Reporter Eutin

Ein starkes Ich für ein starkes Wir

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Bad Malente-Gremsmühlen (aj). Für die Ältesten der jungen „Regenbogenentdecker“ im AWO-Kinderhaus ist der Schulbeginn schon in Sichtweite. Und weil sie in ihrer Kita bestens auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet werden, haben sie außer jeder Menge Vorfreude und dem Bauchkribbeln, das dazu gehört, einen großen Fundus an Wissen im Gepäck. Sie können zuhören und erklären, haben schon die ersten Hausaufgaben erledigt und besonders wichtig: erlebt, dass es Spaß macht, in der Gruppe zu lernen. Dafür setzt das AWO-Kinderhaus in Ergänzung zum täglichen Miteinander auf das Trainingsprogramm ProKids. Zehn Mal haben die Vorschulkinder den Erziehungsberater Tomas Angermann dafür im Bewegungsraum der Kita getroffen, haben gespielt und sportlich gewetteifert, haben gelernt „Nein“ zu sagen und einander zu helfen. Dafür gab es bei der letzten Zusammenkunft in der vergangenen Woche für alle eine Urkunde. Vorher wurde gemeinsam Rückschau gehalten: „Kinder lernen besonders gut in Bewegung“, erklärte Coach Angermann am Rande und er führte aus: „Die Erfolgserlebnisse, die sie dabei sammeln, stärken das Selbstbewusstsein.“
 
Den Mädchen und Jungen macht es sichtlich Spaß, vom Hopserlauf in die Position einer „schlappen Gurke“ oder eines „starken Baums“ zu wechseln und sie haben sich gut gemerkt, welche Haltung sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt. Auf Kommandos wie „Sieben Hände und drei Füße“ finden sie sich in kleinen Gruppen für die entsprechende Kombination zusammen: „Bewegte Mathematik“ nennt Tomas Angermann diese Übung im Gespräch. Und wenn es etwas zu besprechen gibt, wie zum Beispiel die Hausaufgaben der letzten Stunde, heben sie drei Finger – die „drei Freunde“ zeigen nicht nur an, dass man etwas zu sagen weiß, sondern bedeuten auch „höflich, nett, freundlich“. Genau so ist der Umgang miteinander. Ehe man mit einem Sportspiel loslegt, wird gezählt „Eins, zwei, drei“: „Dabei lernen die Kinder, die anderen anzuschauen und sie ausreden zu lassen“, sagt Tomas Angermann. Kommunikationsregeln werden so in der Bewegung und im Spiel verinnerlicht. Reichlich Stoff für den „Computer im Kopf“, wie das Gehirn im Training genannt wird. Trotzdem sind die Kinder unbeschwert und voll bei der Sache. Eine Erfahrung, aus der auch Erzieherin Martina Höpfner viel mitnimmt. Ganz bewusst begibt sie sich während der „ProKids“-Stunde in die Rolle der Beobachterin und macht dabei manche spannende Entdeckung: „Auch Kinder, von denen man es vielleicht nicht so gedacht hätte, zeigen hier ihre Fähigkeiten “, sagt die Pädagogin, die viele Anregungen aufgreift und im Gruppenalltag vertieft. So hat jedes Kind eine Mappe, in der nicht nur festgehalten wird, was in den einzelnen Trainingseinheiten Thema war. Auch die Hausaufgaben werden ordentlich eingeheftet.
 
Die erledigen bei „ProKids“ übrigens nicht die Jungen und Mädchen selbst, hier sind die Eltern gefragt. Aus den Berichten ihrer Kinder müssen sie eine Aufgabe lösen und werden so zum Teil des ganzheitlichen Programms, ohne in der Stunde dabeizusein. In der letzten Woche sollten jeweils drei gute und drei schlechte Gefühle gezeichnet werden. Stolz präsentieren die Kinder die Werke von Mama und Papa und so unterschiedlich die Zeichnungen sind – sie alle sind das Ergebnis gemeinsam verbrachter Familienzeit. Ein wesentlicher Baustein in der Stärkung des kindlichen Selbstbewusstseins. Tomas Angermann gibt seinen Schützlingen aber auch ganz konkrete Hilfsmittel für ein selbstständiges Kinderleben mit auf den Weg. Die Kids wissen genau, dass auch ein Streicheln nicht immer freundlich gemeint ist und dass man nicht hinnehmen muss, was man nicht mag: „Ich sage STOPP, wenn mich was stört. Doch leider wird es nicht gehört. Ich sage noch einmal: Hör auf! bevor ich zur Schutzinsel lauf.“ – so lautet das passende Gedicht, das die Kinder alle kennen. Und auch mögliche „Schutzinseln“ wissen sie zu nennen: Supermärkte, Apotheken, Friseursalons...Streit gibt es übrigens nicht, Konflikte werden kurz besprochen, dann geht es weiter. Und wenn sich jemand wehtut, wird erst getröstet, dann gibt es einen Kitzelsalat. Und auch die Stille hat ihre Zeit. In einer Zauberminute sind die Kinder ganz ruhig und kommen bei sich selbst an. Klingt nach einem tollen Training? Das war es zweifellos. Und neben dem Gelernten bewahrt jedes Kind für sich ganz besondere Momente. So wie Ronja, auf den ersten Blick kein Kraftpaket und doch voller Power: Sie hielt es am längsten an der Sprossenwand aus: „Das hat mir am besten gefallen, weil ich da gewonnen habe“, sagt sie und lächelt leise vor sich hin.


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