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Alles auf Papier – gedruckt, geklebt, gezeichnet und gemalt Neue Ausstellung mit bislang unveröffentlichten Exponaten

Bilder
Heikendorf (mm). Alles auf Papier – gedruckt, geklebt, gezeichnet und gemalt“, so der Titel einer neuen Ausstellung im Künstlermuseum Heikendorf, die am Sonnabend, 2. Dezember um 15 Uhr eröffnet wird. Gezeigt werden rund 80 Drucke, Collagen, Zeichnungen und Aquarelle von insgesamt 15 Künstlerinnen und Künstlern. Die Exponate datieren aus der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 21. Jahrhunderts. „Mit dieser Bestandsausstellung gewähren wir einen interessanten Einblick in unsere grafische Sammlung“, sagt Museumsleiterin Sabine Behrens. „Denn einige Objekte werden wir erstmals der Öffentlichkeit präsentieren“. Darunter seien auch figürliche Zeichnungen von Heinrich Blunck. „Das erweitert den üblichen Einblick in sein Schaffen, da er sich vorwiegend mit Landschaftsmalerei beschäftigt hatte“. Die meisten der ausgestellten Kunstwerke stammten zwar von Vertretern der Künstlerkolonie, etwa Oscar Droege, Jeane Flieser oder Werner Lange. Doch auch Werke anderer Künstler würden gezeigt, etwa von Ulrich Behl, Matthias Lindner oder Gerhard Hermanns. Sie stammen aus Nachlässen und Schenkungen. „Diese Bilder sind sehr bereichernd, weil sie nur selten den Weg nach draußen finden“, hebt Behrens hervor.
Allen Kunstwerken gemeinsam ist der Werkstoff Papier. Im Gegensatz zu Gemälden auf Leinwand sei deren Ausdruck „oft spontaner“. „Und die Ausstrahlung ist meist etwas fragiler, weil es mehr um Linien und Schraffuren geht als um Farbe“, erläutert die Frau, die das Museum seit zwanzig Jahren leitet. Dennoch seien diese Arbeiten vielfältig und spannend. Ein Beispiel liefert das Titelbild der Informationsbroschüre, die das Künstlermuseum anlässlich der Ausstellung herausgibt. Darauf ist ein Selbstbildnis von Georg Burmester zu sehen, das der Künstler 1936, kurz vor seinem Tod, mit Bleistift gezeichnet hatte. „Alles, was ein ausdrucksstarkes Porträt ausmacht, kommt hier exemplarisch ganz hervorragend zur Entfaltung. Nur mit Linien eine solche Plastizität zu erreichen, das ist einfach toll gelungen“, unterstreicht Behrens.
Neben Porträts umfasst die Ausstellung Motive, die typisch sind für das Leben in Schleswig-Holstein: Wasser, Schiffe, Landschaften an Ost- und Westküste. Besonders reizvoll an der Ausstellung sei es, Bilder im Vergleich zu betrachten, dabei vor allem den kleinen Details Aufmerksamkeit zu schenken. „Da lässt sich vieles entdecken, was mit Punkten, Linien und Flächen alles gemacht werden kann“, verrät Behrens. Wer mehr über die künstlerische Formensprache lernen möchte, kann das am Sonntag, 10. Dezember tun. Um 12 Uhr bietet die Kunsthistorikerin Maren Müller eine Führung durch die Ausstellung an. Weitere Termine veröffentlicht das Künstlermuseum auf seiner Homepage (www.kuenstlermuseumheikendorf.eu). Zu sehen ist die Ausstellung bis Sonntag, 25. Februar 2024, donnerstags bis sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr. Das Museum macht Winterpause vom 23. Dezember 2023 bis 3. Januar 2024. Der Eintritt kostet fünf Euro (am Eröffnungstag ein Euro).

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