AK Stadtarchiv – wir erinnern
Oldenburg (jw). Der erste Stolperstein in Oldenburg wurde 2010 für Otto Güldensupp verlegt und erinnert daran, dass auch bei uns Mitbürgerinnen und Mitbürger Opfer der NS-Diktatur wurden. Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27.01.1945 ist deshalb der jährlich wiederkehrende Gedenktag dafür. Otto Güldensupp, geboren am 16. 03.1882, war gelernter Zimmermann und verheiratet mit Johanna Catharina Güldensupp, geb. Brockstedt, mit der er zwei gemeinsame Töchter mit Namen Martha und Emma hatte. Da erst im Jahre 1918 in Oldenburg ein SPD-Ortsverein gegründet werden sollte, trat Otto bereits 1906 dem Neustädter SPD-Ortsverein bei. Von 1919 bis 1924 kandidierte er in der sog. „Liste Duborg“ für die Stadtverordnetenversammlung. 1924 stellte die SPD eine eigene Liste auf, in die Otto Güldensupp zum SPD-Stadtverordneten bis 1929 gewählt wurde. Danach arbeitete er als Hilfspolizist in dieser Stadt.
Nach der Machtergreifung der Oldenburger Nationalsozialisten wurden Otto Güldensupp, der damalige Bürgermeister Karl Wein und der Stadtinspektor Hermann Kluth am 4. April 1933 mit sofortiger Wirkung beurlaubt und ihrer Ämter enthoben. Im Laufe desselben Monats wurde Otto Güldensupp zusammen mit vier Kommunisten verhaftet und zunächst für eine Nacht in das Gefängnis im Oldenburger Rathaus verbracht. Darauf folgten vier weitere Nächte in Gefängniszellen des Amtsgerichtes in der Hoheluftstraße. In der vierten Nacht wurden Otto Güldensupp und die vier Männer vermutlich gemeinsam in das Konzentrationslager Esterwegen bei Osnabrück überstellt. Die vier Mitgefangenen wurden nach ca. 6 Monaten aus dem Konzentrationslager entlassen. Es ist bislang nicht geklärt, wann und wa-rum schließlich auch Otto Güldensupp aus dem Konzentrationslager frei kam. Grundbuchamtlichen Daten zufolge erscheint er 1938 wieder zu Hause im Giddendorfer Weg 1. Nach einem Eintrag in den Akten des Oldenburger Stadtarchivs wurde er Anfang 1934 aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums endgültig aus seinem Amt als Hilfspolizeibeamter entlassen. Ob er sich zu diesem Zeitpunkt noch in Haft befand ist bislang nicht klar. Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler im Juli 1944 setzte einen Monat später eine weitere große Verhaftungswelle ein. Es ist anzunehmen, dass Otto Güldensupp im Zuge dieser staatlichen Verfolgungsaktion erneut inhaftiert wurde. Mündlich überliefert ist, dass er zu diesem Zeitpunkt wegen „Hörens des Feindsenders“ denunziert, erneut inhaftiert und dieses Mal gemeinsam mit dem Sozialdemokraten und späteren Oldenburger Bürgermeister Karl A. G. Panitzki (*23.10.1881, 22.4.1970) ins KZ nach Neuengamme bei Hamburg verbracht wurde. Otto Carl Friedlich Güldensupp wurde schließlich am 02. September 1944 im Konzentrationslager Neuengamme ermordet. Sein Leichnam wurde im dortigen Krematorium eingeäschert - auch um alle Spuren der Behandlung eines Gefangenen zu beseitigen. Das Standesamt Neuengamme, eine lagerinterne Tarneinrichtung der SS zur Verschleierung der Gewalttaten im KZ, versandte die Urne schließlich nach Oldenburg, wo sie am 05. Oktober 1944 ohne Grabstein beigesetzt wurde.
Dem Arbeitskreis Stadtarchiv ist es gemeinsam mit der Kirchengemeinde gelungen, die damalige Grabstelle auf dem Friedhof in der Hoheluftstraße zu ermitteln. Die Recherchen der Erzieherfachschule in Lensahn, Außenstelle der Beruflichen Schule Oldenburg, sind Grundlage dieses Artikels.

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