reporter Neustadt

Das Vogelschießen hat lange Tradition

Osteeebad Grömitz. Der erste belegte Schützenkönig von Grömitz datiert im Jahre 1729. Und das war ein damals sehr prominenter Name: Ihre Königliche Hoheit Karl-Friedrich von Holstein Gottorf. Mitgeschossen wird er damals nicht haben, sondern den Titel Schützenkönig so erhalten haben, da er der damaligen Toten und Elende Gilde, was heute die Grömitzer Bürgergilde ist, eine Spende hat zukommen lassen.

In den Jahren nach ihm sind die Aufzeichnungen nur lückenhaft oder in den alten Dokumenten nicht lesbar. Im Jahr 1750 war dann im neuen Königsbuch als erster Eintrag der Schützenkönig Ernst Hinrich Suhl eingetragen. Ab diesem Zeitpunkt waren die jeweiligen Könige dann bis zum heutigen Datum durchgängig dokumentiert. An „Prominenz“ unter den Schützenkönigen mangelte es auch in den Folgejahren nicht: 1774 war es seine Königliche Majestät Christian VII. und im Folgejahr 1775 dann Seine Königliche Hoheit Kronprinz Friedrich (später Friedrich VI.). Diese Adligen haben natürlich nicht persönlich mitgeschossen, sondern erhielten die Titel eher aufgrund ihrer Position. Danach waren es dann aber doch mehr „bürgerliche“ die den Titel Schützenkönig gewinnen konnten. Das älteste Bild eines Schützenkönigs, mit seiner Königin, das der Gilde vorliegt, ist das von Gustav Rath und datiert aus dem Jahr 1925. Zu der Zeit wurde das Vogelschießen nicht wie heute, mitten im Ort an der Gildehalle, sondern auf einem Gelände am Deich des Lensterstrandes, durchgeführt. Aber ein Fest der guten Laune, mit Tanz und Unterhaltung, war es ganz sicher genauso wie heute, wenn am 19. September der amtierende Schützenkönig Lutz Eggers seinen Nachfolger sucht. (red)


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