Reporter Timmendorf

„Eine Ära geht nach 18 Jahren zu Ende“: Feierliche Verabschiedung von Bürgermeister Volker Owerien in Scharbeutz

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Scharbeutz. In einem feierlichem Rahmen wurde der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Scharbeutz, Volker Owerien, am 24. Januar nach 18 Dienstjahren und drei Amtszeiten im Hotel BelVeder offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Bürgervorsteher Peter Nelle, der mit dem stv. Bürgermeister Henning Nitz, zur Abschiedsfeier eingeladen hatte, konnte auch zahlreiche prominente Gäste wie die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Sandra Redmann (SPD) und Hartmut Hammerich (CDU) begrüßen. Aber auch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, und Oweriens Amtsvorgänger, Ex-Bürgermeister und Kreispräsident a.D., Ulrich Rüder, der das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Scharbeutz zwölf Jahre innehatte, waren unter den Gästen.

„Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und der Gemeindevertretung, Herr Bürgermeister, war nicht immer ein Zuckerschlecken, da aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzungen der Gemeindevertretungen in dieser Zeit auch so mancher Kampf überstanden werden musste“, so Bürgervorsteher Peter Nelle (CDU) in seiner Begrüßungsrede. „Unterschiedliche Meinungen der politischen Parteien und Gruppierungen gehören zum politischen Alltag, zum Grundrecht der freien Meinungsäußerung und sind letztlich in der Entscheidung von allen zu akzeptieren und mitzutragen. So sieht ein gesunder, demokratischer Prozess aus.“ Owerien habe das Wohl der Gemeinde Scharbeutz nicht aus den Augen verloren. Die Visionen des damals neuen Bürgermeisters und den daraus resultierenden Entscheidungen kamen zusammen und so wurde die gesamte Infrastruktur der Strandmeile neu konzipiert und dann neu geschaffen, so Nelle. „Das war mitunter ein schwieriger Prozess mit den Landes-Ministerien für Finanzen und Umwelt und sonstige Beteiligten. Das hat uns Zeit gekostet, aber wir alle wollten etwas Neues schaffen, und das ist uns mit Ihrer Hilfe gelungen“, sagte Nelle an Owerien gewandt. „In den folgenden Jahren wurde somit für die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere auch für die Touristen, durch Ihre Umsetzungskraft, die Arbeit Ihrer Mitarbeiter in der Verwaltung und den Entscheidungen in der Gemeindevertretung ein neues Bild der Gemeinde Scharbeutz und eine begehrte Urlaubsdestination geschaffen. Zweimal haben Sie sich der Wiederwahl gestellt, mit dem Ziel, den Ort nach Ihren Vorstellungen auch nachhaltig weiter zu entwickeln. Zweimal wurden Sie wiedergewählt und 18 Jahre haben Sie diese Aufgabe dann beispielhaft erfüllt.“

Landrat Reinhard Sager erinnerte in seiner Rede daran, dass die Gemeinde Scharbeutz noch sehr jung ist und erst 1974 aus den Gemeinden Gleschendorf und Scharbeutz-Haffkrug entstanden ist. „In meinen rund 30 Jahren, in denen ich für Scharbeutz und Ostholstein mit politischen Mandaten aktiv bin, hat Scharbeutz mit Volker Owerien und seinem Vorgänger Ulrich Rüder nur zwei Bürgermeister gehabt,“ so Sager. „Und heute verabschieden wir den dienstlängsten Bürgermeister des Kreises Ostholsteins.“ Der Landrat bedankte sich für die stets gute Zusammenarbeit und sparte auch nicht mit Lob: „Scharbeutz ist heute einer der Hotspots an der gesamten schleswig-holsteinischen Ostseeküste.“

Thomas Keller, Bürgermeister der Gemeinde Ratekau, trat als Vorsitzender des ostholsteinischen Gemeindetages an das Rednerpult und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Er erinnerte in seiner Rede daran, dass ein Bürgermeister nicht nur verwalten, sondern auch gestalten soll. „Die erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde Scharbeutz mit ihren Projekten ist damit auch das Ergebnis von Deinem großem Engagement, von Deiner Beharrlichkeit und dem Gespür dafür, Situationen richtig einzuschätzen und Chancen zu ergreifen.“ Thomas Keller lobte vor allem die Fachkompetenz und langjährige Verwaltungserfahrung Oweriens und dass er deshalb stets ein wichtiger Begleiter und Ansprechpartner für alle gewesen ist. An Volker Owerien gewandt sagte Keller weiter: „Du hast viel erreicht in Deiner Amtszeit und Du übergibst Deiner Nachfolgerin, Bettina Schäfer, eine gesunde Gemeinde mit moderner Infrastruktur und einem wirklich gut aufgestellten Rathaus. Wir ziehen vor Deiner Leistung den Hut!“

Volker Owerien war sichtlich gerührt für die anerkennenden Worte seiner Vorredner und zeigte sich sehr dankbar dafür, „dass man ihm diese Abschiedsveranstaltung schenke.“

Owerien sagte in seiner Abschiedsrede: „Ich bin auch sehr dankbar für die ausgesprochen gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen 18 Jahren, wohl wissend, dass man es nicht allen recht machen kann. Ich weiß, ich war nicht immer bequem für Sie, aber ich meine, eine moderne Verwaltung ist heute eben nicht nur ein rein ausführendes Organ, sondern muss auch Impulsgeber und Initiator für die Entwicklung einer Gemeinde sein. Und da muss es auch erlaubt sein, dass der Verwaltungschef für die Meinung der Verwaltung auch mehr oder weniger deutlich einsteht.“

Der scheidende Bürgermeister bedankte sich auch ausdrücklich bei den Vertretern der Wirtschaft, bei allen Arbeitgebern, Gewerbetreibenden und Leistungsträgern für ihr Engagement in der Gemeinde Scharbeutz.

Zum Schluss stellte er noch eine Frage und lieferte auch die Antwort dazu: „Liebe Gäste, was kann ein Chef ohne seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen? Die Antwort ist sehr einfach, nämlich so ziemlich gar nichts. Ich möchte an dieser Stelle schon einmal meinen Dank für die fantastische Unterstützung in den vergangenen 18 Jahren sagen. Ich habe ein tolles Team im Bürgerhaus. Vielen Dank für alles!“

Besonders freute Owerien sich darüber, dass seine erwachsenen Kinder Lara-Sophie und Simon extra aus München und Düsseldorf überraschend zu seiner Verabschiedung gekommen waren. Nach einem gemeinsamen Essen folgte zum Ende der Abschiedsfeier ein kleines mit Musik untermaltes Feuerwerk. Bereits in seiner Rede dankte Volker Owerien seiner Sekretärin Claudia Rieper und dem kleinen Orga-Team für die Auswahl des Veranstaltungsortes und dem gelungenen Fest.

Viele Hände mussten zum Ende der Feierlichkeit gedrückt und zahlreiche Geschenke verstaut werden. Ein besonderes Geschenk überreichten Ehrengemeindewehrführer Reinhold Mang und Gemeindewehrführer Patrick Bönig im Namen der Feuerwehren an ihren langjährigen Dienstherrn: Ein großes Gruppenfoto mit allen 21 Feuerwehrfahrzeugen, die Owerien in seinen 18 Jahren Amtszeit an die Feuerwehren übergeben hat.


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