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Reporter Eutin

Major Michael Kröger ist der neue König

Plön (t/los). Feiern wie vor der Pandemie: Mit dem traditionellen Vogelschießen am Düvelsbrook hat die Plöner Schützengilde ihr fünftes Jahrhundert eingeläutet. Farbenprächtig präsentierte sich dazu der hölzerne Vogel auf dem Festgelände Düvelsbrook zunächst bei seiner Taufe am Donnerstagnachmittag auf Augenhöhe. Bereits zur Gründungszeit der Gilde Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Schützenvogel als „Papagoy“ bezeichnet. Nach seiner Taufe wurde der Papagoy mit geeinten Kräften an der 22 Meter hohen Vogelstange fixiert und hochgezogen.
Der Vogelstange kommt über den Zweck hinaus eine gemeinschaftsstiftende Funktion zu. In ihrer Nähe hat Frieden zu herrschen. Laut der Statuten aus dem Jahre 1651 sollen die Gildebrüder „nicht fluchen, oder den Nahmen Gottes unnützlich führen, oder auch unflätig garstige Worte von sich hören laßen (…) Es soll einer dem andern keine höhnische oder Stichel-Worte geben, wodurch Zank und Uneinigkeit entstehen kann, viel weniger einer dem andern, welcher etwa im schießen fehlen würde, belachen und beschimpfen“. Eine Störung wurde mit einer Geldstrafe belegt. Die gibt es zwar nicht mehr, dafür den Leitspruch „Friede – Freude - Eintracht“.
In ihrem Grußwort zum Gildefest am Freitag betonte Landrätin Stephanie Ladwig nicht nur in Bezug auf die Ukraine, sondern auch in Bezug auf die regionale Politik, wie aktuell und wünschenswert dieses Motto in vielen Bereichen des Lebens sei.
Der erste Ältermann und Jubiläumskönig Heinz Langfeldt und Königin Imke blickten freudig auf das vergangene Gildekönigsjahr zurück, in dem die Gilde es trotz Corona geschafft hat, ein lebendiger Verein zu bleiben. Beide lieben und leben „Gilde“ und freuen sich an der Geselligkeit und der Gemeinschaft in ihrem Verein.

 


Am Freitagmorgen startete das Gildefest mit Begleitung des Förde Blasorchesters am Museum, wo sich alle Gildebrüder bereits versammelt hatten. Zusammen mit den geladenen Gästen folgte der Marsch zu auffallend rockiger Musik durch die Stadt zum Festplatz.
Mit dem 437. Schuss fiel der Rest des Vogels gegen 17.55 Uhr zu Boden. Bester Federschütze wurde in diesem Jahr Reinhold Kuhnwald. Insignienschützen waren: Thorsten Pfau (Zepter), Jan Kasselmann (Fahne), Reinhold Kuhnwald (Krone), Edgar Lohr (Zitrone) und Werner Senkpiehl (Reichsapfel). Bereits zum zweiten Mal schoss sich Edgar Lohr zum Königsschützen. Majestät der Gilde wird in Plön jedoch derjenige, den die geheime Schießliste auserkoren hat. Adjutant Klaus Pöschke, ausgestattet mit der Königinnenkrone, und Major Michael Kröger mit dem Königsschild durchstreifen um 21 Uhr die Menge auf der Suche nach dem neuen Königspaar. Schließlich kommen die beiden zurück zum moderierenden 2. Ältermann mit fragenden Blicken, auf welchen der Gildebrüder sich die Hinweise verdichten. Dieser nimmt kurzerhand dem Major die Königskette aus der Hand und legt sie demselben um den Hals. „Was ich? Das kann doch nicht sein!“ sind seine ersten verblüfften Worte. Seine Frau Stefanie brauchte etwas länger, um sich von dem Schreck zu erholen.
Mit Fackelbegleitung durch die freiwillige Feuerwehr und mit Musikbegleitung des Plöner Musikzuges führte die fröhlich feiernde Gemeinschaft das Königspaar zum Rathaus, um das neue Königspaar Stefanie I. und Michael II. dem Bürgermeister vorzustellen. Lars Winter freute sich – hatte er doch den Vormittag beim Festkommers die ganze Zeit neben dem zukünftigen König von Plön gesessen, ohne es zu wissen.

 


Majestät Michael II., selbst Segler, gab in seiner Königsrede sein gewähltes Motto bekannt: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“.
Er war stolz und freute sich sichtlich mit seiner Königin Stefanie über die Ehre der Königswürde, die als das größte Geschenk gilt, welches die Gilde einem Gildebruder als Dank und Anerkennung zurückgeben kann.


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