Reporter Eutin

Zweimal im Jahr ist es wie in alten Zeiten

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Dietrichsdorf (kud). „Wenn wir im Februar und vor der Kieler Woche zu unseren Tauschbörsen einladen, dann ist es fast wie in alten Zeiten.“ Rund 40 Briefmarkenfreunde kommen dann im Gemeindehaus der Kirche zusammen, um sich ihre zum Teil schon sehr alten Schätze zu zeigen. Die ein oder andere Marke wechselt auch schon mal ihren Besitzer.
An diesem Wochenende allerdings beschäftigt die Sammler etwas anderes. Draußen gießt es in Strömen, der Wind nimmt wieder einmal Fahrt auf. Viele entscheiden sich, doch lieber ihre Sachen zu packen und nach Hause zu fahren. Die Marken, in Ordnern und Alben sorgfältig verwahrt, werden in Koffer und Metallkisten geräumt. Schon eine beschädigte Zacke kann den Wert eines Stücks zu einem „Nullwert“ machen.
„Früher“, erzählt Horst Zwiener, „waren wir noch ein richtiger Verein, der nach seiner Gründung im Jahr 1964 regen Zulauf hatte.“ Vor drei Jahren haben sie den Vereinsstatus abgewickelt. Seitdem sind sie ein Freundeskreis der Briefmarkenfreunde, dem gerade einmal noch zehn bis zwölf Sammler als Aktive angehören. Horst Zwiener ist Sprecher der Gruppe und sieht die Entwicklung gelassen. „Die Zeiten ändern sich nun mal, da kann man nichts machen. Wir lassen uns unser schönes Hobby aber nicht vermiesen, nur, weil Briefmarken aus der Mode kommen.“
Heute muss sich die Post mit Vorwürfen über unpünktliche Zustellung, zu hohe Zustellgebühren und minderwertige Postwertzeichen herumärgern. Horst Zwiener: „Viele Briefe haben ja gar keine Marken mehr, sondern werden nur noch gestempelt.“ Zwiener gehört den Briefmarkenfreunden seit 25 Jahren an. „Seitdem“, erzählt er, „ist kein neues Mitglied mehr in den Verein oder in den Freundeskreis gekommen. Heute schreiben sie emails oder whats apps auf ihrem smartphone. Geht ja auch viel schneller.“
In den Koffern und Kisten verbergen sich allerdings durchaus auch noch materielle Werte, für die sich aber nur noch die alten Sammler interessieren, die oft weite Wege in Kauf nehmen, um eine ganz bestimmte Marke zu finden, die ihnen noch in ihrer Sammlung fehlt. Für wen tun sie das? Antiquitätenhändler winken mittlerweile schon ab, wenn jemand ihnen eine Sammlung verkaufen möchte. Zwiener: „ Man bekommt vielleicht mal zehn Euro dafür für die Fahrtkosten. Uns ist auch klar, dass unsere direkten Nachkommen eine solche Sammlung als Belastung empfinden werden, weil sie Platz wegnimmt. Aber: Sehr lange wird es nicht mehr dauern, bis es gar keine Briefmarken mehr geben wird. Dann könnten die Sammlungen wieder interessant werden.“
Die letzten Sammler haben sich um eine Kanne Kaffee versammelt. Das Wetter und den sich weiter verstärkenden Wind blenden sie noch für einen Moment aus. Es sind Gleichgesinnte, die sich viel zu erzählen haben. „Das ist es, was uns ausmacht“, so Zwiener. „Warum sollten wir diese Gemeinsamkeit aufgeben?“ Regelmäßig treffen sich Unverdrossenen. Und am 20. Juni freuen sie sich wieder auf Besuch aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg. Horst Zwiener bleibt optimistisch: „Vielleicht hat ja der ein oder andere junge Mensch Lust, uns dann auch mal zu besuchen. Es gibt so vieles zu sehen in der Welt der Briefmarken.“


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