene Sammler könnten giftige Arten mit essbaren Pilzen verwechseln. Nach Angaben des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) nehmen Pilzvergiftungen insbesondere in feuchten Sommer- und frühen Herbstmonaten mit milden Temperaturen zu. Eine Vergiftung kann nicht nur durch Giftpilze entstehen. Auch verdorbene oder falsch zubereitete Speisepilze können Beschwerden verursachen. Besonders gefährlich ist der Knollenblätterpilz, auf den nach Angaben der AOK die meisten tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen in Mitteleuropa zurückgehen. Unerfahrene Sammler könnten ihn mit einem Champignon verwechseln. Nach dem Verzehr eines Knollenblätterpilzes können innerhalb von 24 Stunden heftiges Erbrechen, starke Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Die AOK empfiehlt, sich beim Sammeln auf ein gutes Bestimmungsbuch sowie die Kenntnisse von Pilzsachverständigen oder sehr erfahrenen Sammlern zu stützen.
Wer nach einer Pilzmahlzeit Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen bemerkt, sollte nach Empfehlung der AOK sofort ärztliche Hilfe suchen oder sich in ein Krankenhaus bringen lassen. Reste der Pilze sollten mitgenommen werden, damit die Art möglichst schnell bestimmt werden kann. Auch andere Personen, die von derselben Pilzmahlzeit gegessen haben, sollten informiert werden und sich vorsorglich untersuchen lassen.
Das Giftinformationszentrum-Nord berät bei einem Vergiftungsverdacht rund um die Uhr und kostenlos. Nach Angaben des Zentrums betrifft durchschnittlich ein Prozent aller dort eingehenden Anrufe die Einnahme von Pilzen. Bereits 2025 habe es überdurchschnittlich viele Anfragen zu Pilzvergiftungen gegeben. Im Juli dieses Jahres sei die Nachfrage nochmals gestiegen. Vor vermeintlichen Hausregeln zur Erkennung von Giftpilzen warnt das Zentrum ausdrücklich. Weder ein verfärbter Silberlöffel im Pilzgericht noch Fraßspuren von Tieren oder der Geschmack eines rohen Pilzes seien zuverlässige Hinweise darauf, ob ein Pilz essbar ist. Entscheidend seien Kenntnisse der heimischen Pilzarten. Im Notfall: Das Giftinformationszentrum-Nord ist bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung rund um die Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0551/19240 erreichbar. (red)




