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Weihnachtskonzert in der St. Johanniskirche war ein musikalischer Genuss

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Oldenburg. (tw) Einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Gießen zufolge ist die Lebensqualität ausgerechnet an Weihnachten schlechter als sonst und steigt erst nach dem Fest langsam wieder an. Die Forscher vermuten, dass Zeitdruck, soziale Verpflichtungen und eventuell finanzielle Sorgen entscheidende Ursachen sind. Wegen dieser eher depressiven Grundeinstellung, der manchmal übertriebenen weihnachtlichen Geschäftigkeit und den Kriegswirren in der Ukraine und Nahost besteht deshalb bei vielen Menschen das Verlangen nach einem ruhigen und erdenden Weihnachtserlebnis. Ein solch erdendes Erlebnis konnte man am 2. Weihnachtsfeiertag um 17.00 Uhr in der St. Johanniskirche in Oldenburg i.H. erleben.

Der Jugendchor, der Chor der St. Johanniskirche und der Posaunenchor Oldenburg trugen an diesem Abend bei vollem Haus ein sehr berührendes Konzert mit Internationaler Weihnachtsmusik vor. Der Kantor, Matthias Voget, und seine Frau, Annemarie Voget, rochierten von Dirigentenplatz zu Dirigentenplatz. Erst der Jugendchor, dann die Bläser, dann der Chor, alle zusammen mit einem Riesenportfolio von Weihnachtsliedern aus aller Welt. Italienische, österreichische, polnische, englische, norwegische, französische Weihnachtslieder und Weihnachtslieder aus den USA gaben sich die Hand. Viele Lieder waren dabei, die bei uns so präsent sind, dass man meint, sie wären deutschen Ursprunges. Mein Resonanzboden wurde spätestens nach dem zweiten, aus den USA stammenden Gemeindelied „Fröhliche Weihnacht überall“ frei und ich konnte voller Hingabe die restlichen Lieder mitsingen. Doch dann kam es. Erst das Lied „Schlaf, mein Kindlein“ aus Russland und dann das Lied „Carol of the Bells“ aus der Ukraine. Heftiger ging es nicht. Als älterer Mensch, der sowieso näher am Wasser gebaut ist, führte bei mir diese länderverbindende Herzlichkeit, Melancholie und spürbare Verbundenheit beider Volksgruppen zu einem emotionalen „Blow out“.

Der Krieg beider Länder trat durch die von den Chören und Instrumentalisten feinfühlig vorgetragenen Melodien in den Hintergrund und die Gemeinsamkeit in den Vordergrund. Diesen versöhnenden Aspekt haben die/der Chorleiter/in mit ihrer Liederwahl höchst einfühlsamen getroffen und Pastor Lauenroth durch die Lesung eines Textes von Dietrich Bonhoeffer nachhaltig vertieft. Krönender Abschluss dieses Weihnachtskonzertes war das von den Chören und der Gemeinde zusammen gesungene Lied „O Du Fröhliche“, dessen Melodie übrigens in Sizilien entstand. Einen Bezug zur Gemeinde erfuhr der Gottesdienst durch Ehrungen von Andreas Lindner für 25 Jahre Aktivität im Posaunenchor und die Mitglieder Fiona Ruoff, Elisa Jubel, Luisa Meienreis und Marlene Tolk durch 10- jährige Mitgliedschaft im Kinder- und Jugendchor. An den Weihnachtstagen war ich heilfroh, dass ich ein solches Highlight erleben durfte und mich jetzt wieder als gefestigter Gebrauchschrist in das normale Oldenburger Leben eingliedern kann. Die Kombination aus innerer Einkehr und musikalischem Genuss machte diesen Abend für jeden Konzertbesucher zu einem wahrlich weihnachtlichen Geschenk.

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