„Bei uns ist alles ein bisschen anders“ – 35 Jahre Gerontopsychiatrisches Alten-und Pflegeheim Muus
Neustadt in Holstein. Das Gerontopsychiatrische Alten- und Pflegeheim Muus in der Sierksdorfer Straße 61 blickt auf eine lange Geschichte zurück. Heimleiterin Kerstin Weiffen setzt auf vertraute Gesichter, ein erfahrenes Team und eine Pflege, die die Bewohnerinnen und Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
35 Jahre sind eine lange Zeit, besonders dann, wenn es darum geht, Menschen in einer schwierigen Lebensphase ein Zuhause zu geben. Für Kerstin Weiffen ist das Jubiläum deshalb vor allem Anlass, auf diejenigen zu schauen, die diese Geschichte geprägt haben. Beim Betrachten alter Fotos von Adventskaffees, Weihnachtsfeiern und Sommerfesten werden Erinnerungen wach. Clowns, Zauberer, Musikanten und tierische Gäste sorgten bei den Festen für Abwechslung und besondere Momente. Doch für Kerstin Weiffen steht etwas anderes im Mittelpunkt: „Die Bilder zeigen nicht nur gemeinsame Erlebnisse, sondern erzählen auch von den Menschen dahinter, von ihren Persönlichkeiten und ihren individuellen Lebensgeschichten.“
Besondere Pflege für besondere Menschen
Der Wunsch, auch im Alter möglichst selbstbestimmt zu leben, ist für viele selbstverständlich. Die vertraute Umgebung soll erhalten bleiben, der Alltag möglichst nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Doch Demenz, Alzheimer und andere psychiatrische Erkrankungen können dazu führen, dass dies irgendwann nicht mehr allein gelingt. Wenn auch Angehörige trotz aller Fürsorge an ihre Grenzen stoßen und ambulante Unterstützung nicht mehr ausreicht, braucht es eine andere Perspektive.
Genau hier setzt die Arbeit des Pflegeheims Muus an. Die Einrichtung möchte denjenigen, die auf umfassende Betreuung angewiesen sind, einen geschützten Lebensraum bieten, in dem sie sich sicher und angenommen fühlen können. „Ich erlebe im Alltag immer wieder, wie viel Not aus der Überforderung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen entsteht“, berichtet die Heimleiterin.
Ein stationäres Pflegeangebot könne dann mehr sein als die notwendige Versorgung: Es könne ein neues Zuhause werden mit verlässlichen Strukturen, persönlichen Beziehungen und einem Alltag, der auf die individuellen Möglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner abgestimmt ist.
Langjährige Erfahrung und persönliche Verbundenheit
Die Geschichte der Einrichtung ist eng mit der Familie Muus verbunden. Gegründet wurde das Haus von Jürgen Heinrich Muus. Im Jahr 2015 übernahm seine Tochter Kerstin Weiffen den Betrieb, nachdem sie dort zuvor mehr als zwei Jahrzehnte als Pflegedienstleitung gearbeitet hatte. Damit begann für sie ein neuer Abschnitt, in dem sie die Einrichtung nach ihrem eigenen Verständnis zu einem Zuhause für Menschen mit besonderen Bedürfnissen prägen konnte.
Bis zu 41 Pflegebedürftige finden in der Einrichtung ihr Zuhause in einer familiären Atmosphäre. Ein Team von langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für sie da.
Viele der insgesamt 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dem Haus seit vielen Jahren verbunden. Einige arbeiten bereits seit mehr als einem Jahrzehnt dort, der dienstälteste Mitarbeiter sogar seit über 30 Jahren. Andere kehrten nach einer beruflichen Auszeit in anderen Einrichtungen zurück; wieder andere blieben von Anfang an. „Aber alle zeichnet eines besonders aus: das Verständnis für die veränderten Verhaltensweisen der unserer Fürsorge anvertrauten Menschen und der Wille, diesen - soweit es möglich ist - ein Gefühl von Sicherheit und einem Zuhause zu vermitteln“, betont Kerstin Weiffen. „Diese Mitarbeitenden sind ein fester Bezugspunkt für die Bewohner und Bewohnerinnen und tragen maßgeblich dazu bei, dass sie sich in unserem Hause wohlfühlen können.
Gerade, wenn Menschen sich auf Grund bestimmter Erkrankungen nicht mehr auf ihre eigene Wahrnehmung verlassen können, sind eine vertraute Umgebung sowie vertraute Gesichter besonders wichtig.“ Dass viele Beschäftigte dem Haus über so lange Zeit treu geblieben sind, betrachtet Weiffen keineswegs als selbstverständlich. Ihr Dank gelte deshalb ausdrücklich dem gesamten Team. Die langjährige Zusammenarbeit sei ein wichtiger Teil dessen, was die Einrichtung ausmache.
Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen
Eine angemessene Vergütung, familienfreundliche und fest geregelte Arbeitszeiten sowie ein guter Personalschlüssel sind für Kerstin Weiffen unerlässlich. So werden unnötige Überstunden vermieden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibt ausreichend Zeit für die einzelnen Bewohner. Dass die Qualität der Versorgung stimmt, bestätigt auch die Prüfung durch den Medizinischen Dienst: Erst im Juli wurde dem Pflegeheim Muus ein hohes Qualitätsniveau bei der Versorgung der ihm anvertrauten Menschen bescheinigt. Zugleich wurde kein Handlungsbedarf zur Verbesserung der Qualität festgestellt.
Raum für Rückzug
Ein weiterer wichtiger Baustein, um eine Pflegeeinrichtung zu einem Zuhause zu machen, ist nach Ansicht der Heimleiterin die Möglichkeit, Zeit im Freien zu verbringen. Die mehr als 3.500 Quadratmeter große, den besonderen Bedürfnissen der Bewohner entsprechend gesicherte Außenanlage bietet ihnen Raum für Bewegung, Naturerlebnisse und die Möglichkeit, sich auch einmal zurückzuziehen. (he/red)






Zurück
Nach oben
























