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300.000 Dokumente digitalisiert

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Ihre Zusammenarbeit wollen sie in den nächsten Jahren fortführen (v. l.): Sebastian Graf von Platen, Prof. Dr. Gaby Herchert und Jürgen Gradert.

Ihre Zusammenarbeit wollen sie in den nächsten Jahren fortführen (v. l.): Sebastian Graf von Platen, Prof. Dr. Gaby Herchert und Jürgen Gradert.

OH/Hansühn. (bg) Urlaubsgäste aus dem Binnenland gibt es in Ostholstein zu Hunderttausenden. Einzigartig dürfte dabei sein, dass solch ein Urlaub zu einer anhaltenden intensiven wissenschaftlichen Arbeit führt, die von Bedeutung ist für die Regionalgeschichte Ostholsteins und die Kulturgeschichte Mitteleuropas seit der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Wie es zu dieser Forschungsarbeit kam, wurde vor wenigen Tagen auf einer Tagung in der Christuskirche zu Hansühn berichtet. Dort fand das zehnte Symposion statt, an dem die Universität Duisburg-Essen und die Familien der Grafen von Platen beteiligt waren. „Feste, Feiern, Jubiläen“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der auch wieder zahlreiche Heimatkundler aus der Region erschienen waren. Prof. Dr. Gaby Herchert berichtete, wie aus „einer zufälligen Begegnung eine große Zusammenarbeit“ wurde. Bei einem Urlaub in Grammdorf in der Gemeinde Wangels erfuhr sie durch Jürgen Gradert von dem Archiv der Familie Platen. Dieses schlummerte über Jahrzehnte und Jahrhunderte in Holzkisten und bislang gab es keine systematische Erforschung der Dokumente. Ein Kontakt zu Erik Graf von Platen wurde hergestellt und damit begann eine wissenschaftliche Forschungsarbeit. „Wir hatten damals an der Universität ein Seminar zur Transkription von alten Handschriften angeboten“, berichtete Gaby Herchert auf dem Symposion. „Daraus hat sich ein umfassendes Lehrprogramm entwickelt.“ So wurde die Arbeitsstelle Edition und Editionstechnik (AEET) eingerichtet, bei der mittlerweile weit über 400 Studierende tätig waren. Viele von ihnen waren auch zu Gast in Ostholstein und haben das gräfliche Archiv persönlich in Augenschein genommen. „Über die Jahre sind viele wissenschaftliche Arbeiten entstanden“, betonte die Professorin. Veröffentlicht werden diese Arbeiten, wenn sie denn vorher auf den Symposien vorgestellt wurden, jeweils in einem Jahrbuch. So wurde auf dem diesjährigen Symposion der neunte Band präsentiert, der die Vorträge des Vorjahres enthält. Ein Thema darin ist der Bericht über Erasmus von Platen, der Obrist im Dreißigjährigen Krieg war. Kulturgeschichtlich bedeutsam ist der Text über repräsentative Kleidung in der frühen Neuzeit. Mehrmals wurden Persönlichkeiten vorgestellt, die die europäische Geschichte beeinflusst hatten. Schwerpunktthemen sind immer wieder der Adel und die Hofkultur, christlich-religiöse Bezüge oder auch die Bewirtschaftung von Gutshöfen. Vor Jahren veröffentlichte die AEET ein Kochbuch mit heutzutage außergewöhnlichen Rezepten, das in der Gutsküche zu Weißenhaus in Gebrauch war. In diesem Jahr standen, dem zehnjährigen Jubiläum entsprechend, Themen rund um die Festkultur im Vordergrund. Dass die Jahrbücher erscheinen können, ist der Förderung durch die Sparkasse Holstein zu verdanken. Stephan Doormann von der Sparkasse in Oldenburg betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Archivmaterials, das „sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich“ wäre.
Sebastian Graf von Platen, der die Arbeit seines Vaters Erik fortführt, lobte die „große Intensität mit der die Studierenden arbeiten“. So müssen alle alten Handschriften, die schwer zu lesen sind, sorgfältig abgeschrieben werden. Dass dies systematisch geschehen kann, ist vor allem Jürgen Gradert zu verdanken. Über die Jahre hat er fast 300.000 Dokumente digitalisiert. „Ein Ende ist nicht in Sicht“, erklärte Gaby Herchert. Und so sind sich alle Beteiligten einig darüber, dass sie zumindest weitere zehn Jahre am Archiv arbeiten werden.


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