Petra Remshardt

Berufliche Schule Oldenburg ist digitale Modellschule

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Daniel Borchert und eine Schülergruppe diskutieren eine Grafik am iPad.

Daniel Borchert und eine Schülergruppe diskutieren eine Grafik am iPad.

Oldenburg. Aufmerksam nach Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten, lohnt sich in vielen Bereichen des Lebens - nachhaltig auch im Berufsalltag. Diese Erfahrung durfte aktuell der von Technik begeisterte, diplomierte Ingenieur und engagierte Studienrat Daniel Borchert machen. Bereits im letzten Jahr auf dem IQSH-Portal (Landesportal Schleswig-Holstein - Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein) unterwegs, entdeckte er einen Wettbewerb für Schulen, der unter dem Thema „Digitales Lernen“ präsentiert wurde. Schnell war sein Interesse geweckt und in Absprache mit der Schulleitung die Teilnahme der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg beschlossene Sache. Ideenreich griff Daniel Borchert die Themen des Wettbewerbes auf und entwickelte ein Konzept, das überzeugte. Wie sich mittlerweile herausstellte, konnte er unter 93 am Wettbewerb teilnehmenden Schulen die BBS Oldenburg als Modellschule für digitales Lernen etablieren und freut sich nun mit den Lehrern von 25 weiteren Schulen über einen Zuschlag, der am 13. März von Britta Ernst (Ministerin für Schule und Berufsbildung) in Kiel mit einer Urkunde und einem Förderbescheid besiegelt wird. Als Fördersumme des in Oldenburg geplanten Projektes erhalten Studienrat Daniel Borchert und Schulleiter Michael Gülck die Maximalförderung von 20.000 Euro, was in etwa 60 Prozent der Nettoinvestition entspricht. Geplant ist hierfür die Anschaffung von 25 iPad Air2, die mit dem neuen Schuljahr den neuen Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums, Fachrichtung Technik, kostenfrei bis zum Abschluss der Abiturprüfungen in der Schule und zu Hause zur Verfügung stehen. Weiterhin werden zwei mobile Koffer angeschafft, in denen sich je 16 iPad Air2 befinden, die mittels MDM-Lösung zeitgleich geladen und für den Unterricht konfiguriert werden können. Diese Koffer stehen dann für zeitweilige Aufgaben anderen Klassen zur Verfügung. Parallel werden für die neuen Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule 1 (BFS1), die im Zweig Wirtschaft ihren mittleren Bildungsabschluss anstreben, windowsbasierte Tablets angeschafft, die beispielsweise für terminierte Hausaufgabenstellungen eingesetzt werden.
 
„Langfristig möchten wir über eine komplette Tabletausstattung unserer Schülerinnen und Schüler unsere Computerräume einsparen“, informierte Daniel Borchert bei der Projektvorstellung und ergänzte: „Das erfordert dann allerdings die Unterstützung der Eltern, die dann die Geräte ihrer Kinder kaufen beziehungsweise leasen müssten.“ Damit läge die Schule vollkommen im vom Landesministerium angestrebten Ziel, das Bildungsministerin Britta Ernst so formulierte: „Zu einer modernen Bildung gehört heute das digitale Lernen. Wir müssen Kinder und Jugendliche für das Leben in einer digitalen Welt vorbereiten und ausbilden!“ Zunächst einmal wird das Projekt „digitale Modellschule“ ab Sommer in Oldenburg zeigen müssen und können, inwieweit der Einsatz von Tablets den Unterricht bereichert. Hierzu werden in regelmäßigen Abständen 50 Fragestellungen von den am Projekt teilnehmenden Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften im Zeitraum eines Jahres ausgewertet. Dass diese voraussichtlich positiv ausfallen werden, ist sich Studienrat Borchert aus eigener Erfahrung sicher. Denn neben herkömmlichen Zeichenbrettern setzt Daniel Borchert in seinem Unterricht bereits jetzt auf sein privates iPad. Mittels Beameranbindung können damit beispielsweise 3D-Zeichnungen präsentiert, diskutiert und geändert werden. Dies und vieles mehr ist künftig über entsprechende Apps auch den Schülern möglich, wobei die Lehrerin oder der Lehrer über ihr, beziehungsweise sein Master iPad stets auf jedes Schüler iPad zugreifen kann und somit sieht, wie weit die Schülerin oder der Schüler in der Bearbeitung einer Aufgabe bereits vorangekommen ist. „Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die benötigte Servertechnik wird installiert, alle Beamer in den Klassenräumen für die drahtlose Datenübertragung nachgerüstet und die Kollegen auf ihre neue Unterrichtsform von mir geschult“, freute sich Studienrat Borchert bei der kürzlichen Projektvorstellung und blickt gespannt auf das kommende Schuljahr. An dessen Ende steht dann die Entscheidung, ob sich das Projekt bewährt oder ob künftig wieder konventionell unterrichtet wird. Sollte die Begeisterung für die digitalisierte Schule jedoch anhalten, hofft man an der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg auf Zuschüsse aus Bundesmitteln zur Entlastung der Eltern und Schüler. (eb)



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