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Aktion am Freitag in Stockelsdorf: „Gewalt kommt nicht in die Tüte“

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Stellten im Stockelsdorfer Rathaus gemeinsam die Aktion vor (v.l.): Gudrun Dietrich (Gleichstellungsbeauftragte), Gabriele Pfingsten, Randi Wirth (Frauennotruf), Julia Samtleben (Bürgermeisterin), Aline Denkert (Feinbäckerei Schüler) und Detlef Bodanowski (Polizei).

Stellten im Stockelsdorfer Rathaus gemeinsam die Aktion vor (v.l.): Gudrun Dietrich (Gleichstellungsbeauftragte), Gabriele Pfingsten, Randi Wirth (Frauennotruf), Julia Samtleben (Bürgermeisterin), Aline Denkert (Feinbäckerei Schüler) und Detlef Bodanowski (Polizei).

Foto: Gemeinde Stockelsdorf

Stockelsdorf. Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, dem 25. November, werden in Stockelsdorf Brötchen verteilt: Unter dem landesweiten Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilen Bürgermeisterin Julia Samtleben, Stella Werre vom Frauennotruf Ostholstein und Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich vor REWE von 9 bis 11 Uhr die Brötchen in speziell mit Hilfsnummern bedruckten Brötchentüten und informieren über das Thema häusliche Gewalt.

Die Feinbäckerei Schüler gibt in dieser Woche seit Montag wieder 5.000 dieser Brötchentüten in ihren fünf Filialen über den Ladentisch und legt Infomaterialien aus. So kann sich jeder beim Brot kaufen über wichtige Hilfsorganisationen informieren, ohne eine Beratungsstelle aufsuchen zu müssen.
Bürgermeisterin Julia Samtleben: „An dieser Aktion schätze ich besonders den unverfänglichen Zugang zum Hilfesystem in der Bäckerei. Wir wollen dazu aufrufen, bei häuslicher Gewalt hinzuschauen und die Betroffenen anzusprechen. Erste Unterstützung bekommt man beim bundesweiten Hilfetelefon, das Tag und Nacht in 17 Sprachen erreichbar ist“.

Im Jahr 2020 wurden bundesweit laut polizeilicher Kriminalstatistik 146.655 Fälle von (Ex-) Partnerschaftsgewalt angezeigt, davon waren 80,5 Prozent der Opfer Frauen. Die Zahl der erfassten Opfer partnerschaftlicher Gewaltdelikte steigt bundesweit stetig, seit 2016 um 11,2 Prozent, wobei Experten von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ausgehen. Häusliche Gewalt umfasst unter anderem Körperverletzung, Bedrohung, Stalking und sexuelle Übergriffe. 359 Femizide wurden verübt, das sind mehr als eine getötete Frau am Tag. Gewalt beginnt oft schleichend, beispielsweise durch Kontrollieren, Einschüchtern und Abwerten. Detlef Bodanowski, zuständiger Polizeibeamter für häusliche Gewalt, stellt fest, dass häusliche Gewalt auch nach einer Trennung ausgeübt wird. Die Polizei hat in dem Zusammenhang unter anderem Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zu sichern.

Die Beraterinnen des Frauennotrufs Ostholstein verzeichnen für das Jahr 2021 rund 100 polizeiliche Wegweisungen, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, und 320 Einsätze wegen häuslicher Gewalt. In 2022 sind es schon 105 Fälle, in der der Täter der Wohnung verwiesen wird, hinzu kommen bisher 112 betroffene Kinder. Der Notruf unterstützt und begleitet die betroffenen Frauen umfassend in allen behördlichen und psychosozialen Fragen und hat sein Beratungs- und Präventionsangebot deutlich ausgebaut. Vorsitzende Gabriele Pfingsten: „Wir bieten eine datensichere Online-Beratung an, sind auf Instagram vertreten und kooperieren in zahlreichen Netzwerken. Wichtig ist uns die Sensibilisierung aller Beteiligten, die mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun haben, zum Beispiel aus Justiz, Medizin und dem Bildungsbereich.“

„Leider können wir nur aufklären, aber nicht die Ursachen beseitigen. Expertinnen fordern unter anderem den Ausbau von Beratung, konsequente Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten wie Tätertraining und zeitnahe Sanktionen durch die Justiz, darüberhinaus eine bessere medizinische (Akut)Versorgung und Spurensicherung“, zitiert die Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich.

Zeitgleich stellt die Gemeindebücherei einen Info- und Büchertisch zum Thema häusliche Gewalt aus und unterstützt so die Aktion in ihren Räumlichkeiten.
Die wichtigsten Adressen im Falle häuslicher Gewalt: Polizei: 110; Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016; www.frauennotruf-oh.de.


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