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Ein ziemlich einmaliges Areal

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Grube. (mh) Es ist nicht nur einfach ein Stück Natur. Es ist ein hochwertiges Biotop und wunderschönes Gelände, das da in den vergangenen rund drei Jahren in Ostholstein am Ortsrand von Grube gewachsen ist – unweit der St. Jürgen-Kirche, deren Mauern überwiegend aus dem 15. Jahrhundert stammen. Wo noch vor wenigen Jahren einfaches Ackerland war, befindet sich jetzt ein künstlich angelegtes Gewässer mit Hügeln und Brücken, einer Wetterhütte (dem „Dachsbau“ für Wanderer) und einem Amphitheater sowie einem Floß- und einem Kanusteg. Vor allem aber gibt es ein ganz besonderes Gebäude auf Rädern. Für den „Natur-entdeckerwagen“ wurden die Geusen, wie der örtliche Pfadfinderstamm heißt, Anfang März diesen Jahres ausgezeichnet. Die Nordkirche hat den jungen Leuten einen „Nordstern“ verliehen, einen Preis für solch besondere Initiativen. „Unser Gelände ist schon ziemlich einmalig“, sagt Gruppenleiterin Selma Busse (24) stolz.

 


Das hölzerne Haus auf Rädern ähnelt einem modernen Tiny-House; Vor allem aber erinnert es an Peter Lustig und seinen blauen Bauwagen mit Dachterrasse aus der ZDF-Kinderserie „Löwenzahn“.
Konzipiert wurde der Wagen von Jan Erik Manitz (32) und Maschinenbauingenieur Patrick Tiede (30) – beide Pfadfinder – die bei der Umsetzung ihrer Pläne auf einen örtlichen Zimmermann sowie auf viele Sponsoren und Helfer setzen konnten: Den landwirtschaftlichen Anhänger stellte ein Bauer aus der Nachbarschaft günstig zur Verfügung, der örtliche Baustoffhändler berechnete nur kleine Preise für die Materialien und die gebraucht gekauften Fenster baute ein Handwerker aus der Nachbarschaft ein. Das ebenfalls gebrauchte Mobiliar wiederum wurde von einer heimischen Bäckereikette im Zuge eines Filialumbaus zur Verfügung gestellt. Vor allem aber gab die Bingo-Lotterie den Löwenanteil mit mehreren Tausend Euro für alle unvermeidbaren Ausgaben. Bereits vor drei Jahren hatte außerdem die Fielmann-Stiftung eine große Summe für die Gestaltung gestiftet.
Mit sechs Gruppen und bis zu 140 Kindern und Jugendlichen pro Woche (insgesamt werden etwa 220 junge Leute aus der Region erreicht), die an den Gruppenstunden teilnehmen, gehören die Pfadfinder aus Grube zu den größten Akteuren der Jugendarbeit im nördlichen Ostholstein, schätzt Andreas Dons.

 


Eine gerade erst gegründete Gruppe mit den Jüngsten wird von der erst 14-jährigen Svea Marie Swars geleitet. Sie selbst war mit drei Jahren bei ihrem ersten Zeltlager dabei, ihre Schwester mit nur sechs Wochen. Kein Wunder, denn Svea Maries Vater Gerrit ist wie Andreas Dons Pfadfinder der ersten Stunde und außerdem Mitglied im Kirchengemeinderat: „Die Jugendarbeit hat eine große Bedeutung für die Kirchengemeinde. Wir generieren hier quasi unseren eigenen Nachwuchs“, sagt er. Und: „Sobald die Kirchengemeinde Unterstützung braucht, sind die Pfadfinder dabei.“ Andreas Dons ist immer wieder fasziniert, „wie die Kinder und Jugendlichen hier reifen“. So lernten sie früh, selbstbewusst aufzutreten. Wenn sie dann vor größeren Gruppen zu sprechen hätten, gelinge das mühelos: „Die stellen sich vorne hin als ob nichts wäre“, so Dons.


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