Reporter Eutin

Bürgergemeinschaft übergibt Unterlagen

Bilder

Foto: hfr

Eutin. (tj) Am vergangenen Dienstag, 01.03.2022, übergaben Regine Jepp, Olaf Blanck und Christian Burgdorf von der Bürgergemeinschaft Eutin e.V. dem Kreis Ostholstein gesammelte Unterlagen über das ehemalige Gefängnis in Eutin in digitaler Form. Neben einer Reihe von Bildern vom damaligen Gebäude sowie damals beteiligter Personen und befand sich darunter auch die in mühevoller Arbeit zusammengetragene Geschichte des Gefängnisses, von der Vorgeschichte und den Gründen der Entstehung über die Zeit im Bereich des Dritten Reiches bis hin zum Abbruch des Gebäudes Mitte der 60er Jahre im Rahmen der Errichtung des damaligen Polizeineubaus. Ursprünglich stand das damalige Gefängnis an der Stelle, an der in den letzten Woche die Arbeiten für den Erweiterungsneubau der Kreisverwaltung begonnen haben.
 
Die Fläche war später - nach dem Abriss des alten Gebäudes - zu einem Parkplatz für die Kreisverwaltung umgebaut und bis zum aktuellen Baubeginn des Erweiterungsneubaus hierfür genutzt worden. Regine Jepp erläuterte bei der Übergabe der Unterlagen die Ergebnisse ihrer umfangreichen Nachforschungen und konnte auch einige Anekdoten aus der vergangenen Zeit darbieten. „Auch wenn es eine sehr umfangreiche Aufgabe war, war es mir eine Herzensangelegenheit, diese Recherchearbeit auf mich zu nehmen, da die vorhandenen Quellen schwer zu erschließen sind. Es freut mich, dass diese Informationen jetzt der Öffentlichkeit leichter zur Verfügung stehen“, machte Jepp deutlich.
 
Hintergrund der Recherchen zum Gefängnis war die gemeinsame Idee, dass der Kreis im Rahmen des Erweiterungsneubaus die damalige Geschichte an diesem Ort durch geeignete Informationen der interessierten Öffentlichkeit zum Beispiel für einen Stadtrundgang zur Verfügung stellt. Hierzu war eine kleine Arbeitsgruppe unter Leitung von Kreispräsident Harald Werner eingerichtet worden. Geplant ist derzeit eine thematische Folierung, die im gläsernen Verbindungsgang zwischen dem Kreishaus-Altbau und den Erweiterungsneubau angebracht und der Öffentlichkeit während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zugänglich gemacht werden soll.
 
Außerhalb der Öffnungszeiten ist an eine Information per QR-Code gedacht, über den die Bilder und die Geschichte des Gefängnisses online aufgerufen werden können.Kreispräsident Harald Werner, Landrat Reinhard Sager und Nils Hollerbach, Fachbereichsleiter Planung, Bau und Umwelt, bedankten sich für die interessanten Unterlagen. „Es ist immer interessant, an welchen Stellen man geschichtsträchtige Gebäude und tiefgründige Geschehnisse und Geschichten finden kann. Auch das ehemalige Gefängnis stellt einen besonderen Teil der Eutiner Stadtgeschichte dar“, zeigte sich Werner beeindruckt. Nils Hollerbach fügte hinzu: „Wir bedanken uns sehr bei der Bürgergemeinschaft und insbesondere bei Frau Jepp für die umfassenden Informationen zum damaligen Gefängnis, das zeitweise auch als sog. „wildes KZ“ genutzt wurde.
 
Dank Ihrer Arbeit konnten wir unsere Unterlagen entsprechend ergänzen. Bei den aktuellen Bauarbeiten sind tatsächlich noch Findlinge eines Natursteinfundamentes sowie restliches Mauerwerk gefunden worden, das vermutlich von diesem Gebäude stammt. Unser Anspruch ist es, die Geschichte des Gefängnisses im Durchgang des Erweiterungsneubaus in geeigneter Form zu zeigen und damit die Erinnerung wachzuhalten.“ Sachstand Grundstück und Erweiterungsneubau heute: Aktuell entsteht im Innenhof der Kreisverwaltung ein modernes neues Gebäude mit 44 Einzel und 6 Doppelbüros sowie 7 Besprechungsräumen auf vier Ebenen als Erweiterung der Kreisverwaltung Ostholstein. Ein Stabsraum für den Katastrophenschutz, die Unterbringung von Fahrrädern und E-Bikes sowie geeignete Unterstellmöglichkeiten finden dort ebenso Platz. Die Holz-Hybrid-Bauweise, die auf einem massiv hergestellten Untergeschoss gründe, sehe hohe energetischen Anforderungen vor und werde im Rahmen der Bundesförderung für Energieeffiziente Gebäude gefördert.

Die Rohbauarbeiten sollen bereits ab dem 05.05.2022 begonnen und bis zum 29.07.2022 fertiggestellt werden. Die Montage der weitgehend vorgefertigten Holz-Hybrid-Konstruktion ist im Anschluss geplant. Die Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist im Sommer 2023 vorgesehen.


Weitere Nachrichten Oldenburg

UNTERNEHMEN DER REGION