

Neustadt in Holstein. Kinder wachsen so schnell aus ihren Sachen heraus, dass man mit dem Aussortieren kaum hinterherkommt. Die Folge: Kisten mit zu klein gewordener Kinderkleidung stapeln sich auf Dachböden und in Abseiten. Auch Küchenschränke beherbergen manch ungenutztes Schätzchen, Kleidungsstücke hängen Monate oder Jahre ungetragen im Schrank, und nicht selten steht noch eine ungeöffnete Umzugskiste im Keller.
Was für den einen keinen Nutzen mehr hat, erfreut vielleicht andere. Stundenlang am Flohmarktstand zu stehen oder Onlineverkäufe zu begleiten, ist jedoch nicht jedermanns Sache. Doch wie lassen sich aussortierte Dinge mit wenig Aufwand zu Geld machen? Dieser Frage haben sich Pia-Justine Longe und Dirk Brinket angenommen und ihren „Flohby“ nach dänischem Vorbild auf das Gelände des Marienhofs geholt. Das Konzept ist einfach: Menschen mieten ein Regal und bieten dort ihre aussortierten Dinge zum Verkauf an. Die Regale werden individuell gestaltet und bestückt, Voraussetzung sind saubere und intakte Waren: Je besser Zustand und Qualität, desto größer die Verkaufschancen.
Regale und Vitrinenböden lassen sich online buchen, die Artikel werden vorab erfasst. So liegen Etiketten mit Preis-, Artikel- und Regalnummer bereits bereit. Verkäufe können online in Echtzeit verfolgt werden. Nach Ablauf der Mietzeit holt man nicht verkaufte Waren ab und erhält den Erlös abzüglich Provision und Regalmiete. Alternativ ist auch eine Buchung vor Ort möglich. Kostenfreie Parkplätze stehen direkt vor dem Eingang zur Verfügung.
In Dänemark nutzen bereits viele Privatpersonen und Gewerbetreibende dieses Modell. Auch in Neustadt können neben privaten Schätzen auch handgefertigte Produkte angeboten werden. Der Indoorflohmarkt befindet sich auf dem Gelände des Marienhofs in der Scheune und ist montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (ko)

