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Deutlicher Anstieg von Rat- und Hilfesuchenden

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Norbert Dabelstein verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Opferzahlen in Ostholstein.

Norbert Dabelstein verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Opferzahlen in Ostholstein.

Ostholstein. (t) Das Team von acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Außenstelle Ostholstein hatte es im zurückliegenden Jahr mit besonderen Herausforderungen zu tun: Lösungsansätze mussten her, um Pandemie bedingte Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen auch in der Opferarbeit zu beachten.
„Step by step“ konnte eine wirksame Strategie erarbeitet werden, die auf grundsätzlicher Telefonberatung sowie postalischer und digitaler Lösungen beruhte. Auch war die Gewährung materieller Hilfen weiterhin möglich.
Merkliche Unruhe kam im Team auf, als im März eine junge italienische Studentin sich an die Außenstelle wandte und um Unterstützung bat. Sie war in Ostholstein sexuell belästigt worden und verlor in der Folge ihren Arbeitsplatz, welches zur Mittellosigkeit führte. Da sie erst vor wenigen Tagen aus dem Corona-Hotspot Italien eingereist war, galt es, sich besonders vor Ansteckung zu schützen. „Letztendlich ist alles gut gegangen und wir konnten dem Opfer sogar vor Ort auf einer Polizeiwache helfen“, berichtet Norbert Dabelstein, der Vorsitzende des Weissen Rings Ostholstein.
Leider musste das Ostholstein-Team feststellen, dass das kriminelle Milieu äußerst schnell auf die Pandemieumstände reagierte und neue Kriminalitätsphänomene kreierte: Insbesondere die Gesichtsmasken verhalfen Kriminellen, sich unerkannt den Opfern anzunähern, um sie auszurauben. Als Handwerker getarnt, wurden Wasserschäden vorgegaukelt, die Wohnung betreten und nach Wertsachen durchsucht. Dabei schreckten in einem Fall die beiden Kriminellen nicht vor brutaler Gewalt zurück; sie schlugen das körperlich eingeschränkte Opfer und drohten mit einer Schusswaffe. Auch wurden medizinische Gesichtsmasken via Internet angeboten, abkassiert, aber nicht geliefert. Mit Hilfe der Printmedien startete die Außenstelle Ostholstein eine diesbezügliche Medienkampagne zur Prävention.
Entgegen dem Landestrend legten die Opferfälle in Ostholstein deutlich zu, und zwar auf 109 Opferfälle (im Vorjahr: 63 OF), was einer Steigerung von 73 Prozent entspricht.
In mehrjähriger Rück-Betrachtung (2019-2015) fällt der Anstieg nicht so eklatant aus. Im Durchschnitt liefen 75 Opferfälle pro Jahr auf; dieses entspräche einen Anstieg von 45 Prozent.
Wie in den Vorjahren sind die Betroffenen in den meisten Fällen Opfer von Körperverletzungen (31 Fälle = 28 Prozent). Nach wie vor sind absolut mehrheitlich der vom WEISSEN RING betreuten Opfer Frauen und Mädchen (68 Prozent). Hiervon wiederum ist ein großer Teil Opfer eines Sexualdeliktes (20 Fälle = 18 %) oder von häuslicher Gewalt (12 Fälle = 11 Prozent) geworden.
Bei der häuslichen Gewalt betrug die Zunahme 50 Prozent (2019: 6 Fälle); wobei in Einzelfällen der Kontakt zum WR opferseitig plötzlich abgebrochen wurde. Ursächlich dafür könnten spezielle Rahmenbedingungen in der Pandemiezeit sein.
Gerade in Zeiten häuslicher Isolation, häufig einhergehend mit zunehmender wirtschaftlicher und psychischer Belastung, besteht die Sorge eines weiteren Anstiegs häuslicher Gewalt. Mit der bundesweiten Kampagne „Schweigen macht schutzlos – mach Dich laut“ hat der Weisse Ring an Betroffene appelliert, die bestehenden Hilfsangebote zu nutzen.
Über die eigenen Hilfsmöglichkeiten hinaus ist der Weisse Ring ein verlässlicher und professioneller Lotse im Netzwerk der Hilfe leistenden Institutionen und Organisationen.
Steigende Tendenz zeigen seit Jahren die Stalking-Delikte auf nunmehr 12 Fälle. Teils mit sehr großer krimineller Energie und Einfallsreichtum gehen die Täter vor. Selbst nach Jahren der Trennung gibt es Versuche, das Leben der ehemaligen Partnerin/des ehemaligen Partners zu zerstören. In der Wahl der Mittel gibt es scheinbar keine Grenzen: Gewalt, Bedrohung, Verleumdung, Strafanzeige, Nötigung, behauptete Rechtsverstöße u.a.. Nicht selten versucht das Opfer, durch Wegzug dem Martyrium zu entgehen. Das Herunterladen, Installieren und Anwenden der von WR entwickelten „NoStalkApp“ kann dafür sorgen, dass die gegebenen Beweise in ein entsprechendes Straf- und Gewaltschutzverfahren einfließen können. Das können Fotos, SMS, Whatsapp und andere Beweise sein.
Weitere bearbeitete Fälle:
Neunmal Diebstahl, sechsmal Bedrohung, dreimal Tötungsdelikt, dreimal Raub, zweimal Betrug, zweimal Einbruch, einmal Mobbing, zehnmal Sonstiges.
Im letzten Jahr wurden vom Team der Außenstelle Ostholstein insgesamt 3145 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet; darin enthalten sind neben der unmittelbaren Opferarbeit auch Büroarbeiten, Teilnahme an Besprechungen, Videokonferenzen, Aus- und Fortbildungen sowie Präventionsaktionen / Vorträge.
In 37 Fällen wurde materielle Hilfe in Höhe insgesamt über 8000 Euro geleistet, für immaterielle Hilfen wie Beratungen, Begleitungen und anderes stehen insgesamt 72 Mal zu Buche.


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