

Preetz (vg). Die sogenannten Elterntaxis dürfen ab sofort nicht mehr direkt vor der Friedrich-Ebert-Schule in Preetz halten. Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen und den Verkehr direkt vor der Schule zu reduzieren, hat die Stadt Preetz im Lohmühlenweg eine „Schulstraße“ im Rahmen eines Verkehrsversuchs eingerichtet. Seit dem 7. Januar ist der Straßenabschnitt zwischen Ragniter Ring und der Ecke Am Jahnplatz für den Kfz-Verkehr montags bis freitags zu den üblichen Hol- und Bringzeiten gesperrt. Auf den beiden frisch montierten Verkehrsschildern stehen die genauen Uhrzeiten: Zwischen 7.30 und 8.15 Uhr sowie 11.45 und 12.15 Uhr dürfen keine Autos einfahren.
Zum Auftakt am ersten Tag nach den Weihnachtsferien war die Polizei vor Ort und hat die Zufahrten mit Verkehrshütchen abgesperrt. Durchgelassen wurden nur Anwohner oder Lehrkräfte mit ihren Wagen. Diese sind von der Regelung ausgenommen und müssen sich gegebenenfalls ausweisen. Weitere Ausnahmegenehmigungen, beispielsweise für Pflegedienste, können bei berechtigtem Interesse auf Antrag bei der Kreisverwaltung erteilt werden.
Ob sich das Einfahrverbot bewährt, bleibt abzuwarten. Der Verkehrsversuch ist zunächst auf ein Jahr angelegt und wird „kontinuierlich evaluiert“, so Bürgermeister Tim Brockmann. Polizeibeamte werden allerdings nicht immer vor Ort sein, die Kontrolldichte wird sich reduzieren. Die Stadt will die Einhaltung und Wirksamkeit der Maßnahme durch Zählgeräte und Mitarbeiter überprüfen. In Schleswig-Holstein ist dies die zweite „Schulstraße“, die eingerichtet wurde. Auch in Kiel-Mettenhof gibt es dieses Verkehrsprojekt, jedoch ist die Straße dort in der betreffenden Zeit mit Schranken abgesperrt. Ein Aufwand, der in Preetz nicht möglich ist.
Eltern, die ihre Kinder dennoch schulnah absetzen bzw. abholen möchten, können Elternhaltestellen nutzen, die sich an der Kührener Straße (gegenüber Reiherstieg) und am Ragniter Ring (hinter der Ampel) befinden. Am Ragniter Ring wurden die beiden bestehenden Plätze auf fünf Parkplätze erweitert. Am vergangenen Mittwoch hatte man noch nicht den Eindruck, dass die Eltern und auch die Lehrkräfte bereits über die Änderung der Verkehrsführung informiert waren.
Die Initiative zur landesweiten Einführung von „Schulstraßen“ haben unter anderem der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und das „Kidical Mass“-Aktionsbündnis ergriffen. Denn alle bisherigen Versuche, das allmorgendliche Verkehrschaos vor der Friedrich-Ebert-Schule zu beseitigen, sind gescheitert. „Sicherheit ist unser Anliegen“, betont Mitinitiatorin Antje Seebens-Hoyer. In Nordrhein-Westfalen gebe es bereits über 50 solcher „Schulstraßen“, dort sehe man gute Erfolge.
Nach einem Jahr erfolgt ein Vorher-Nachher-Vergleich, um die Wirksamkeit der Maßnahme objektiv zu überprüfen. „Auch mögliche Nebeneffekte, wie eine Verlagerung der Verkehrsproblems in andere Straßen, werden beobachtet“, teilt die Stadtverwaltung mit. Auf dieser Basis wird die Ratsversammlung schließlich über eine dauerhafte Einrichtung der Schulstraße entscheiden.



