Gutes Hören schützt Gesundheit und verbessert Lebensqualität
Der Welttag des Hörens am 3. März steht im Jahr 2026 in Deutschland unter dem Motto „Klingt nach Leben!“ und lenkt den Fokus auf die Bedeutung guten Hörens für Sicherheit im Alltag, Lebensqualität und soziale Teilhabe. Das Ziel: Das Leben mit allen Sinnen genießen – heute und in Zukunft! Ob im Gespräch mit der Familie und Freunden, im Beruf oder im Alltag – wer gut hört, bleibt eingebunden, selbstbestimmt und beugt sozialer Isolation vor. Laut der aktuellen EuroTrak-Germany-Studie berichtet die Mehrheit der befragten Hörgeräte-Träger unter anderem von einer verbesserten Kommunikationsfähigkeit (70 Prozent) und mehr Sicherheit im Straßenverkehr (75 Prozent). 97 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihre Lebensqualität in Folge ihrer Hörversorgung verbessert hat.
Was ist Schwerhörigkeit?
Schwerhörigkeit bezeichnet eine Einschränkung des Hörvermögens, die von leichten Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit reichen kann. Sie tritt auf, wenn der Prozess der Schallverarbeitung im Ohr gestört ist und Schallwellen nicht mehr ungehindert in elektrische Impulse umgewandelt werden können.
Nicht jede Form der Schwerhörigkeit ist dauerhaft oder krankheitsbedingt. So kann etwa ein verstopfter Gehörgang infolge von zu viel Ohrenschmalz eine vorübergehende Hörminderung verursachen. Dennoch sollte Schwerhörigkeit nie unterschätzt werden, da sie unbehandelt das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen kann. Eine frühzeitige HNO-fachärztliche Diagnose ist daher entscheidend.
Stellt der HNO-Arzt einen Hörverlust fest, der mit Hörsystemen versorgt werden kann, erstellt er eine Verordnung, die einem Hörakustiker vorzulegen ist. In Deutschland erhalten gesetzlich Krankenversicherte eine umfassende Hörgeräteversorgung bereits ohne eigene Zuzahlung. Lediglich die Rezeptgebühr fällt an.
Welche Grade von Schwerhörigkeit gibt es?
Schwerhörigkeit wird je nach Lautstärke und Tonhöhe, die eine Person nicht mehr wahrnehmen kann, in verschiedene Grade unterteilt. Diese basieren auf dem Hörverlust, gemessen in Dezibel (dB). Sie beschreiben, wie stark das Hören eingeschränkt ist. Als Normalhörigkeit gilt ein Hörvermögen, das maximal um 20 dB von der normalen Hörschwelle abweicht. Oberhalb davon sprechen Ärzte von einer Hörstörung.
Die geringgradige Schwerhörigkeit umfasst einen Hörverlust zwischen 21 und 40 dB. Menschen mit diesem Grad der Schwerhörigkeit können leise Geräusche wie das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr wahrnehmen.
Bei der mittelgradigen Schwerhörigkeit, die mit einem Hörverlust von 41 bis 60 dB einhergeht, sind bereits viele alltägliche Umgebungsgeräusche nicht mehr hörbar. Betroffene nehmen beispielsweise das Rascheln von Blättern oder leise Gespräche nicht mehr wahr.
Eine hochgradige Schwerhörigkeit liegt vor, wenn der Hörverlust zwischen 61 und 80 dB beträgt. In diesem Fall können Betroffene auch Gesprächen in normaler Lautstärke nicht mehr folgen.
Die schwerste Form ist die Resthörigkeit oder Taubheit, bei welcher der Hörverlust 81 dB oder mehr beträgt. Menschen mit diesem Grad der Schwerhörigkeit nehmen selbst sehr laute Geräusche wie das Dröhnen eines Presslufthammers oder laute Musik nicht mehr wahr.
Was ist Schwerhörigkeit im Alter?
Die Schwerhörigkeit im Alter ist eine fortschreitende Hörminderung, die ab dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Sie beginnt meist mit einem Hörverlust hoher Frequenzen und beeinträchtigt insbesondere das Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung. Ursache sind altersbedingte Verschleißerscheinungen der Haarzellen im Innenohr sowie mögliche Beeinträchtigungen des Hörnervs oder des Hörzentrums im Gehirn.
Der Verlauf kann durch Umweltbelastungen, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen, genetische Faktoren oder einen ungesunden Lebensstil, wie etwa Nikotinkonsum, beschleunigt werden. Betroffene empfinden Geräusche schneller als unangenehm oder schmerzhaft. Auch können Beschwerden wie durch einen Tinnitus auftreten.
Schwerhörigkeit im Alter ist ein natürlicher Prozess, dessen Auswirkungen durch präventive Maßnahmen wie Lärmschutz und einen gesunden Lebensstil gemindert werden können. Die Therapie besteht in der Regel in einer individuellen Hörsystemversorgung.
Was ist Tinnitus?
Tinnitus bezeichnet das Wahrnehmen von Geräuschen, deren Schallquelle nicht in der Umwelt liegt. Halten Ohrgeräusche wie Brummen, Pfeifen oder Zischen über längere Zeit an oder treten wiederholt auf, spricht man von einem Tinnitus. Eine ärztliche Diagnose ist wichtig, um die genaue Art, Ursache und darauf abgestimmte Behandlungsansätze festzustellen.
Was ist ein Hörsturz?
Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender, meist einseitiger Hörverlust ohne erkennbare Ursache. Häufig wird er von einem Druckgefühl im Ohr, das Betroffene als „Watte im Ohr“ beschreiben, oder einem Tinnitus begleitet. In vielen Fällen normalisiert sich das Hörvermögen innerhalb weniger Stunden von selbst. Hält der Zustand jedoch länger als zwei Tage an, sollte dringend ein HNO-Arzt aufgesucht werden.
Wie lässt sich eine Schwerhörigkeit behandeln?
Die Behandlung hängt von der Art, Ursache und Grad des Hörverlustes ab. Eine vorübergehende Schwerhörigkeit lässt sich oftmals durch eine einfache Reinigung des Gehörgangs beheben, beispielsweise wenn Ohrenschmalz oder Fremdkörper den Schallweg blockieren. Bei alters- oder lärmbedingter Schwerhörigkeit ist eine vollständige Wiederherstellung meist nicht möglich. In diesen Fällen ist eine frühzeitige Diagnose durch einen Hörtest entscheidend, um den Hörverlust durch die Versorgung mit Hörsystemen bestmöglich auszugleichen.
Soziale Folgen unbehandelter Schwerhörigkeit
Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann darüber hinaus Veränderungen im sozialen Verhalten befördern. Gespräche in Gruppen, Telefonate oder kulturelle Aktivitäten werden zunehmend als anstrengend oder frustrierend empfunden – und deshalb häufig vermieden. Missverständnisse mehren sich, Unsicherheit entsteht und viele Betroffene ziehen sich aus sozialen Interaktionen zurück. Diese gravierenden Folgen einer unversorgten Hörminderung können in jedem Alter auftauchen.
Hörvorsorge stärkt Lebensqualität und psychisches Wohlbefinden
Ein intakter oder gut versorgter Hörsinn kann dieser Entwicklung effektiv entgegenwirken: Er erleichtert die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, stärkt das Selbstvertrauen und unterstützt so die mentale Gesundheit in jeder Lebensphase.
Regelmäßig vorbeugen – mit einem Hörtest
Schwerhörigkeit vorzubeugen ist einfach: Regelmäßige Hörtests bei einem Hörakustiker oder HNO-Arzt in der Nähe sind nicht nur schnell und schmerzfrei durchgeführt – sie sind auch wichtig, um Gewissheit zu haben, wie es in unterschiedlichen Lebensphasen um das eigene Gehör steht. Nur so kann ein therapiebedürftiger Hörverlust frühzeitig identifiziert, individuell behandelt und professionell versorgt werden. (red)



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