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Bad Schwartauer Museumssammlung wird digitalisiert

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Museums- und Kulturmanagerin Judith Ohrtmann bei der Arbeit mit der neuen Museumsdatenbank digiCULT.web.

Museums- und Kulturmanagerin Judith Ohrtmann bei der Arbeit mit der neuen Museumsdatenbank digiCULT.web.

Foto: hfr

Bad Schwartau. Die öffentliche Wahrnehmung des Museums der Stadt Bad Schwartau wurde bis zu seiner vorübergehenden Schließung 2018 vorrangig durch seine Ausstellungen und Veranstaltungen bestimmt. Dies sind jedoch nicht die alleinigen Kennzeichen professioneller Museumsarbeit. Ein erheblicher Teil der Aufgaben eines Museums bleibt der Öffentlichkeit in der Regel verborgen. Diesbezüglich ist vor allem das Sammeln, Bewahren und Erforschen von historisch relevanten Objekten zu nennen. Und wie die meisten Museen, verfügt auch das Museum der Stadt Bad Schwartau über wesentlich mehr Sammlungsobjekte, als je in den öffentlichen Ausstellungen präsentiert wurden.

Dass die meisten Museen nicht alles ausstellen, was sie in ihren Sammlungen bewahren, ist üblich und hat verschiedene Gründe. Im Museum der Stadt Bad Schwartau dienen sowohl die Ausstellungs- als auch die Sammlungsobjekte dem Zweck, die Geschichte der Stadt zu dokumentieren und für die Nachwelt zu bewahren.

Nun wird das Sammeln, Bewahren und Erforschen der Objekte hinter den Kulissen des Museums der Stadt Bad Schwartau modernisiert. Denn während die einzelnen Objekte bisher auf Karteikarten handschriftlich verzeichnet waren, werden diese nun seit Mitte August in einem digitalen Datenbanksystem namens digiCULT.web erfasst. Diese digitale Erfassung, die von Museumsleiterin Judith Ohrtmann und ihrem Mitarbeiter Carsten Grot vorgenommen wird, ist überaus zeitaufwändig, da hierbei nicht nur die Informationen von den vorhandenen Karteikarten in das Computersystem manuell abgetippt werden, sondern zusätzlich die einzelnen Objekte fotografiert, vermessen und auf ihre historische Bedeutung hin beschrieben werden müssen. Zudem verfügen nicht alle Objekte über eine Karteikarte, die die Herkunft des Objekts dokumentieren – hier muss die Geschichte des Objekts dann komplett rekonstruiert werden.

Museumsleiterin Judith Ohrtmann freut sich sehr über die Modernisierung in ihrem Haus: „Dass das Museum momentan geschlossen ist, sehe ich als Chance, das Museum von Grund auf zu modernisieren. Die Digitalisierung der Museumsbestände ist diesbezüglich ein wichtiger Schritt, da das Sammlungsmanagement des Museums der Stadt Bad Schwartau hierdurch qualitativ an das etablierter musealer Einrichtungen angepasst wird!“

Und tatsächlich befindet sich das Museum der Stadt Bad Schwartau mit der Nutzung von digiCULT.web in bester Gesellschaft, denn auch renommierte Museen wie die Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen, das Museum für Hamburgische Geschichte sowie das Altonaer Museum und das Museum der Arbeit nutzen dieses Programm zur Verwaltung ihrer Sammlungen.

Für Judith Ohrtmann ist die Digitalisierung der Museumssammlung von historischer Bedeutung für das städtische Museum: „Mein Ziel ist es, das kulturelle Erbe der Stadt Bad Schwartau langfristig zu sichern. Die digitale Nutzbarmachung der Museumsbestände ist diesbezüglich als Meilenstein der Museumsgeschichte in Bad Schwartau zu betrachten.“


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