Reporter Eutin

Timo Gaarz will Landrat werden

Bilder

Foto: hfr

Eutin (aj). Er muss kein Neuland erobern, sondern sich auf bekanntem Terrain beweisen: Seine langjährige Erfahrung als Kreistagsabgeordneter und die dabei gewachsenen Kontakte sind eine denkbar gute Basis für die Landrats-Kandidatur von Timo Gaarz. Der 44jährige reichte seine Bewerbung am Dienstag der vergangenen Woche ein und informierte parallel dazu in einem Pressegespräch die Öffentlichkeit. Ein Etappen-Ziel hat der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion bereits erreicht: Neben der eigenen Fraktion haben ihm auch die Abgeordneten von FDP, DFF und Freien Wählern ihre Unterstützung zugesagt. Daraus ergibt sich bereits jetzt eine Mehrheit der Stimmen von 31 der 61 Mitglieder des Kreistages. Größtmöglichen Zuspruch strebt der Diplom-Finanzwirt an. Ein Termin zur Vorstellung bei der SPD steht, auch die Grünen-Fraktion hat eingeladen. Wie man zur Kandidatur des Heiligenhafeners steht, wird dann die Grüne-Kreismitgliederversammlung entscheiden.


Das Programm, mit dem Timo Gaarz, der als Hauptsachgebietsleiter Ausbildung und Studium im Finanzamt Oldenburg arbeitet, die Nachfolge von Reinhard Sager (CDU) antreten will, ist geprägt von den regionalen Aufgaben vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Lage: „Momentan geht es nicht nur um das Tagesgeschäft, sondern um die Krisen der Welt“, so Gaarz. Die Rolle des Landrates versteht er als „Impulsgeber, Moderator und Kümmerer“. Als solcher will Gaarz eine kooperative, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlicher Verwaltung pflegen. Einen Schlüssel zu einer leistungsfähigen Verwaltung sieht er in einer erfolgreichen Personalgewinnung und Personalbindung. Zu einer starken Arbeitgebermarke „Kreis Ostholstein“ soll ein wertschätzender Führungsstil ebenso beitragen wie eine Initiative für Quereinsteiger und die Etablierung neuer Ausbildungsberufe zum Beispiel im Bereich Informatik. In der Verbesserung der Digitalisierungsqualität liegt eine weitere Aufgabe, die Gaarz als solche benennt. Als Beispiele führt er Terminvergabe und Antragsstellungen an. Akzente setzen will Gaarz, seit 2013 stellvertretender Landrat, auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes. Auf einen nationalen Pakt setzt er bei der Bewältigung der Aufgaben, die der Zuzug Geflüchteter bedeutet: „Durch die derzeitigen Angriffe auf die Ukraine ist zu vermuten, dass wieder mehr Flüchtlinge kommen werden“, meint er. Desweiteren stehen die Realisierung der Schienenhinterlandanbindung und der Komplex „Bau der 380 KV-Stromtrasse“ auf der To do-Liste. Die Menschen vor Ort dürfte ebenso interessieren, was Gaarz über den ÖPNV sagt: „Den ÖPNV zu kommunalisieren ist eine Prüfung wert.“ Klartext, Augenzwinkern inklusive, spricht der Zahlenfachmann in Sachen Finanzen: „Ohne Kohle kann man nicht gestalten.“
Und der Privatmann Timo Gaarz? Ist verheiratet, hat eine elfjährige Tochter und verbringt seine Freizeit am liebsten mit Familie und Freunden. Am Strand tankt er ebenso auf wie in den Bergen. Wenn es die Zeit zulässt, spielt er die kleine Marschtrommel in der Gildekapelle. Seit 15 Jahren ist er zudem einer von zwei Vogelmalern der Großen Bürgergilde Heiligenhafen. Einmal im Monat schmiert er Brötchen in der Cafeteria der Schule seiner Tochter. Zur angestrebten Verantwortung sagt er: „Ich bin mir der großen Anforderungen bewusst!“ Seit 1995 Mitglied der CDU hat er in vielen Jahren der politischen Arbeit im Kreistag ein Netzwerk aufgebaut. Aktuell sitzt er dem Haupt- und Finanzausschuss vor. Nach Ende der Amtszeit von Reinhard Sager sei ein nahtloser Übergang ein richtiges Signal in Krisenzeiten, davon ist er überzeugt: „Als gebürtiger Ostholsteiner bin ich meinem Heimatkreis besonders verbunden“, unterstreicht er. Eine Verbundenheit, die Timo Gaarz gern mit einem Amtsantritt am 3. Juli 2023 auf eine neue Ebene heben möchte. Kandidaturen können noch bis zum 31. Oktober eingereicht werden.


Weitere Nachrichten Oldenburg

UNTERNEHMEN DER REGION

Meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage