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Angehende Erzieherinnen und Erzieher thematisierten Joseph Beuys

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Henning Looft mit den Schülerinnen und Schülern, die am Sonnabend ihre Werke präsentierten.

Henning Looft mit den Schülerinnen und Schülern, die am Sonnabend ihre Werke präsentierten.

Lensahn. (eb) Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Oberstufe in Abendform der Fachschule für Sozialpädagogik (FSPb-17) haben sich in diesem Jahr mit ihrem Fachkundelehrer Henning Looft im Fach Museumspädagogik während 2 vorblockten Sonnabenden ausgiebig mit dem Künstler Joseph Beuys beschäftigt. Während der ersten 8 Stunden näherten sich Tomara Albrecht, Britta Grage, Kai Klose, Sarah Kölling, Galina König, Katrin Korzanowski, Verena Krause, Kristin Lutter, Justine Mangels, Jasmin Neumann-Panzlaff, Michael Schäfer, Marvin Schulz und Monika Schulze dem Aktionskünstler und ehemaligen Professor der Kunstakademie Düsseldorf mit einem einfühlsamen Film über das Werk mit dem Titel „zeige deine Wunde“ von Joseph Beuys an.
 
Diskussionen über das Wirken des 1986 verstorbenen Künstlers, der sich mit Fragen des Humanismus aber auch der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinandersetzte, schlossen sich an sowie natürlich eine praktische Eigenarbeit, die am 9. März fertiggestellt und präsentiert wurde. Die 14 Schülerinnen und Schüler, die sich aus dem Raum Bad Segeberg, Lübeck, Heiligenhafen und Lütjenburg zu einer harmonischen Klassengemeinschaft zusammengefunden haben, freuten sich im Rahmen ihrer Ausführungen auch über das Interesse von Mitschülern, denen sie anhand von vier Kunstwerken die Philosophie des Künstlers näher bringen konnten. Verwendet wurden in den Ausarbeitungen unterschiedlichste Materialien, die aber stets im Zusammenhang mit der Symbolik des Künstlers stehen. Einen relativ einfachen Aufbau stellte beispielsweise die Installation „Vorsicht Suchtgefahr“ dar, die aus Kabel, Zaun, CD-Spieler, Receiver und Fernbedienung bestand.
 
Das Kabel symbolisierte den Zwang und die Gefangenheit in den Medien, wobei Medienmissbrauch gerade bei Kindern und Jugendlichen zu schädlichen Auswirkungen auf Psyche und Physe führen kann. Dabei ist der Gebrauch moderner Medien wegen der Fülle und Aktualität verlockend. Der Zaun wurde zur Vermeidung von Frust gezogen, es findet so eine abgeschlossene Flucht aus der Realität statt, häufig verbunden mit Aggressivität.
 
Der CD-Spieler symbolisierte übermäßigen Medienkonsum, der zu Sprachstörungen führen kann. Der Receiver wiederum stand für eine stagnierende Persönlichkeitsentwicklung und die Reflexion der Helden aus Computerspielen auf die eigene Persönlichkeit. Vermehrter Internet- und Videospielekonsum kann weiterhin zu Aufmerksamkeitsdefiziten, Augenbeschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen und Schlafmangel führen. Und als Krönung zeigte die Fernbedienung mit den Batterien, dass auch der eigene Akku einmal leer sein und eine Ohnmacht drohen kann, wenn man sich ohne Pause den Medien widmet.
 
Aber auch für geschichtliche Bezüge können Installationen herangezogen werden, wie Kai Klose, Michael Schäfer und Monika Schulze herausfanden. Sie betitelten ihre Idee „Wo sind die Rufer?“, die aus dem Zitat von Beuys erwuchs, das folgendermaßen lautet: „Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen“. So zielte Joseph Beuys mit seinen Kunstwerken und Aktionen immer wieder auf Sinn- und Kernfragen. Sein Wirken und seine Werke waren unter anderem von seinem Umgang mit der Lebensweisheit von Naturvölkern, dem Christentum und dem Keltentum geprägt. Durch ihn wurde der Begriff der sozialen Plastik ins Leben gerufen und alles, was Flora und Fauna hervorbringen, Wert geschätzt. Stets zählte für Beuys die enge Verbundenheit zwischen der Tier- und Menschenwelt, nichts wurde aus „Unwirtschaftlichkeit“ vernichtet. Als weiteres großes Installationsthema bedienten sich die beiden anderen Gruppen des Themenbereiches Umweltzerstörung durch die Menschheit. Als Resümee ihrer Arbeiten konnten die Schülerinnen und Schüler 13 Stichpunkte manifestieren.
 
Diese lauteten: Es ist eine einfache Technik und schnell durchführbar; es gibt kein falsch und kein richtig; das Ergebnis ist nicht bewertbar; es fördert die Persönlichkeitsbildung und regt zum Weitermachen an; es fördert die Kommunikation; es bedarf keiner besonderen Vorraussetzungen; es ist niedrigschwellig; es regt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie an; es fördert die Lernkompetenz die Selbstkompetenz die Sozialkompetenz die Fantasie die Experimentierfreude die Teambildung die Kreativität; es übt Gesellschaftskritik; es sensibilisiert gegenüber dem Konsum; es fördert heraus wie ich etwas darstelle oder arrangiere und zeigt letztendlich, dass in jedem von uns ein Künstler steckt!


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