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Bad Schwartauer Protestaktion gegen 380 kV-Planung

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Im Vorfeld einer Informationsveranstaltung der Stadt Bad Schwartau zum Bau der Ostküstenleitung fand vor dem Rathaus eine rund zehnminütige Kundgebung gegen die aktuelle Planung statt.

Im Vorfeld einer Informationsveranstaltung der Stadt Bad Schwartau zum Bau der Ostküstenleitung fand vor dem Rathaus eine rund zehnminütige Kundgebung gegen die aktuelle Planung statt.

Foto: Stefan Setje-Eilers

Bad Schwartau. In der vergangenen Woche hatte die Stadt Bad Schwartau zu einer digitalen Informationsveranstaltung über die Sachverhalte zu den Planungen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT zum Bau der 380 kV-Ostküstenleitung in Ostholstein eingeladen. Hintergrund war, dass TenneT der Öffentlichkeit nach der erst im Dezember 2020 vorgestellten Überplanung der Trassenführung der Leitung Umspannwerk Lübeck und Umspannwerk Göhl vor kurzem eine weitere neue Planung präsentiert hat.
Der Übertragungsnetzbetreiber habe dabei argumentiert, dass er im Austausch mit Vertretern der Region eine abgestimmte, tragfähige Lösung erarbeitet habe. Er folge damit nach eigenen Angaben dem „Wunsch der Region zur Prüfung einer Ein-Trassen-Lösung“. Nach Einschätzung der Stadt Bad Schwartau ist dieser Anschein jedoch falsch. Im Vorfeld der digitalen Infoveranstaltung hatte es vor dem Rathaus auf Initiative der Stadt eine kleine Kundgebung gegeben.

„Wir wollen damit Seite an Seite ein kleines Zeichen setzen gemeinsam als Stadt, Verwaltung, Umweltbeirat als auch Betroffene und die Interessenvertreter gegen diese aktuellen Planungen“, so Bad Schwartaus Bürgermeister Dr. Uwe Brinkmann, der dazu weiter sagte: „Zu unserer Verwunderung hat die TenneT im März bei uns im Rathaus ihre Planung präsentiert, die sie drei Tage später im Kreishaus wieder geändert, uns darüber aber nicht informiert hat. Das trägt nicht zur Akzeptanz bei.“

Zudem werde der Stand der Technik nicht richtig widergespiegelt. Aus Sicht der Stadt sei eine Erdverkabelung das geeignetste und mildere Mittel, um mit dieser Sachlage umzugehen. „Und wir haben auch Zweifel am grundsätzlichen Bedarf der Leitung, so wie er von der TenneT dargestellt wird“, so Bad Schwartaus Verwaltungschef, der sich dabei auf ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofes bezog.

Was die Bad Schwartauer generell kritisieren, sind zusammengefasst drei Punkte. In der neuen Planung rückt die Leitung näher auf zum Teil unter 100 Meter an die Bebauung heranrücken soll.

Brinkmann: „Insbesondere die Einwohner in Groß Parin werden belastet.“ Der nächste Punkt sei, dass keine Erdverkabelung geplant ist, und „die Masten sollen jetzt deutlich höher sein als die in vorherigen Planungen, was ein eindeutiger Eingriff in das Stadt- und Erscheinungsbild bedeutet.“

Die ehemalige Stadtverordnete Ellen Brümmer von der Bürgerinitiative „Achtung – 380 kV“, kritisierte zudem, dass auch bei den neuen Planungen „die Leitung durch alle Naturschutzgebiete geht, die wir vor Ort haben, mit Schwartautal, Sielbektal, Riesebusch.“ Generell stellt sie den tatsächlichen Bedarf zum Abtransport des erzeugten Stroms infrage und vermutet hinter dem Leitungsbau wirtschaftliche Interessen. „Wir sehen deutlichen Verbesserungsbedarf“, so Brinkmann abschließend.

Umfassende Informationen zu den Planungen zum Bau der 380 kV-Ostküstenleitung gibt es auf der Homepage der Stadt Bad Schwartau (www.bad-schwartau.de) unter „Mitteilungen“.


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