Reporter Eutin

Musical mit Message

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Eutin (aj). Es ist nicht nur die Musik, mit der die Eutiner Festspiele den Eutiner Sommer bereichern. Es sind auch die Begegnungen zwischen Menschen, die Offenheit für gute Ideen und Vielfalt, die die einstige Sommeroper zu einem unverzichtbaren kulturellen Ereignis machen. Mitten in den Vorbereitungen zur Premiere konnten nun 300 Schüler*innen auf Initiative des Roundtable Malente/Eutin die Festspiele besuchen, erhielten eine Einführung in das erste Stück der Saison und gehörten zu den Ersten, die „Ein Käfig voller Narren“ sehen durften. Ehe die Hauptprobe begann, überreichte Bernhard Klemz einen symbolischen Scheck über 2000 Euro an die Geschäftsführung: „Wir wollten den Schülerinnen und Schülern ein niedrigschwelliges Angebot für ein Kulturerlebnis machen“, erklärte Klemz, dessen Serviceclub damit ganz im Einklang mit dem Anliegen der Festspiele ist, der Kinder- und Jugendförderung einen gewichtigen Platz zu sichern. Auch die Spende wird in die Nachwuchsarbeit fließen, wie Anna-Luise Hoffmann und Falk Herzog betonten.

 


Was aber hat das Musical, das auf einem Theaterstück und auf dem Film aus den 1970er Jahren basiert, Jugendlichen von heute zu sagen? Welche Bezüge zu ihrem eigenen Leben finden sie in der Geschichte um ein queeres Paar, dessen Liebe sich bewähren muss – nach innen und außen? Was hat die Botschaft „Ich bin, was ich bin“ heute mit dem Leben junger Erwachsener zu tun? Und: Wie gefällt ihnen die Show? Fragen, die der reporter Maya Roth, Naya Ghazal, Seiya Hammerich, Celina Kretzer, Deven Klemp Minou Denker-Gosch und Rosalie Neu mit auf den Weg in die Hauptprobe gegeben hat. Ihr Fazit: Das Stück passt bestens auf den Spielplan der Festspiele von 2022: „In unseren Augen ist das, was die Darstellerinnen und Darsteller in ihren Rollen ausdrücken wollen, sehr wichtig.“ Ein großes Lob haben die Schülerinnen und Schüler der künftigen zehnten Klasse der Malenter Schule an den Auewiesen für den Unterhaltungsfaktor: „Man konnte sehr viel lachen, es war nicht langweilig und die Musikeinlagen waren toll“, so das Urteil. Beeindruckend nannten die jungen Leute auch das Bühnenbild und die Requisite: „Mit nur wenigen Dingen konnten viele verschiedene Szenen gespielt werden“, beobachtete die Klasse. Klingt, als gäbe es gute Chancen, dass einige von ihnen nicht zum letzten Mal auf dem Grünen Hügel im Schlossgarten gewesen sind. Eine der Reihe der Jugendlichen, die aufmerksam zusahen und reichlich Applaus spendeten, stehen selbst in Theatergruppen und Musical-AGs auf der Bühne der Schule An den Auewiesen, der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule, des Carl-Maria von Weber-Gymnasiums und des Johann-Heinrich Voss-Gymnasiums. Wohin ihr Weg führen kann, zeigte das Ensemble.

 

Allen voran Uwe Kröger als Albin und Livio Cecini als Georges. Ihr Spiel sprüht Funken, wärmt das Herz, trifft immer den richtigen Ton und macht jede Frage nach Geschlecht oder sexueller Präferenz überflüssig. Eine schöne Vision und eine klare Ansage an die Wirklichkeit. Und wer ins Musical geht, um große Momente zu erleben, darf sich auf Uwe Krögers Interpretation von „Ich bin, was ich bin“ und die geballte Ladung Temperament aller Darsteller*innen freuen. Karten gibt es unter www.eutiner-festspiele.de


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