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Kreisjägertag nach drei Jahren Pause wieder in Präsenz

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Schönberg-Holm (kas). Die Jagdhornbläser gaben das Signal zur Eröffnung des Kreisjägertages und Claus-Henrick Estorff freute sich, rund 150 Mitglieder der Kreisjägerschaft Plön im Ferienzentrum Holm begrüßen zu können. In dem schönen Saal waren die neuen, von der Tischlerei Rüscher, aus Lärchenholz hergestellten Stellwände für die Hegeringe zu bewundern. Anmerkung: Ein Hegering ist eine Untergliederung der Jägerschaften auf lokaler Ebene, und damit nach dem Deutschen Jagdverband, den Landesjagdverbänden und den Kreisjägerschaften die kleinste Organisationseinheit der Jäger. Die Mitgliedschaft im örtlichen Hegering ist an die Mitgliedschaft im Landesjagdverband gebunden und damit für die Jäger freiwillig. Als Gäste begrüßte Estorff den Kreispräsidenten Stefan Leyck, aus dem Amt für Sicherheit, Ordnung und Veterinärwesen im Kreis Plön, Dagmar Jegminat, den Landtagsabgeordneten Werner Kalinka sowie die Bürgervorsteherin Christine Nebendahl. Bei der Totenehrung wurden der 35 verstorbenen Mitglieder der letzten drei Jahre gedacht. Stefan Leyck überbrachte die Grüße des Kreises Plön, und machte deutlich, dass der direkte Austausch durch nichts zu ersetzen sei. Das Interesse an der Jagd sei ungebrochen und betonte noch einmal, dass es gelungen sei, die Jagdsteuer im Kreis abzuschaffen. Tobias Christer, Präsidiumsmitglied vom Landes-Jagdverband übermittelte die Grüße des Präsidenten des LJV. Er war beeindruckt von der Jungjägerschar im Kreis Plön.

 


Estorff berichtet von der Schweine-Pest, die bis auf wenige Kilometer an die Schleswig-Holsteinische Landesgrenze herangekommen ist. Über 3.850 Fälle wurden mittlerweile bundesweit gemeldet. Mit Veröffentlichung am 16. Dezember 2021 wurde das Landesjagdgesetzt geändert. Die dort festgelegte Regelung zur Mitwirkpflicht bei der Wildschadenprävention auf Maisflächen für die Flächenbewirtschafter wurde mit Änderung des Landesjagdgesetzes aufgehoben. Im Alleingang hat Minister Albrecht die Gebühren für die Jägerprüfung von 180 auf 280 Euro und den drei Jahresjagdschein von 55 auf 75 Euro angehoben. Die Nutzung unseres Schießsportzentrums Kasseedorf hat in den vergangenen Jahren unter der Pandemie gelitten, so Estorff weiter. Der Umsatzeinbruch konnte durch staatliche Hilfsprogramme, durch finanzielle Unterstützung der vier Kreisjägerschaften und Kosteneinsparungen beim Personal abgefedert und die finanzielle Situation positiv gestaltet werden. Dadurch waren wir in der Lage, den Waffenraum aufzurüsten und unsere Ausbildungswaffen dort unterzubringen. Die Kugelstände wurden mit Belüftungsanlagen nachgerüstet. Der Doppelkeiler wurde umgerüstet. Wir haben die Möglichkeit, mit eigenen Maschinen einen 60 Tauben-Jagdparcours zu veranstalten. Der Kessel K10 wird dieses Jahr mit einem zusätzlichen Skeetstand ausgerüstet und mit Frankonia haben wir einen neuen Werbepartner gewinnen können. Allen ehrenamtlichen Aufsichten und Helfern sage ich herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Kreativität. Im letzten Jahr hat uns das Regionale Berufsbildungszentrum dankenswerterweise deren Mehrzweckhalle für die JJ-Ausbildung zur Verfügung gestellt.Besonders froh bin ich, so Estorff, dass wir mittlerweile über sechs Kitzrettungsteams im Kreis Plön verfügen. Allein im letzten Jahr wurden über einhundert junge Wildtiere gerettet. Koordinator Karsten Jacobs hält hier am Infostand aber auch auf unserer Internetseite alle Informationen bereit Der Vorstand hat beschlossen, dass alle Initiativen, die sich für die Belange der Jagd im Kreis Plön einsetzen, auf Antrag bezuschusst werden. Diese betrifft in diesem Jahr die neu gegründete Jagdhornbläsergruppe Belau, die Probsteier Bläser in ihrem 50. Jubiläumsjahr, die Hasen- und Kaninchenaufzucht von Birte Heckel-Neubert sowie eine gemeinsame Veranstaltung der Kitzrettungsteams.

 


Im Rahmen des Nachtgeflüsterangebots der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz konnten wir im vergangenen Jahr 71 Gäste auf den Hochsitz und 102 mit ins Kanu nehmen. All das Erreichte wäre ohne die ehrenamtliche Arbeit Vieler gar nicht möglich gewesen. Estorff sagte herzlichen Dank und wünschte ein spannendes, erfülltes Jagdjahr 2022/23.Nachdem der Schatzmeister seine umfangreichen Berichte verlesen hatte, stellte der Kassenprüfer fest, dass alle Posten richtig verbucht waren und auf Antrag wurde der Schatzmeister sowie der Vorstand entlastet. Der Tagesordnungspunkt Ehrungen nahm einen Großteil der Zeit ein, denn insgesamt 19 Treuenadeln sollten vergeben werden. Berthold Haberland sowie Eggert Sinjen für 70 Jahre Mitgliedschaft in Landesjagdverband. Peter Reichel und Wolf von Kapherr für 65 Jahre, Hans Gronow, Klaus Marcussen-Wulff und Eckahart von Schmidt für 60 Jahre, sowie für 50 Jahre Mitgliedschaft Joachim Ehlers, Hans-Jürgen Gudegast, Eggert Kaaack, Torsten Kruse, Walter Lamp, Dr. Burchard Marquort, Wolf Mönkemeier, Hinnerk Puck, Eggert Soltau, Dietrich Tödt, Gerd Wittern und Dr. Romedio Graf von Thun erhielten oder erhalten ihre Urkunde und die Ehrennadel. Dr. Dieter Junkelmann wurde auf Vorschlag des Kreisjägerschaft für seine Verdienst um die Gründung und positive Entwicklung der Schweißhundestation mit der höchsten vom Landesjagdverband zu vergebenen Ehrung, dem Ehrenmesser im April ausgezeichnet. Mit der bronzenen Verdienstnadel wurde Karsten Jacobs ausgezeichnet, der seit 2015 Obmann für Öffentlichkeitsarbeit und seit 2017 Obmann für Jugendarbeit ist. Neben all diesen Tätigkeiten hat er den Kitzrettungsverein gegründet und ist mittlerweile Koordinator für sechs solcher Vereine. Zwischenzeitlich spielten die Jagdhornbläser auf - nach den Ehrungen sowie das Signal zum Essen zum Ende der Jahreshauptversammlung.


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