Dirigenten der Baustelle: Architekten planen, koordinieren, gestalten und begleiten
Architekten planen Häuser, in denen Menschen ein Zuhause finden, Räume für das Ehrenamt oder Orte für Freizeit und Bewegung. Ihre Arbeit beginnt lange vor dem ersten Spatenstich und endet nicht mit einer gelungenen Zeichnung. Ein Gebäude soll nicht nur gut aussehen, sondern seinen Zweck erfüllen, technisch funktionieren, bezahlbar bleiben und möglichst dauerhaft sowie energieeffizient sein. Architekten verbinden diese unterschiedlichen Anforderungen und gestalten Orte, an denen Menschen leben, arbeiten und zusammenkommen.
Dabei reicht ihr Tätigkeitsfeld vom Neubau über Umbauten und Sanierungen bis zum Bauen im Bestand und zur Denkmalpflege. Sie entwickeln Ideen, planen deren Umsetzung und koordinieren die zahlreichen Fachleute und Unternehmen, die an einem Bauprojekt beteiligt sind.
Wann Privatpersonen einen Architekten brauchen
Der Traum vom eigenen Haus beginnt häufig mit vielen Wünschen und ebenso vielen Fragen. Wie lässt sich das Grundstück sinnvoll nutzen? Wie werden die Räume angeordnet? Was ist technisch möglich und wie lässt sich das Vorhaben innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens verwirklichen? Auch wer ein bestehendes Haus umbauen oder sanieren möchte, muss gestalterische, technische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen.
Hier setzt die Arbeit des Architekten an. Zunächst werden die Voraussetzungen des Projektes sowie die Vorstellungen der Bauherren erfasst. Daraus entstehen erste Ideen und schließlich ein konkreter Entwurf. Bereits in dieser frühen Phase stimmt sich der Architekt bei Bedarf mit Fachingenieuren und Behörden ab.
Ist der Entwurf gefunden, beginnt die detaillierte Planung. Der Architekt erstellt die erforderlichen Unterlagen, koordiniert beteiligte Fachplaner und begleitet das Genehmigungsverfahren. Dazu gehört auch der Bauantrag mit dem notwendigen fachlichen „Papierkram“. Nach der Genehmigung werden die Ausführungspläne erstellt, nach denen später auf der Baustelle gearbeitet werden kann.
Doch auch damit ist die Aufgabe nicht beendet. Über Ausschreibungen können geeignete Unternehmen für die einzelnen Arbeiten gesucht werden. Während der Bauphase organisiert und überwacht der Architekt die Umsetzung. Tragwerksplanung, Gebäudetechnik, Bauphysik und die Leistungen der ausführenden Firmen müssen ineinandergreifen. Der Architekt führt diese Bereiche zusammen, behält die Anforderungen des Projektes im Blick und trifft die notwendigen Entscheidungen für einen möglichst reibungslosen Bauablauf.
Für private Bauherren liegt darin ein wesentlicher Vorteil: Sie haben einen fachkundigen Ansprechpartner, der das Gesamtprojekt begleitet und ihre Interessen gegenüber den weiteren Beteiligten vertritt.
Architekten für den öffentlichen Raum
Noch vielfältiger können die Anforderungen bei öffentlichen Gebäuden sein. Ein Feuerwehrgerätehaus muss beispielsweise auf die Bedürfnisse der Feuerwehr zugeschnitten sein, während bei einer Sporthalle oder einem Schwimmbad ganz andere Nutzungsanforderungen im Mittelpunkt stehen.
Auch hier verbinden Architekten Gestaltung, Funktion, Technik, Wirtschaftlichkeit und ökologische Gesichtspunkte. Sie koordinieren Fachplaner, Behörden und ausführende Unternehmen und begleiten das Vorhaben von der ersten Idee über Genehmigung und Ausschreibung bis zur Baustelle. So tragen sie dazu bei, dass öffentliche Gebäude nicht nur gebaut werden, sondern langfristig ihren jeweiligen Zweck erfüllen und schaffen Gebäude für Ehrenamt, Sport, Freizeit und gesellschaftliches Leben. (red/ko)



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