Reporter Eutin

Eine Tüte Freude schenken

Oldenburg. (ps) Sich wundern ist etwas Wunderbares. Gerade zu Weihnachten. Wer etwas schenkt, wundert sich vielleicht, wie viel Freude eine kleine Überraschung auslösen kann. Und wer etwas geschenkt bekommt, wundert sich vielleicht, was da jemand Tolles hergestellt hat. Auf diese beiden Effekte setzt das Projekt „Wundertüte“ der Oldenburger Werkstatt für beeinträchtigte Menschen.
In der Tagesförderstätte (TAF) verbringen mehrfach behinderte Menschen ihren Tag. Sie gehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten verschiedenen Arbeiten nach. So holen sie beispielsweise Altpapier bei Betrieben in der Umgebung ab und führen es der Wiederverwertung zu. Wenn nicht gerade Corona ist. Als im vergangenen Jahr die Werkstatt des TalenteHauses inklusive Ladengeschäft gleich neben der TAF neu eröffnete, kam die Idee auf, auch die nun unmittelbaren Nachbarn aus der TAF in die Herstellung kreativer Produkte einzubeziehen. Pfiffige Mitarbeitende erdachten sich eine Überraschungstüte. Gefragt – ausprobiert – gemacht: Die „Wundertüte“ war geboren. Verpackung, Gestaltung, Befüllung, das alles machen die Menschen der TAF selbst. Und auch einige der enthaltenen Produkte kommen von ihnen. Für fast Jeden nützliche, kleine und schöne Produkte sind hineingeraten. Was genau wird natürlich nicht verraten, sicher ist aber: Die Wundertüte ist ein hübsches kleines (Zusatz-)Geschenk; wenn man noch etwas Kleines sucht; wenn die Enkelschar oder die Firmenbelegschaft beschenkt werden soll; wenn jemand ein Geschenk sucht, über das man erzählen kann und dabei ein gutes Gefühl bekommt. Denn: Den meist betreuungsintensiven Menschen, die in der TAF ihren Tag verbringen, wird hier Abwechslung vom Zuhause gegeben. Ihnen wird Verantwortung übertragen und ein Erfolgserlebnis ermöglicht. Sie können ihre Fähigkeiten beweisen und verbessern. Pflegende Angehörige können durch die Tagespflege entlastet werden und haben so mehr Kraft für gute Betreuung ab der nachmittäglichen Rückkehr ihrer Lieben. Die den Werkstätten benachbarte Volkshochschule hat sich übrigens schon eigene Tüten zu besonderen Zwecken zusammenstellen lassen. Und auch die Stadtmarketing-Verantwortlich für Oldenburg Cora Brockmann. „Im Moment sind die Kapazitäten für größere Aufträge ausgeschöpft – das kann mit etwas Vorlauf ab nächstem Jahr wieder kommen,“ sagt Werkstattleiter Uwe Hengst. Und er empfiehlt: „Kommen Sie schnell im TalenteHaus vorbei, dann haben wir vielleicht noch Tüten.“ Und wenn nicht, gibt es dort ja noch viele andere tolle Weihnachtsgeschenke aus eigenen und befreundeten Schleswig-Holsteiner Werkstätten.


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