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Bürgermeisterwahl in Stockelsdorf: Julia Samtleben stellt sich erneut zur Wahl

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Stockelsdorfs Bürgermeisterin  Bürgermeisterin bewirbt sich ein zweites Mal um das Amt der Verwaltungschefin.

Stockelsdorfs Bürgermeisterin Bürgermeisterin bewirbt sich ein zweites Mal um das Amt der Verwaltungschefin.

Foto: Stefan Setje-Eilers

Stockelsdorf. Julia Samtleben wurde am 11. März 2018 zur neuen Bürgermeisterin gewählt und bekleidet dieses Amt seit dem 1. Juni 2018. Als überparteiliche Kandidatin stellt sie sich am 3. März erneut zur Wahl. Die Amtsinhaberin wurde als Kind zweier Entwicklungshelfer im August 1980 in Jamaikas Hauptstadt Kingston geboren.

Mit zwei Jahren ging es für sie zurück nach Deutschland, zuerst nach Nordfriesland, wo ihre Familie zunächst bei der Großmutter wohnte, dann vier Jahre nach Baden-Württemberg und 1987 folgte der Umzug nach Prisdorf bei Pinneberg. Nach der Schule studierte Julia Samtleben in Hamburg Jura und wohnte in der Hansestadt. Sie heiratete 2008, ihre Kinder kamen 2010 und 2013 zur Welt. Der Umzug in die Gemeinde Stockelsdorf folgte mit der Wahl zur Bürgermeisterin.
Die Amtsinhaberin besitzt ein Pferd, zwei Katzen und einen Hund. Ihre große Leidenschaft ist das Rennradfahren. In diesem Jahr ist sie im Mai auch wieder Guide bei der Rennradwoche Lübecker Bucht der Tourismusagentur Lübecker Bucht.
Im Rückblick auf ihre erste Amtszeit, nennt sie zuerst die Kinderbetreuung: „Als ich hier anfing, vor sechs Jahren, hatten wir riesige Wartelisten bei den Kitaplätzen. Wir haben alles daran gesetzt, Kitas auszubauen. Wir haben, so wie es aussieht, auch für 2024/25 erreicht, mehr Plätze vorzuhalten, als wir benötigen. Die Modernisierung und Digitalisierung unserer Schulen ist abgeschlossen, wobei wir alle Fördermittel – die rund ein Drittel der Investitionen decken – abgerufen haben“, lobt sie das exzellente Fördermittelmanagement.

Stolz ist sie auch auf die Feuerwehren der Gemeinde. „Das Feuerwehrhaus am Bohnrader Weg wurde gebaut. Es wurde ein Bedarfsplan für die Feuerwehren erstellt. In Eckhorst werden wir anbauen, in Arfrade neu bauen. Wir hoffen, dass wir über die Ortsentwicklungsplanung die Häuser modernisieren können. Wir haben unsere Einsatzkräfte mit der modernsten Schutzkleidung ausgestattet, rüsten jetzt mit wesentlich leichteren Atemschutzgeräten nach, was gerade für etwas ältere Einsatzkräfte ein große Rolle spielen dürfte.“ Mit über 400 Aktiven habe Stockelsdorf überhaupt keine Personalprobleme, was letztlich auch der sehr guten Arbeit der Wehrführer zu verdanken sei, so die Verwaltungschefin.
In Sachen Klimaschutz nennt sie die Klimaschutzstreifen der Stockelsdorfer Landwirte, das Gründach auf dem Sitzungssaal des Rathauses, Obstwiesen, Bildungsprojekte an Schulen, aber auch das Nordquartier, das bedeutender Teil der Gemeinde ist und Stockelsdorf klimatechnisch sowohl auf kommunalen Gebäuden als auch auf Privatgebäuden langfristig auf ein höheres Level heben soll. „Dazu gab es kürzlich eine Infoveranstaltung mit 160 Besuchern. Das Interesse ist natürlich groß, weil alle wissen möchten, was sie tun können. Und da wollen wir als Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern Lösungen finden“, so Julia Samtleben.

Was auch Thema gewesen sei und bleiben werde, sei der Öffentliche Personennahverkehr. „2019 haben wir für die westlichen Dörfer eine Schulbuslinie eingeführt, die wir selbst bezahlen, die direkt bis nach Bad Schwartau fährt. Die Schüler aus Krumbeck und Arfrade mussten vorher immer umsteigen. Das einzige Dorf, das jetzt noch keine direkte Verbindung nach Bad Schwartau hat, ist Eckhorst“.
Mit dem Stadtverkehr sei man sich zudem weitgehend einig, dass das Lümo nachts auch in Stockeldorf und Bad Schwartau fährt und die Linie 17 häufiger und auch bis nach Lübeck durchfährt – höchstwahrscheinlich ab Ende 2025.
Am neuen Feuerwehrhaus am Bohnrader Weg entstehen vier Grundstücke die veräußert werden, wobei ehrenamtlich tätige Stockelsdorfer dabei bevorzugt werden. Auch anderswo sollen nach Vereinbarung mit den Wohnungsbauunternehmen zahlreiche geförderte Wohnungen entstehen.

Zum Thema Finanzen sagt die Rathauschefin: „Wir haben rund 300.000 Euro Altschulden und zahlen jedes Jahr 75.000 Euro ab, so dass wir in vier Jahren bei Null wären. Wir haben 6 Millionen Euro pro Jahr investiert. Früher waren es 4 Millionen pro Jahr. Dabei ist nicht zu vergessen, dass wir keine Straßenausbaubeiträge mehr haben“, so die Verwaltungschefin, die auch das Konnexitätprinzip zwischen Land und Bund anspricht und dazu sagt: „Wir bekommen immer mehr Aufgaben, aber nicht mehr Geld.“ So seien während ihrer ersten Amtszeit beispielsweise „laufend Straßen saniert“ worden.
Und zum Schluss verrät Julia Samtleben, was für sie als Bürgermeisterin ein Herzensthema ist: „Dass ich immer ansprechbar bin, dass wir eine gute Kommunikation hinkriegen zwischen Verwaltung und den Bürgern“. Als gut funktionierendes Beispiel nennt sie den Mängelmelder, den Stockelsdorf als eine der ersten Gemeinden im Land eingeführt hat. Hinzu kämen die regelmäßigen Bürgersprechstunden, die sie anbiete, aber auch Anfragen, die sie bei Facebook erhalte und beantworte.

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