Reporter Timmendorf

Die Freiwillige Feuerwehr Niendorf/Ostsee hat einen neuen Kameraden: Löschroboter „Nieno“ wirbt um neue Mitglieder

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Niendorf/Ostsee. Die sinkenden Mitgliederzahlen bei den Freiwilligen Feuerwehren im Land sehen auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Niendorf/Ostsee mit Besorgnis. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, haben die Aktiven der Niendorfer Wehr einen äußerst kreativen, aber auch witzigen Weg gewählt, um neue Mitglieder für ihre Reihen zu werben. Derzeit liegt die Anzahl der aktiven Feuerwehrleute bei 34. „Die vorgeschriebene Mindeststärke für unsere Wehr liegt eigentlich bei 38, aber noch stimmt die Zahl bei den Einsätzen,“ wie Niendorfs Wehrführer Carsten Dede berichtet. „Die Zahl der Aktiven sollte aber nicht unter 27 sinken, dann wird’s - im wahrsten Sinne des Wortes – nämlich brenzlig.“

„Muss man bald auf einen Löschroboter zurückgreifen, der die Aufgaben der Feuerwehrleute übernimmt?“ Mit dieser Frage möchte die Niendorfer Feuerwehr alle, die (noch) keine Mitglieder in der Wehr sind, zum Nachdenken anregen. Seit Anfang Dezember hat die Freiwillige Feuerwehr Niendorf/Ostsee nämlich einen neuen Kameraden: „Löschroboter Nieno“. Gruppenführer Jens Krüger hat ihn im November aus ausgemusterten Feuerwehr-Armaturen gebaut. Krüger, der als Mechaniker beim Bauhof der Gemeinde arbeitet, hat auch einige technische Raffinessen in den ein Meter großen Roboter, der auf einer fahrbaren Platte steht, eingebaut: Seine Augen blinken blau und auf Knopfdruck ertönt ein Martinshorn aus einem Soundmodul im Inneren von „Nieno“. Seinen Namen gaben ihn übrigens die User von facebook, die über fünf Namensvorschläge auf der Facebook-Seite der Niendorfer Feuerwehr abstimmen konnten. „NienO“ setzte sich schließlich durch.

Über einen QR-Code, der auf der roten, runden Platte, auf der „Nieno“ steht, aufgeklebt ist, kommt man automatisch zur facebook-Seite der Wehr, auf der Interessierte weitere Infos über den „Feuerwehrmann der Zukunft“ findet.

Der Roboter wird als Blickfang an gut besuchten Orten in Niendorf aufgestellt, so stand er bereits im Eingangsbereich von Edeka Jens in Niendorf, beim „Fest zwischen den Jahren“ auf der Strandpromenade oder bei Jaacks Mode. Aber auch in Schulen und Kindertagesstätten soll er aufgestellt werden.

„Früher war die Jugendfeuerwehr Garant für Nachwuchs, aber auch dort sind die Mitgliederzahlen leider rückläufig,“ berichtet Jens Krüger. „Junge Menschen stärken nicht nur ihr soziales Verhalten bei der Jugendfeuerwehr, sondern auch den Teamgeist,“ so Mirco Babin von der Jugendfeuerwehr der Gemeinde Timmendorfer Strand. Im Alter von zehn Jahren können Jungs und Mädchen in die Jugendfeuerwehr eintreten. Derzeit sind dort 15 Jugendliche Mitglieder und erleben viele, tolle Aktionen und Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Zeltlager und vieles mehr. Für Fragen und weitere Infos zur Jugendfeuerwehr steht Mirco Babin gerne unter der Handynummer 0157-31387801 zur Verfügung.

Über den QR-Code, der auf der Plattform des Löschroboters aufgeklebt ist, kommt man direkt auf die facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Niendorf/Ostsee: Unter www.facebook.com/FFNdf.89 erhält man alle wichtigen Infos und kann auch einen Text von „Nieno“ lesen, der mit „Hallo Menschling“ beginnt. Dort ist auch nachzulesen, dass der durchschnittliche Zeitbedarf pro Woche bei weniger als zwei Stunden liegt.

Wer sich einmal selbst ein Bild von der Niendorfer Feuerwehr machen möchte, sollte mal vorbeischauen und bei einer „Kennenlern-Übung“ teilnehmen, vielleicht auch gleich mit einem Bekannten? Der nächste Übungstermin ist am Montag, dem 10. Februar, ab 19 Uhr. Treffen ist um 18.45 Uhr an der Wache im Niobeweg 2. Weitere Infos gibt es auch vom stellvertretenden Wehrführer Sascha Klink unter 0160-94724307 oder per Mail an info@feuerwehr-niendorf-ostsee.de. Die Grundausbildung zur Feuerwehrfrau oder –mann wird übrigens feuerwehrintern bei der Feuerwehr in Niendorf/Ostsee durchgeführt. Und danach kann man sich nach seinen eigenen Wünschen und Vorlieben weiter spezialisieren, ob als Maschinist (Fahrer), Atemschutzgeräteträger oder in der Atemschutzüberwachung, in der technischen Hilfe oder Wasserrettung, um nur einige Bereich zu nennen. „Für jeden ist etwas dabei, man ergänzt sich im Team,“ so Gruppenführer Jens Krüger und Wehrführer Carsten Dede.

Neben „Nieno“ soll auch eine neu entworfene Freizeitkleidung der Niendorfer Brandschützer Aufmerksamkeit erregen und neue Mitglieder für die Freiwillige Feuerwehr begeistern. Dafür wurde ein cooles, modernes „Patch“, ein Abzeichen, ähnlich einem Emblem, entworfen. Dort ist ein Krake mit Feuerwehrhelm sowie Rettungsring, Hohlstrahlrohr und Halligantool (Hebel- und Brechwerkzeug) in den Armen abgebildet. Somit wurden Symbole für die Wasserrettung, das Löschen und andere Aufgaben wie eine Türöffnung mit eingebunden. „Der Krake ist maritim und hat viele Arme und steht für die Multifunktionalität der Feuerwehr“, erklärt Simon Wigger als stellvertretender Gruppenführer. Auch das Gründungsjahr der Niendorfer Wehr, 1929, ist im „Patch“ enthalten.

Mit den T-Shirts, Hoodies (Kapuzenpullover) sowie Zipper (Pullover mit Reißverschluss) mit dem weißen Kraken auf dunkelblauen Grund kann man seit Dezember 2019 die Verbundenheit mit der Wehr in der Freizeit zeigen.


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