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Kreisgesundheitsamt arbeitet digital

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Dr. Maria Kusserow, Fachdienstleiterin und Jürgen Manitz, Verwaltungsleiter; nicht im Bild Christian Masuhr

Dr. Maria Kusserow, Fachdienstleiterin und Jürgen Manitz, Verwaltungsleiter; nicht im Bild Christian Masuhr

Eutin. (t) Als Jürgen Manitz 2009 in das Gesundheitsamt als Verwaltungsleiter wechselte, war er als ausgebildeter Organisator der Informationstechnik (IT) positiv überrascht, dass dort schon umfangreiche Fachanwendungen zum Einsatz kamen. „Gumax“ hieß die Software, die bereits zwei Jahre später unter seiner Federführung durch modernere Fachanwendungen der Firma Mikropro ersetzt wurde. Seitdem konnten die Fachmodule für das gesamte Aufgabenspektrum eines Gesundheitsamtes schrittweise installiert und seit Jahren mit großem Erfolg genutzt werden: Von der sozialpsychiatrischen Fallbearbeitung, den Schuleingangsuntersuchungen, unterschiedlichsten medizinische Gutachten über zahnärztliche Reihenuntersuchungen bis zur Überwachung von Schwimmbecken- und Badegewässern und dem Infektionsschutz. Deshalb lag die Entscheidung, auch für die Kontaktnachverfolgung im Rahmen des Infektionsschutzes auf Bewährtes zurückzugreifen, für die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Maria Kusserow, auf der Hand: „Mikado“ heißt das neue Fachmodul, dass seit November 2020 im Rahmen der Pandemiebekämpfung im Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein wertvolle Hilfe leistet. MIKADO heißt Management von Infektionskrankheiten, Alarmierung und Dokumentation.
Für Christian Masuhr, Leiter des Fachgebietes umweltbezogener Gesundheitsschutz, ist der Name gewissermaßen Programm. Wie bei einem Mikado-Spiel müssen seine zusätzlich zur Kontaktnachverfolgung eingestellten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - amtsintern kurz KoNa genannt - mit ruhiger Hand und viel Geschicklichkeit die einzelnen Kontaktpersonen der positiv Getesteten in ihren zahlreichen Querverbindungen erfassen, einordnen und dokumentieren. Hier ist die Fachanwendung eine große Unterstützung, weil auf Excel-Listen verzichtet werden kann und alle Beschäftigten auf die gleichen Datensätze zurückgreifen können.
In sämtlichen Fachmodulen gibt es zudem Schnittstellen zur Erfüllung von Meldepflichten, zum Beispiel im umweltbezogenen Gesundheitsschutz zur Landesmeldestelle (SurvNet), zu Demis (dem Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz) und zu weiteren Fachanwendungen wie einem Terminmanagementsystem, mit dem zu Belehrungen eingeladen wird. Die Fachanwendungen werden den Anforderungen entsprechend auch kontinuierlich ausgebaut, um papierlos und medienbruchfrei Daten zusammenzuführen und zu übermitteln.
„Bedauerlicherweise“, so Landrat Reinhard Sager, „wird gelegentlich in der Bundes- und Landespolitik behauptet, die Gesundheitsämter in Deutschland seien technisch nicht auf der Höhe. Dies treffe auf das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein definitiv nicht zu“. Die in den Medien vielzitierten Faxgeräte gibt es zwar auch noch im Kreis Ostholstein, aber ihr Einsatz ist beschränkt auf ganz eilige Situationen im sozialpsychiatrischen Bereich.
Im Rahmen der vom Kreistag des Kreises Ostholstein verabschiedeten Digitalisierungsstrategie ist das gesamte Gesundheitsamt von einer vollständigen Digitalisierung nicht mehr weit entfernt. „Wir sind technisch bereits gut aufgestellt und werden unsere langjährigen IT- Erfahrungen bei der Entwicklung weiterer Schnittstellen unter anderem auch mit Bundesanwendungen konstruktiv einbringen und weiterhin an technischen Optimierungen arbeiten“, so Jürgen Manitz. Weggeben will der Verwaltungsleiter des Gesundheitsamtes seine Faxgeräte allerdings nicht: „Wer weiß, ob man sie noch einmal dringend braucht“, mutmaßt der zudem im Katastrophenabwehrstab des Kreises erfahrene Mitarbeiter.


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