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Holstein Kiel: Alles richtig gemacht Die Störche im Hinrunden-Check

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Kreis Plön (dif) Der Fußball im Land Schleswig-Holstein liegt im tiefen Winterschlaf. Zeit für Rück- und Ausblicke. Heute schauen wir einmal auf den Saisonverlauf der KSV Holstein in der 2. Bundesliga, bei dem es für die Störche bis zur Herbstmeisterschaft gereicht hat. Vom Team mitten im Neuaufbau zur Überfliegermannschaft der Liga, so schnell ging es am Mühlenweg. Eine eindrucksvolle Entwicklung, die an der Förde stattgefunden hat. Fragen zu Neuverpflichtungen hat Trainer Marcel Rapp bereits mit einem „nein“ beantwortet. Auch in diesem Geschäft eine Seltenheit, wenn ein Coach nicht zwingend Verstärkungen fordert. Trotzdem wird man in Sachen Zugänge nicht untätig bleiben.

Ein Defensivmann könnte noch dazu stoßen. Aktuell kann Rapp aber auf seinen Kader vertrauen, der durch die Vertragsverlängerungen von Lewis Holtby (2025) und Timon Weiner (2027) nicht schlechter geworden ist. Und so verlief diese Hinserie von Herbstmeister Holstein Kiel: Etwas mühselig war der Anfang bei Eintracht Braunschweig und einen Dreier hatte in diesem Spiel eigentlich keine Mannschaft verdient. Den gab es dann aber kurz vor dem Ende doch noch für die KSV, dank des Treffers von Holmbert Fridjonsson. Jonas Sterner und Shuto Machino drehten dann den Heimrückstand gegen Greuther Fürth in einen 2:1-Sieg. Nach dem Weiterkommen im Pokal (Sieg in Gütersloh mit zwei Fridjonsson-Toren) gab es beim 2:4 gegen den 1. FC Magdeburg einen ersten Dämpfer, dem aber mit zwei starken Siegen beim FC Schalke (2:0) und am Mühlenweg über den SC Paderborn (2:1) eindrucksvoll entgegengesteuert wurde. Dann das wohl einzige richtig schwache Auftreten der Rapp-Elf. Am Hamburger Millerntor ging Holstein mit 1:5 regelrecht baden. In diesem Duell fing sich Keeper Weiner gleich drei Gegentore der Marke „Tor des Monats“. Die Kritiker waren schnell wieder da, denn auch gegen die Berliner Hertha unterlag man (2:3). Hier passte es, dass ausgerechnet Fabian Reese kurz vor dem Ende via Strafstoß für die drei Auswärtszähler sorgte.

Die Woche danach ging es zum KSC nach Baden, wo die Störche mit einem überzeugenden 2:0 heimreisten. Die Treffer erzielten Benedikt Pichler und Tom Rothe. Dem enttäuschenden 1:1 gegen den SV Elversberg ließ das Team ein 3:1 bei Hansa Rostock folgen, um dann gegen einen gewiss nicht starken 1. FC Nürnberg wieder mit 1:2 zu unterliegen. In den beiden Partien wurde fünf Zähler leichtfertig verschenkt. Auch das Pokal-Aus gegen Magdeburg im Elfmeterschießen ging in den negativen Sog, zumal danach glücklich ein „Pünktchen“ beim VfL Osnabrück geholt wurde. Holstein schien nicht so richtig in „die Puschen“ zu kommen, zumal nun echte Hochkaräter folgen sollten. Der Fall in Mittelmaß? Mitnichten, denn dass die beiden Punktverluste an der Bremer Brücke die letzten in dieser Spielzeit bleiben würden, ahnte man da noch niemand. Der Kracher im Nordderby ging an Holstein Kiel, das sich mit 4:2 gegen den HSV durchsetzen konnte. Schelmischer O-Ton der Kieler Anhänger danach: “Hoffentlich steigt der HSV nicht auf, wir brauchen einfach diese Pflichtsiege“. Eine Woche danach wurde auf dem Betzenberg in Kaiserslautern hoch mit 3:0 gewonnen. Der erste Zweitliga-Holsteinsieg gegen Lauten überhaupt. Sieg um Sieg sollte folgen. Aufsteiger Wiesbaden fuhr mit einem 2:3 heim und auch in Düsseldorf wurde beim 1:0 (Tor Holtby) dreifach gepunktet. Der erstmalige Sprung an die Ligaspitze gelang am 17. Spieltag durch ein 3:0 über Hannover 96. Dank dem SV Wehen Wiesbadener (1:1 beim FC St. Pauli) konnte tags darauf dann auch die Herbstmeisterschaft gefeiert werden. Bester Torschütze ist der Österreicher Benedikt Pichler mit sieben Erfolgen, der allerdings viele Spiele verletzungsbedingt aussetzen musste. Er ist aber einer der vielen Gewinner im Team „Blau Weiß Rot“. Dazu zählt natürlich auch Fiete Arp, der ein ganz starke zweite Hälfte der Hinserie gespielt hat. Im Tor hat Timon Weiner die Nase vor Thomas Dähne vorn und macht seine Sache von Woche zu Woche nahezu perfekt. Seinen zweiten Frühling in Kiel erlebt Patrick Erras, der nach seiner Verletzung vom Verkaufskandidaten zum Stammspieler aufgestiegen ist. Stärker als im Vorjahr zeigen sich auch Timo Becker, Neu-Kapitän Philipp Sander und besonders Lewis Holtby. Seine Ideen und Varianten im Mittelfeld machen die Kieler so schwer zu bespielen. Und da ist vorne auch noch ein Steven Skrzybski, der immer seinen Part zum Erfolg beiträgt. Doch auch ohne die Dreierkette um die erfolgreichsten Schützen Arp, Pichler, Skrzybski kam Holstein zu Punkten. Fazit zum Winter 2023: In Kiel wurde nicht nur vieles, sondern vielleicht sogar fast alles richtig gemacht. Auch wenn die Herbstmeisterschaft kein Garant für einen Erstligaaufstieg sein kann, ist sicher: Sollte nicht ein kompletter Einbruch im Team entstehen, ist Holstein Kiel im Kampf um die Ränge eins bis drei mittendrin und wird ein Wort um die 1. Bundesliga mitsprechen.


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